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Sturmschäden vorbeugen: So wird das Haus wind- und wetterfest

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Das Haus vor Wasser- und Sturmschäden schützen

Für viele Sturmschäden haften die Hausbesitzer selbst. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Für viele Sturmschäden haften die Hausbesitzer selbst. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Extreme Wetterlagen kommen auch in Deutschland immer öfter vor. Stürme und Starkregen stellen auch das Haus vor Herausforderungen. Um Schäden am Gebäude oder gar Personenschäden zu vermeiden, müssen Häuser wind- und wetterfest sein. Sonst haften die Besitzer. So ist Ihr Haus gut für Wind und Wetter gerüstet.

Wer ein Haus besitzt, kann für so ziemlich alles Sorge tragen, den Launen des Wetters bleibt er trotzdem ausgesetzt. Vor allem im Herbst und im Frühling ziehen regelmäßig starke Stürme über die Dächer. Außerdem setzen immer öfter starke Niederschläge den Gebäuden zu.

Klimawandel begünstigt extreme Wetterlagen

Sogar der Gesetzgeber hat den veränderten Wetterlagen bereits Rechnung getragen. Daher wurden in Deutschland 2007 die Berechnungsgrundlagen für die Windlasten bei Häusern geändert, an die sich Architekten, Ingenieure und Konstrukteure halten müssen. Das berichtet Eva Reinhold-Postina, Sprecherin des Verbandes Privater Bauherren (VPB) in Berlin. "Das Mehr an Wind ist ganz klar eine Folge des Klimawandels", so die Expertin

Alte Dächer und Fassaden kontrollieren

Generell müssen Häuser regelmäßig vom Dach bis zum Keller auf potenzielle Schwachstellen bei Stürmen und Unwettern kontrolliert werden. Die Ziegel, die Dachdecker heute auf neuen Häusern befestigen, seien in der Regel sicher, solange nicht gerade ein Tornado unmittelbar darüber hinweg zöge, sagt Reinhold-Postina. Bei älteren Häusern aber sehe das mitunter anders aus. Und das kann gefährlich werden. Sind hier Dachziegel lose, können sie herunterfallen.

Seit dem 1. März 2011 gelten für Dächer, die mit Dachziegeln oder Dachsteinen gedeckt sind, strengere Vorschriften zur Windsogsicherung. "In der Praxis bedeutet dies, dass Windlasten neu berechnet werden müssen, Dachbereiche bezüglich ihrer Windbelastung neu aufgeteilt und eine größere Anzahl von Dachziegeln als bisher künftig durch Verklammerungen mechanisch gesichert werden müssen", erklärt Ulrike Heuberger, Pressesprecherin des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH).

Hausbesitzer haben auf ihrem Grundstück Verkehrssicherungspflicht

Wenn durch herabfallende Ziegel parkende Autos oder gar Passanten zu Schaden kommen, können Hausbesitzer dafür haftbar gemacht werden. "Dach- und auch Fassadenteile sollten deshalb regelmäßig auf ihren festen Halt hin überprüft werden", empfiehlt Frank Ebisch, Sprecher des Zentralverbandes Sanitär-Heizung-Klima (SHK). Doch die Kontrolle hört nicht beim Dach und der Fassade auf. In aller Regel gilt auf dem gesamten Grundstück die sogenannte Verkehrssicherungspflicht.

"Alles, was ich am Haus oder auf dem Grundstück habe, muss Stürmen standhalten können", erklärt Alexander Wiech vom Eigentümerverband Haus & Grund in Berlin. "Was lose hängt oder liegt, muss ich abnehmen und für die Dauer der Stürme sicher lagern."

Hängen am Balkongeländer Blumenkästen, müssen diese ebenso sturmsicher angebracht sein wie beispielsweise leichte Metallflachdächer von Carports oder Garten- und Gewächshäuschen. "Man denkt nicht daran, aber plötzlich erfasst sie der Windsog", berichtet Wiech aus seinem Erfahrungsschatz. Ein vom Wind erfasstes Dach kann erhebliche Sach - und Personenschäden anrichten. "Auch Sichtschutzzäune, die oft Schäden verursachen, müssen besonders fest im Boden verankert werden", gibt Wiech einen weiteren Hinweis, worauf Hausbesitzer achten sollten.

Bäume müssen Sturm standhalten können

Auch Bäume auf dem Grundstück müssen sturm- und wetterfest sein. "Als vorbeugende Maßnahme sollte man morsche Äste abnehmen, damit sie nicht auf Straßen oder Stromleitungen gewirbelt werden", sagt Rüdiger Mattis, Ingenieur und Leiter des VPB-Regionalbüros in Leipzig. "Sind die Bäume im Ganzen morsch oder innen hohl, sollten sie gefällt werden." Dies müsse allerdings immer in Absprache mit den zuständigen Behörden geschehen.

