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Vogelfutter selber machen: Fehler beim Füttern vermeiden

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Vögel im Winter richtig füttern

Autor: sj

Vogelfüttern im Winter: Ist das wirklich sinnvoll? (Quelle: imago)

Vogelfüttern im Winter: Ist das wirklich sinnvoll? (Quelle: imago)

Sobald draußen die Temperaturen sinken, wird in den Supermärkten das Vogelfutter ausgepackt. Neben Streusalz und Plastikschlitten stapeln sich Berge von Meisenknödeln und Körnermischungen. Kein Wunder: Immerhin lassen es sich die Deutschen jährlich zwischen 15 und 20 Millionen Euro kosten, die lieben Piepmätze im Winter zu füttern. Dabei streiten selbst die Experten, ob das Füttern überhaupt sinnvoll ist. Hinzu kommt, dass die Vögel nicht jedes Futter vertragen und auch beim Aufstellen des Vogelhäuschens kann man vieles falsch machen. Diese Fehler sollten Sie bei der Winterfütterung aber auf jeden Fall vermeiden.

Im Winter wird es für die hier gebliebenen Vögel häufig schwer, ausreichend Nahrung zu finden. Dann werden vielerorts die Meisenknödel und Futtersilos nach draußen gestellt, um Spatzen, Finken und Rotkehlchen vor dem Hungertod zu bewahren. Doch selbst unter ausgewiesenen Vogelfreunden ist die Winterfütterung nicht unumstritten.

Vögel füttern im Winter

Was Sie bei der Auswahl des Futters und dem Standort des Vogelhäuschens beachten sollten. Experte erklärt, worauf es ankommt. Video

Winterfütterung: sinnvoll oder nicht?

Gegen ein Füttern der Vögel spricht, dass davon in der Regel nur Arten profitieren, deren Bestand ohnehin nicht gefährdet ist. "Tatsächlich sollten sich Vogelfreunde darüber im Klaren sein, dass Winterfütterung und Naturschutz zwei Paar Schuhe sind", erklärt Vogelexperte Markus Nipkow vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). Die Gegner des Fütterns – wie etwa die vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) getragene Ökostation Freiburg – argumentieren, dass man damit der Natur und der natürlichen Auslese ins Handwerk pfusche. Bei den Arten, die zum Futterhaus kommen, würden sogar kranke und schwache Vögel durch den Winter gebracht, so die Argumentation. Dadurch könnten seltenere Arten noch weiter zurückgedrängt werden.

Für das Füttern spricht hingegen, dass man die Vögel selten so nah und ausgiebig beobachten kann. Außerdem verweisen die Befürworter auf die ohnehin schlechten Lebensbedingungen der heimischen Vögel, deren Futterangebot durch Pestizide schon reichlich eingeschränkt werde. Ob Sie die deutschen Vögel erkennen, die sich an der Futterstelle versammeln, können Sie in unserem Wintervogel-Quiz unter Beweis stellen.

Ab wann man Vögel im Winter füttern sollte

Auch bei der Frage, wann Vogelfreunde mit der Fütterung beginnen sollten, gehen die Experten-Meinungen auseinander. "Nur bei hartem Frost und einer geschlossenen Schneedecke", empfiehlt Magnus J. K. Wessel, Leiter Naturschutzpolitik und -koordination beim BUND. Solange kein Schnee liegt, fänden heimische Wildvögel in der Natur genug Futter.

Marius Tünte, Pressesprecher beim Deutschen Tierschutzbund, dagegen meint: "Man kann durchaus ganzjährig füttern." Zwar sei das nicht unbedingt notwendig, schade aber auch nicht. Lars Lachmann, Referent für Ornithologie und Vogelschutz beim NABU, empfiehlt, Ende November mit der Fütterung zu beginnen und die Vögel bis Ende Februar regelmäßig mit Futter zu versorgen. Sobald man einmal angefangen hat, sollte man auf jeden Fall dranbleiben. Denn die Vögel stellen sich auf das Futterangebot ein. Sind die gewohnten Fressplätze im tiefsten Winter plötzlich leer und ist keine Ausweichmöglichkeit vorhanden, kann das für die Tiere gefährlich werden.

So müssen Vogelhäuschen aussehen
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Vogelhaus sorgfältig auswählen

Beim Aufstellen und der Art der Futterstelle sollte man einige wichtige Regeln beachten. So muss man beispielsweise darauf achten, dass die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. Mit dem Vogelkot werden Krankheiten wie Salmonellose übertragen. Für Körnermischungen empfiehlt sich ein Futtersilo, bei dem die Körner aus einem Behälter nachrutschen. Auf diese Weise wird zudem verhindert, dass das Futter vom Regen durchweicht wird oder einfriert und dann fault. Wer ein herkömmliches Vogelhäuschen verwendet, sollte es regelmäßig mit Wasser reinigen, um die Verunreinigung des Futters mit Kot zu vermeiden. Außerdem ist es ratsam, täglich nur wenig Futter nachzulegen.

