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Sichtschutz aus Pflanzen für Garten und Terrasse

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Lebender Sichtschutz für Garten und Terrasse

Autor: rw

Diese Hecke als Sichtschutz für die Terrasse steht in nur einem Tag. (Quelle: Helix)

Diese Hecke als Sichtschutz für die Terrasse steht in nur einem Tag. (Quelle: Helix)

Um sich im eigenen Garten oder auf seiner Terrasse richtig wohl- und frei fühlen zu können, muss die Privatsphäre gewährleistet sein. Wer will sich schon vom neugierigen Nachbarn beim Sonnenbaden beobachten lassen – oder im Vorgarten von vorbei laufenden Passanten? Zäune und Sichtbarrieren aus unterschiedlichen Hölzern oder auch Polyrattangeflechten können Abhilfe schaffen. Schöner ist allerdings oft ein lebendiger Sichtschutz aus Pflanzen – und neuerdings muss man nicht einmal mehr darauf warten, bis diese gewachsen sind. Tolle Sichtschutz-Lösungen mit und ohne Pflanzen präsentieren wir in unserer Foto-Show.

Wer sich unbeobachtet im Garten und auf der Terrasse bewegen möchte, kommt um einen Sichtschutz kaum herum. Das muss kein Lamellenzaun sein – auch blühende Sträucher und dichte Gehölze schotten ab. Ein solcher natürlicher Sichtschutz sollte an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden und dient zugleich als Wind- und Lärmschutz.

Attraktiver Sichtschutz nicht nur mit Pflanzen
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Hecken und Sträucher können als Sichtschutz dienen

Natürlicher Sichtschutz kann in Form einer geschnittenen oder unregelmäßigen Hecke oder durch die Pflanzung einzelner Sträucher und Bäume entstehen. Der Anspruch und das persönliche Empfinden sind dabei allerdings sehr unterschiedlich. "Einige wollen sich sowohl im Winter als auch im Sommer völlig abgeschottet bewegen, andere fühlen sich schon mit einer lockeren Bepflanzung sehr wohl, weil sie einen netten Nachbarn haben", sagt Rainer Lutter, Fachbuchautor und Gartenplaner aus Hardegsen bei Göttingen.

Fertige "Hecke am laufenden Meter" kaufen

Wer eine Hecke als Sichtschutz für den Garten haben möchte, aber nicht abwarten will, dass diese endlich hoch und dicht gewachsen ist, für den gibt es die "Hecke am laufenden Meter", wie der Anbieter Helix Pflanzensysteme seine bereits auf Höhen von 1,20 bis 1,80 Meter vorgezogenen Efeuhecken bezeichnet. Sie werden als Meterware geliefert und erfüllen unverzüglich ihren Zweck, neugierige Blicke fernzuhalten.

Allerdings ist die Montage für unbedarfte Heimwerker und Hobbygärtner nicht ganz einfach. "Wir empfehlen ausdrücklich den Einbau durch Fachkräfte des Garten- und Landschaftsbaus", heißt es bei Helix. Wer sich aber doch selbst ans Werk machen will, für den liefert der Hersteller eine ausführliche Montageanleitung mit.

Der Sichtschutz muss zum Garten passen

Grundsätzlich müssen bei der Planung und der Gestaltung des Sichtschutzes die Maße des Gartens berücksichtigt werden. Gerade bei Neubauten wollen viele Gartenbesitzer zu schnell zu viel erreichen. Statt langfristig zu planen, werden schnellwachsende Pflanzen zu dicht gepflanzt. "Das führt jedoch leider dazu, dass die Dimensionen des Gartens bereits nach kurzer Zeit gesprengt werden und man die Pflanzung erneuern muss", warnt Jürgen Oppers, selbstständiger Landschaftsarchitekt aus Ratingen und Mitglied des Bundes deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA).