Sturmschäden schnell der Versicherung melden

Treten trotz aller Vorsicht Sturmschäden ein, sollten Hausbesitzer dies schnellstmöglich ihrer Versicherung melden. Beschädigte Gegenstände bewahrt man am besten als Nachweis auf oder dokumentiert den Schaden zumindest mit Fotos. Damit die Versicherer Schäden zügig begleichen, sollten Sie die Kaufbelege der beschädigten Gegenstände gleich mit einreichen. Welche Versicherung bei einem Sturmschaden zuständig ist und worauf Sie beim Einreichen eines Schadens achten müssen, erfahren Sie hier.

Haus vor starken Niederschlägen schützen

Um sich vor Wassereindrang infolge starker Niederschläge zu schützen, ist vor allem ein gutes Dach wichtig. Eine gründliche Sichtkontrolle des Daches gehört daher zum alljährlichen Herbst-Check, mit dem Eigentümer ihr Haus winterfest machen sollten. Die Regenrinne und ihre Fallrohre müssen während der Herbstwochen regelmäßig von Laub befreit werden werden, damit Niederschläge ungehindert abfließen. Staut sich das Wasser bis über den Rand der Regenrinne, dringt es leicht ins Gebäudeinnere ein und hinterlässt dort Schäden.

"Unerlässlich sind auch makellos abgedichtete Kellerfenster und Lichtschächte", erinnert Wiech an eine eigentlich offensichtliche Schwachstelle, durch die leicht Wasser ins Haus gelangt. Wie Sie Fenster selbst abdichten können, lesen Sie hier.

Hochwasserschutz ist schwierig

Gerade in den letzten Jahren kam es in Deutschland auch immer wieder zu massiven gebietsweisen Überschwemmungen. Im akuten Notfall helfen dagegen nur noch Sandsäcke und andere künstliche Barrieren. Ein vorbeugender Schutz kann nur beim Neu- oder Umbau eines Hauses mit eingeplant werden und erfordert dann meist kostenintensive bauliche Maßnahemen. In Gebieten mit regelmäßigem Hochwasser können solche Vorbeugungsmaßnahmen durchaus sinnvoll sein. Im individuellen Fall beraten unabhängige Bausachverständige ohne finanzielle Eigeninteressen. Solche Fachleute vermittelt unter anderem der VPB auf Anfrage.

Rückstauventil hält Wasserschaden klein

Um das Gröbste zu verhindern, dürfen zudem die Abflüsse an Kellereingängen nicht verstopft sein. Doch sie schlucken das Wasser auch nur so lange, bis der Pegel über die Rückstauebene steigt. Diese bemisst sich am höchsten Punkt der anliegenden Straße und zeigt an, ab wann das Abwasser aus der Kanalisation zurückdrängt. Dann schießt dieses vor allem aus Abflüssen im Keller, aus Toiletten oder Waschmaschinen. "Hier hilft ein Rückstauventil oder eine Rückstauhebeanlage", rät SHK-Sprecher Ebisch.

Besondere Gefahr bei Ölheizungen

Sind die Wassermassen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ins Haus gelangt, müsse man sich vor allem um die Ölheizung sorgen und diese absichern, erklärt Ebisch. "Der Auftrieb des Tanks muss verhindert werden und damit das Austreten des Öls in die Umwelt." Wenn der Tank nicht stabil gegen die Kellerdecke verkeilt ist, sollte er zumindest voll befüllt sein. "Wer in gefährdeten Gebieten wohnt, sollte sich im Keller grundsätzlich gegen Öl- und für eine Holzpellet-Heizung entscheiden oder aber für eine Gasheizung im Erdgeschoss beziehungsweise unterm Dach", rät dagegen VPB-Ingenieur Mattis komplett von Ölheizungen in Hochwassergebieten ab.

Hochwassergefahr schon beim Hausbau mit einplanen

Viele spätere Probleme ließen sich laut Expertenmeinung schon durch eine bessere Bauvorbereitung von vorne herein vermeiden. "Bevor ich neu baue oder teuer umbaue, sollte ich in der Nachbarschaft fragen: Ist mit Hochwasser zu rechnen? Was habt ihr dagegen gemacht?", schlägt Wiech vor. Im Zweifel sollte hier beim Neubau auf einen Keller verzichtet werden. Dazu rät auch Eva Reinhold-Postina: "Wenn Sie einen Keller ausheben auf einem Grundstück, dessen Adresse 'Am Torfgrund' lautet, dann können Sie davon ausgehen, dass Sie da irgendwann Probleme kriegen."

Quelle: dpa-tmn, zuhause.de

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