Den richtigen Standort für die Futterstelle finden

Für Vogelhaus, Silo oder auch Meisenknödel gilt gleichermaßen: Die Futterquelle sollte nicht in der Nähe einer Glasscheibe angebracht werden. Der NABU empfiehlt mindestens zwei Meter Abstand zu halten, damit die Vögel nicht versehentlich gegen die Scheibe fliegen. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Futterhäuschen nicht von Katzen und Hunden erreicht werden können.

Welches Futter für welche Vögel?

Man unterscheidet bei den Vögeln zwischen Körnerfressern und Weichfutterfressern. Zu den Körnerfressern gehören etwa Spatzen und Finken. Sie mögen Körnermischungen aus Sonnenblumenkernen, Getreide, Obstkernen und getrockneten Beeren. Je vielfältiger die Mischung, desto mehr Vogelarten profitieren von der Fütterung. Zu den Weichfutterfressern gehören beispielsweise Meisen, Rotkehlchen und Amseln. Sie lieben Meisenknödel, Haferflocken und Obst. Allerdings sollte man das Obst besser im Ganzen auslegen. Die Vögel picken sich mundgerechte Stücke heraus. Kleingeschnittenes Obst könnte zu Darmentzündungen führen.

Brot ist als Vogelfutter ungeeignet

Auch das als Vogelfutter beliebte Brot ist ungeeignet, da Backwaren ein idealer Nährboden für Bakterien sind. Nach dem Verzehr werden gefährliche Gärungsprozesse im Darm in Gang gesetzt. Auch andere Essensreste sind als Vogelfutter tabu. Salzhaltige Lebensmittel wie Wurst, Schinken, Käse oder Salzkartoffeln sind ebenso tabu wie Butter oder Margarine. Reines Fett löst bei den Vögeln Darmentzündungen aus. Auch bei gekauften Meisenknödeln und -ringen wird oftmals schlecht verträgliches Fett verwendet. Deshalb rühren viele Vogelfreunde das Weichfutter lieber selbst zusammen.

Nistkästen - dekorative Brutstätten für Singvögel
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Vogelfutter selbst herstellen

Mit Rinder- oder Kokosfett und einem Blumentopf lässt sich ein Futtergefäß für den Garten ganz einfach selbst bauen. Dazu erhitzt man das Fett, bis es weich ist. Dann rührt man eine Mischung aus Sonnenblumenkernen, Haferflocken, Rosinen, Kleie oder Nüssen unter – je nachdem, welche Vögel man anlocken will. Die zähe Futtermasse wird anschließend in ein geeignetes Gefäß zum Aufhängen gefüllt.

Das kann eine Kokosnuss sein, in deren Schale eine Öffnung geschnitzt wurde, oder auch ein Blumentopf, der dann kopfüber aufgehängt wird. Dabei sollte man allerdings einen Stock mit eingießen, der den Vögeln als Sitzstange dient. Damit die Stange hält und man auch gleich einen Aufhänger hat, wird der Stock am besten mit einer Kordel verknotet. Das Seil wird von innen nach außen durch das Loch im Boden des Tontopfs gezogen, bevor man das Fett einfüllt.

Ambrosia - das aggressive Unkraut sicher erkennen
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Ambrosia-Samen in gekauftem Vogelfutter

Wer Vogelfutter kauft, sollte genau darauf achten, was er den Vögeln zum Fressen gibt. In viele Vogelfuttersorten, die im Handel erhältlich sind, haben sich Ambrosia-Samen eingeschlichen. Über das Vogelfutter sät sich das ursprünglich aus Amerika stammende fiese Unkraut und breitet sich auch hierzulande immer weiter aus. Die Pollen der Pflanze lösen schweren Heuschnupfen und Asthma aus.

"Ambrosia-freies" Futter hält sein Versprechen oft nicht ein

Inzwischen sind einige Futtermischungen zwar als "Ambrosia kontrolliert", "gereinigt" oder "geprüft" gekennzeichnet, allerdings bedeutet das nicht, dass dieses Vogelfutter unbedenklich ist. So wurden bei einer Untersuchung von 14 Produkten im Auftrag von Öko-Test selbst in Packungen mit "Ambrosia kontrolliert"-Label bis zu 94 Samen pro Kilo nachgewiesen. Das Verbraucherschutzministerium gibt vor, dass Produkte, die als "gereinigt" oder "geprüft" gekennzeichnet sind, maximal 35 Samen pro Kilo enthalten sollten. In der Praxis konnten die Tester allerdings kaum Unterschiede zwischen den Proben mit und ohne Label feststellen.

Um die Ambrosiasamen herauszufiltern, kann man die Sonnenblumenkerne sieben. "Dafür eignet sich ein normaler Salatseiher mit fünf Millimeter Maschenbreite, empfiehlt Biologe Stefan Nawrath.

Quelle: zuhause.de, dpa-tmn

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