Kirschlorbeer als Sichtschutz in kleinen Gärten problematisch

Oppers rät zu etwas mehr Geduld, um am Ende ein Ergebnis zu erzielen, das lange seinen Sinn erfüllt. "Der beliebte Kirschlorbeer ist zwar schnell hochgewachsen, entwickelt jedoch schon nach wenigen Jahren so dicke Äste, dass er kaum noch als Hecke zu schneiden ist und schließlich entfernt werden muss", nennt Oppers ein Negativbeispiel. Kirschlorbeer braucht viel Wasser, sonst werden die Blätter braun. An sonnigen, kalten Wintertagen wird Feuchtigkeitsmangel zum Problem, wenn die Pflanze aus dem gefrorenen Boden nicht genügend Wassernachschub bekommt

"Außerdem ist der ökologische Nutzen des Kirschlorbeers eher begrenzt", mäkelt Lutter. Im Idealfall kommen heimische Gehölze zum Einsatz, die auch Vögeln, Insekten und Schmetterlingen Nahrung und Schutz bieten. In Haushalten mit Kindern wird aber auf Pflanzen mit giftigen Beeren wie Pfaffenhütchen oder Liguster lieber verzichtet.

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Sichtschutz im Garten kann einengend wirken

Auch die persönlichen Bedürfnisse der Gartennutzer sollten bei der Planung eine entscheidende Rolle spielen. Eine zwei Meter hohe Hecke, die das gesamte Grundstück umgibt, schirmt zwar viele Blicke ab, wirkt aber auch schnell einengend. "Sie schränkt die eigene Sicht stark ein, was besonders auf kleinen Grundstücken unangenehm ist", findet Lutter. Hier sei eine aufgelockerte Bepflanzung aus kleinen Bäumen und Ziersträuchern wie Haselnuss, Kornelkirsche oder Sommerflieder besser, so der Experte.

Sichtschutz auch nach oben

"Wichtig ist in jedem Fall, bei allen gewählten Pflanzen die Standortansprüche und gewünschten Größen zu berücksichtigen", sagt Lutter. Bei blühenden Sträuchern ist außerdem der Blühkalender zu bedenken. Gegen neugierige Blicke von höher gelegenen Fenstern empfiehlt Lutter kleinkronige Bäume wie den Kugelahorn. Sie geben im eigenen Garten den Blick frei, spenden aber gleichzeitig Schatten und Sichtschutz.

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Kübelpflanzen als Sichtschutz für die Terrasse

Für die Terrasse eignen sich auch Kübelpflanzen als Schutz vor neugierigen Blicken. Diese können bei Bedarf in ihrer Anordnung verändert werden. Lutter empfiehlt dafür Oleander, Hibiskus, Zitronenverbene, Lorbeer oder Olivenbäume. Es müsse jedoch bedacht werden, dass die typischen Kübelpflanzen einen frostfreien Platz zum Überwintern benötigen.

"Eine höhengestaffelte Bepflanzung rund um die Terrasse ist attraktiver als ein senkrechter, zwei Meter hoher Zaun", empfiehlt Oppers. Die Bepflanzung sollte am Sitzplatz mit Stauden und Sommerblumen niedrig beginnen und dann mit halbhohen Sträuchern langsam nach hinten ansteigen. Höhere Sträucher und Bäume bilden den Abschluss. "Aber Vorsicht: Das benötigt sehr viel Platz und ist deshalb nur für größere Grundstücke geeignet."

Diese Fertig-Hecke steht in nur einem Tag
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Gute Heckenpflanzen für den Sichtschutz

Soll das gesamte Grundstück mit einer dichten Hecke eingefriedet werden, empfiehlt Fachbuchautor Lutter eine Mischhecke aus Hain- und Rotbuchenpflanzen. Die Hainbuche hält im Winter die vertrockneten Blätter und schottet auch dann noch neugierige Blicke ab.

Wichtig ist, dass die Heckenpflanzen einen Form- und Rückschnitt gut vertragen. Infrage kommen etwa Haselnuss oder Holunder. "Und auch Flieder kann als Hecke geschnitten werden", berichtet Lutter.

Aus Weidensteckholz lässt sich eine besonders schmale Hecke ziehen. Dazu wird frisch geschnittenes Steckholz in den Boden gepflanzt, das dann wurzelt und neue Blätter und Zweige bildet. Oppers schwärmt: "So ergibt sich eine lebendige und formbare Hecke."

Sichtschutz muss Abstand zur Grundstücksgrenze einhalten

Viele unterschätzen das Ausmaß, das eine Hecke nach einigen Jahren annehmen kann. Damit es keinen Ärger mit dem Nachbarn gibt, rät Landschaftsarchitekt Oppers, Hecken je nach Pflanzenart und Wuchsform rund einen Meter von der Grundstücksgrenze entfernt zu pflanzen. "Dann bleibt der nötige Abstand erhalten, um die Hecke auch auf Nachbarsseite zu schneiden."

Quelle: zuhause.de, dpa-tmn

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