07.06.2011, 14:04 Uhr | ih (CF)
Tiefengeothermie nutzt die Wärme im Erdinneren für die Beheizung von Gebäuden. Dafür sind allerdings aufwändige Bohrungen bis in große Tiefen erforderlich, weshalb sich die Technik nicht überall gleichermaßen rechnet.
Im Inneren der Erde herrschen hohe Temperaturen. Die Tiefengeothermie dringt in Schichten tief unter der Oberfläche vor und zapft die natürliche Wärmequelle an. Über einen Wärmetauscher wird sie zur Oberfläche transportiert, wo sie Gebäude beheizen kann. Auf diese Weise sinkt der Bedarf an fossilen Energieträgern wie Öl und Gas, deren Nutzung immer teurer wird. Darüber hinaus werden bei der Tiefengeothermie keine klimaschädlichen Gase frei. Die Nutzung dieser Technik ist daher ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz.
Zahlreiche Hausbesitzer nutzen bereits heute über Erdwärmepumpen die relativ konstanten Temperaturen unter der Erdoberfläche, um ihre Immobilien zu beheizen. Die Sonden reichen allerdings häufig nur wenige Meter in die Erde hinein. Tiefengeothermie funktioniert im Prinzip ähnlich, dringt aber in viel tiefer gelegene Schichten vor. Bohrungen von einem Kilometer und mehr sind keine Seltenheit. In diesem Bereich herrschen sehr hohe Temperaturen, die sich direkt in nutzbare Wärme umwandeln lassen. Werden Turbinen eingesetzt, kann neben Wärme auch Strom mit Hilfe der Tiefengeothermie erzeugt werden. Voraussetzung dafür sind jedoch Temperaturen von mehr als 100 Grad Celsius im Erdinneren.
Während die Tiefengeothermie in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, wird in anderen Ländern bereits viel Wärme mit diesem Verfahren erzeugt. Als Vorreiter gilt neben den USA auch Island, wo die geologischen Strukturen als besonders vorteilhaft gelten.
ih (CF)
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