Wie wollen die Deutschen gerne wohnen? Auf welche Ausstattung würden Wohnungssuchende unter keinen Umständen verzichten wollen? Mit diesen Fragen befasst sich eine Umfrage unter deutschen Immobilienmaklern. Die Ergebnisse machen eines deutlich: Bei der Ausstattung des eigenen Zuhauses sind deutsche Mieter wenig kompromissbereit.
Für die Studie "Marktmonitor Immobilien 2012" im Auftrag eines großen Immobilienportals hat ein Team um Professor Dr. Stephan Kippes von der Hochschule Nürtingen-Geislingen 539 zufällig ausgewählte Makler aus ganz Deutschland gefragt, worauf Wohnungssuchende im neuen Domizil am meisten Wert legen.
80 Prozent der befragten Immobilienprofis haben die Erfahrung gemacht, dass Wohnungssuchende im neuen Zuhause vor allem nicht auf Balkon, Veranda oder Terrasse verzichten wollen. Fehlt das gewünschte Ausstattungskriterium, wirke sich das negativ auf die Vermarktungsdauer und den erzielbaren Preis einer Immobilie aus.
Eine große Rolle bei der Wohnungssuche spielen aber auch niedrige Heizkosten. Laut Studie ist eine moderne Heizungsanlage, die möglichst sparsam arbeitet, ein wesentliches Entscheidungskriterium für potenzielle Mieter. 76 Prozent der befragten Makler gaben an, dass Miet- und Kaufinteressenten meist lieber weiter auf Wohnungssuche gehen, statt monatlich bei den Nebenkosten draufzuzahlen. 78 Prozent der Immobilienprofis haben außerdem die Erfahrung gemacht, dass es Interessenten abschreckt, wenn die Wohnung nur mit Einzelöfen beheizt werden kann.
Ist eine Wohnung ungünstig geschnitten, müssen Makler sich ebenfalls auf eine längere Vermarktungsdauer und schlechtere Preise einstellen. 70 Prozent der befragten Makler gaben an, dass sich ihre Kunden nur schwer mit einem problematischen Grundriss oder einer ungünstigen Raumaufteilung anfreunden können. 60 Prozent glauben, dass die Sanitärausstattung eine wichtige Rolle spielt: Wohnungssuchende ziehen ein modernes Badezimmer 70er-Jahre-Schick mit veralteten Sanitäranlagen vor.
Laut der befragten Makler wirken sich folgende Ausstattungsfaktoren besonders negativ auf die Vermarktung aus: 80 Prozent der Makler stufen das Fehlen von Balkon, Terrasse oder Veranda als schlecht für den Absatz einer Wohnung ein. Das Heizen mit Einzelöfen (78 Prozent) und hohe Heizkosten (76 Prozent) hält die Mehrzahl der Makler ebenfalls für kritisch. Erst danach kommen ein ungünstiger Grundriss (70 Prozent und veraltete sanitäranlagen (60 Prozent).
Es zeigt sich: Deutsche Mieter sind bei der Wohnungsausstattung wenig kompromissbereit. Wohlfühl-Faktoren wie Balkon und Terrasse sind mindestens genauso wichtig, wie kostenrelevante Faktoren – etwa die moderne Heizungsanlage. Die Wahl des eigenen Zuhauses ist sowohl Kopf- aber eben auch Bauchentscheidung.
Quelle: zuhause.de
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