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Wohnen im Container: Ein mobiles "Haus" für 15.000 Euro

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Ein Haus für 15.000 Euro – so schick wohnt man im Container

Autor: Karin Henjes

In diesem zweistöckigen Container-Haus lebt man auf 29 Quadratmetern. Im ersten Stock gibt's sogar einen Balkon. (Quelle: ConHouse)

In diesem zweistöckigen Container-Haus lebt man auf 29 Quadratmetern. Im ersten Stock gibt's sogar einen Balkon. (Quelle: ConHouse)

Wer hat nicht schon einmal die Lust verspürt, alle Sachen zusammenzupacken, aufs Auto zu laden und in ein neues Leben zu fahren? Was in den USA mit ihren Trailerparks jederzeit möglich ist, klingt in Deutschland noch wie Zukunftsmusik. Doch auch hier gibt es mittlerweile bezahlbare Wohn-Container in Norm-Maßen, die man einfach auf den nächsten Laster packen kann. Mit den tristen Containern, die im Umfeld von Baustellen stehen, haben sie allerdings wenig zu tun. Das Leben im Container kann sogar ganz schick sein. Wie Containerhäuser aussehen können, zeigt unsere Foto-Show.

Eine neue Generation von stilbewussten Tüftlern und Architekten begeistert sich weltweit für das Container-Wohnen. Da gibt es zum Beispiel den Amerikaner Marti aus Missouri, der vier Original-Seecontainer mit Hilfe eines Architekten kunstvoll umbaut und unter 8747house.blogspot.com exzessiv darüber berichtet. Oder den coolen illy-Container von Adam Kalkin, ebenfalls Amerikaner, welcher per Knopfdruck vom Seecontainer zum Café wird.

Vom Seecontainer zur schicken Hütte

Architekt Jure Kotnik stammt ebenfalls aus der Riege der Container-Freaks. Er hat sich während seines Studiums mit mobilem Container-Wohnen befasst und 2007 den preisgekrönten Umbau eines Seecontainers vorgelegt. Im Frühjahr 2011 gründete Kotnik zusammen mit Diplomkaufmann Peter Dussl die Firma Conhouse in Birmingham und beschritt damit ganz bewusst den Weg der Professionalisierung. In Deutschland gibt es inzwischen eine Niederlassung in Nürnberg.

"Die Nachfrage nach modularen, leicht zu transportierenden und architektonisch attraktiven Wohneinheiten steigt auch hier", begründet Peter Dussl den Schritt. "Wer in Deutschland ein Containerhaus kauft, macht das allerdings selten aus reinen Mobilitätsgründen. Im Vordergrund steht vielmehr die Bezahlbarkeit eines solchen Projekts, und dazu gehört eben auch der preisgünstige Transport auf Grund von Normmaßen."

Bezahlbarer Wohnraum unter 15.000 Euro

Üblicherweise bauen Conhouse und vergleichbare Anbieter wie die Firma Combi-Box oder Tempohousing ihre Container-Module heutzutage aber nicht mehr aus gebrauchten Seecontainern, sondern sie fertigen genormte modulare Einheiten aus wohngeeigneten Materialien. "Ein Seecontainer ist ja nichts weiter als eine besonders stabile Transportbox aus Metall, üblicherweise in den Maßen 20 Fuß (ca. 6,05 m) und 40 Fuß (ca. 12 m)“, weiß Peter Dussl. „Wir übernehmen das 20 Fuß-Maß, bauen aber mit ganz anderen Materialien.“ Die neuen Einheiten von Conhouse entsprechen demnach der Energieeinsparverordnung und erreichen teilweise sogar Passivhausstandard.

Und was muss man für die kleinste Wohneinheit ungefähr hinlegen? Ein 14qm-Modul mit reinem Wohnraum ist bei Conhouse ab rund 6.600 Euro zu haben, ein Modell mit Küchenanschlüssen, Duschbad inklusive Toilette und Foyer ab circa 8.600 Euro, für eine Bodenplatte kommen bei Bedarf noch etwa 2.500 Euro dazu, plus rund 500 Euro für Transport und Aufbau eines Moduls. Diese Lösung eignet sich beispielsweise als Wochenendhäuschen oder Ferienwohnung.

Minihäuser für die Studis

Wer aber einen Container auf seinem Grundstück aufstellen und ganz regulär darin wohnen möchte, muss in vielen Gemeinden die ganz normalen bürokratischen Hürden eines Bebauungsverfahrens nehmen. Preislich interessant könnte allerdings – je nach Gemeinde – die Zwischennutzung von gepachteten Grundstücken sein. Zum Einsatz kommen die standardisierten Baumodule in Europa bisher vor allem als Kindergärten oder Hotels.

Eine neue Kultur des mobilen Container-Wohnens könnte sich allerdings im Zusammenhang mit dem Wohnraummangel von Studierenden etablieren. Professor Han Slawik hat im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Uni Hannover eine schicke Studentenbleibe in Containerform konzipiert, die auch prompt prämiert wurde. Bei der "HomeBox" wird der Container hochkant genutzt. Die ortsungebundene Studentenbleibe ist aus Holz und damit weniger wartungsintensiv als die üblichen Stahlcontainer. Durch die geringe Grundfläche kann das Minihaus gut in beliebigen Baulücken oder auf öffentlichem Brachraum aufgestellt werden.

In Amsterdam ist man bereits einen Schritt weiter. Dort hat die Firma Tempohousing eine komplette Containerstadt für Studierende errichtet. Die Wohneinheiten im Containermaß gelten als sehr beliebt und werden mitsamt Bad, Toilette und Küchenausstattung sowie einem 50 Liter-Wassertank geliefert. Zur Beheizung steht ein zentrales Gas-Boiler-System zur Verfügung.

Container-Kids geben Gas

Solche Projekte stecken in Deutschland noch in den Kinderschuhen. "Wir haben eine Anfrage aus einer Studentenstadt im Südwesten Deutschlands", berichtet Peter Dussl von Conhouse. "Das Projekt hat aber einen langen verwalterischen Vorlauf."

Das könnte sich in der kommenden Generation ändern. Denn die Intensität, mit der junge Container-Fans sich weltweit für diese Wohnform einsetzen, ist enorm. "Containerhäuser, umgebaute Container und alles, was es so in dieser Richtung gibt, finden wir total spannend“, bekunden Sig und Sven von wohn-blogger.de und basteln wie etliche andere Blogger fleißig an einer ganz neuen Wohnphilosophie. Der US-Amerikaner Michael Janzen, bekennender Tinyhouse-Fan, bringt die neue Container-Lust in seinem Blog tinyhousedesign.com auf den Punkt: "Der wahre Wert eines Heims sollte nicht in Größe und Kosten gemessen werden, sondern in Bezug auf das Glück und die Sicherheit, die es bringt."

Quelle: zuhause.de

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