16.01.2012, 08:11 Uhr | Stephanie Hoenig
Mit dem falschen Pinsel erreicht man kein gutes Streichergebnis. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Wenn man sich an seinen alten Wänden gründlich satt gesehen hat, kann ein einfacher Anstrich wie eine Renovierung wirken: Der Raum sieht mit frischer Farbe an der Wand völlig verändert aus. Doch das Ergebnis sieht nicht immer gleich gut aus. Entscheidend ist nicht nur das nötige Know-How, sondern auch geeignetes Arbeitsmaterial. Aber welche Werkzeuge braucht man überhaupt für ein gutes Streichergebnis? Und wie erkennt der Laie gute Qualität?
Streichen ist für die meisten Heimwerker kein Problem: Ein Strich hier, ein Klecks da und die Wand ist bunt oder weiß getüncht. Doch das Ergebnis sieht nicht immer gut aus: An der Wand oder dem gestrichenen Möbelstück zeichnen sich noch die Bewegungen des Pinsels ab, und wo mit zu viel Farbe gearbeitet wurde, haben sich hässliche Farbnasen gebildet.
"Großen Einfluss auf den Erfolg haben die verwendeten Pinsel und Farbwalzen", erklärt Farbexperte Ludger Küper, Direktor des Paint Quality Institute im hessischen Schwalbach. Ein haarender Pinsel oder eine fusselnde Farbrolle hinterlassen demnach sichtbare unschöne Spuren auf der Oberfläche.
"Bei der Qualität von Pinseln und Farbrollern gibt es gewaltige Unterschiede", weiß auch Michael Pommer von der Deutschen Heimwerker Akademie (DIY-Academy) in Köln. Gerade günstige Anstreichsets enthielten meist qualitativ minderwertige Pinsel und Farbroller. Auch für Farbwerkzeuge gelte aber: Qualität hat ihren Preis. "Wer sich beim Kauf am Preis orientiert, kann davon ausgehen, bei einem teureren Produkt tatsächlich auch gute Qualität gewählt zu haben", so Pommers Einschätzung.
Ob zum Streichen eher der Pinsel oder die Rolle verwendet werden sollte, hängt von der zu streichenden Fläche ab. Farbroller eignen sich wegen ihrer Breite besser gleichmäßigen Streichen großer Wandflächen. Pinsel kommen hingegen gut in Ecken und Ritzen hinein. Auch zum Ausmalen kleinerer Flächen oder zum Ziehen von feinen Strichen sind Pinsel das Streichwerkzeug der Wahl.
Sofern der Hersteller der Farbe nicht ausdrücklich eine andere Empfehlung gibt, sollten Farbrollen aus Lammfell sein, rät die Stiftung Warentest in Berlin. Diese nehmen die Farbe am besten auf. Bei der Anwendung sei wichtig, die mit Farbe getränkte Walze immer auf einem Abstreifgitter abzurollen und auf diese Weise von überschüssiger Farbe zu befreien. Sonst bilden sich an der Wand Farbtropfen, die getrocknet nicht schön aussehen.
Für lackierte Flächen sollte man laut Stiftung Warentest auf kleine Schaumstoffrollen zurückgreifen. Mit ihnen lasse sich die Farbe am besten schön gleichmäßig auftragen. "Unbedingt notwendig für das Lackieren mit der Rolle ist eine Farbwanne, in der die Rolle gleichmäßig mit Lack getränkt wird", rät Farben-Experte Küper.
Bei den Pinseln gibt es flache und runde Modelle. Flachpinsel sind laut Küper ideal zum Streichen großer Flächen, Rundpinsel eher für feinere Arbeiten an Kanten und schmalen Stellen geeignet. Besonders vielseitig nutzbar seien die so genannten Heizkörperpinsel. Sie haben einen langen Griff, weshalb sich damit auch schwer zugängliche Ecken bequem streichen lassen.
Gute Pinsel gibt es sowohl mit synthetischen Fasern als auch mit Naturborsten. Für das Aufbringen von Acrylatfarben sollte man nach Empfehlung des Paint Quality Institute aber synthetische Borsten vorziehen, weil Naturborsten Wasser stärker aufsaugen und dann ihre Form verlieren. Letztere seien hingegen das bessere Werkzeug, um Farben, die auf auf Kunstharzbasis, mit Alkohol, Farbverdünner oder Lackverdünner hergestellt werden, an die Wand zu bringen. Alle Pinsel sollten vor der ersten Benutzung ausgewaschen werden.
Ein gut gepflegter Pinsel wird mit der Zeit immer besser, weil seine Borstenspitzen dann eingearbeitet sind. Wer mit lösungsmittelhaltigen Farben arbeitet, sollte anschließend den Pinsel mit speziellem Pinselreiniger oder Universalverdünnung aus dem Baumarkt reinigen. Wurden wasserlösliche Farben verarbeitet, reiche es aus, den Pinsel mit klarem Wasser gründlich auszuwaschen.
Der Pinsel darf zum Trocknen nicht auf die feuchten Borsten gestellt werden, weil diese sich sonst verformen würden. Idealerweise werde er sogar aufgehängt, empfehlen die Heimwerker-Experten der DIY-Academy – zum Beispiel über einem leeren Glas. Dafür schiebt man einfach einen langen Nagel durch die Öffnung am Griff des Pinsels und legt ihn quer über den Rand des Glases. So ist der Pinsel zum Trocknen sauber gelagert und behält seine Form.
Quelle: dpa-tmn
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