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Schornsteinfeger: Diese Pflichten haben Hausbesitzer ab 2013

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Schornsteinfeger: neue Pflichten für Hausbesitzer

Schornsteigfeger bei der Arbeit. (Quelle: dpa)

Ab 2013 fällt das Monopol für Schornsteigfeger. (Quelle: dpa)

Hausbesitzer dürfen ihren Schornsteinfeger nun selbst wählen. Denn mit dem Jahresbeginn ist auf Druck der Europäischen Kommission das Kehrmonopol des Bezirksschornsteinfegers gefallen. Viele Arbeiten können nun auch zugelassene freie Schornsteinfeger und Handwerksbetriebe übernehmen. Der dadurch entstehende Wettbewerb soll langfristig die Gebühren senken. Doch Vorsicht: Auf Hauseigner kommen jetzt Pflichten zu, deren Nichtachtung relativ teuer werden kann. Die Verbraucherzentrale Nordrheinwestphalnen und ein Experte des Eigentümerverbands Haus & Grund geben Tipps, worauf Hausbesitzer nach dem Wegfall des Schornsteinfeger-Monopols achten müssen.

Bislang dachte der Kaminkehrer praktischerweise immer mit. Jedes Jahr lag unaufgefordert ein kleiner Zettel im Briefkasten. Damit kündigte der Schornsteinfeger seinen Besuch an. Zuverlässig hat der für den Bezirk zuständige Handwerker die Schächte überprüft, den Ruß aus dem Kamin gekehrt und die Emissionswerte der Heizung gemessen. Ab sofort können sich Hausbesitzer selbst den Fachmann bestellen.

Hausbesitzer müssen Fristen für Wartung selbst beachten

"Die neue Wahlfreiheit bringt auch neue Pflichten", warnt Alexander Wiech von Haus & Grund in Berlin. Denn Hausbesitzer müssen nun selbst die vorgeschriebenen Fristen für die Besuche einhalten. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Anlage regelmäßig gewartet und auf ihre Sicherheit überprüft wird. Sonst kostet das Strafe. Die Bezirksschornsteinfeger weisen daher gerne darauf hin, dass die einfachste und bequemste Lösung darin besteht, beim altgewohnten Kaminkehrer zu bleiben. Verbraucherverbände begrüßen jedoch die Kostenvorteile eines freien Wettbewerbs.

Jeder Hausbesitzer erhält Bescheid über notwendige Arbeiten

Festgelegt sind die Fristen im Feuerstättenbescheid. Jeder Hauseigentümer sollte ihn bis Ende 2012 vom Bezirksschornsteinfeger erhalten haben. Der Bescheid listet die Feuerstätten im Haus auf und protokolliert, welche Arbeiten in welchem Zeitraum an der Anlage gemacht werden müssen. Das Papier koste für ein Haus mit bis zu drei Feuerstätten 12,10 Euro. Feuerstätten sind unter anderem Heizkessel, Kamine und Öfen.

Bezirksschonsteinfeger bleibt auch nach dem Monopol wichtig

Der Bezirkschornsteinfeger führt außerdem das Kehrbuch. Darin hält er fest, wie viele Feuerstätten es im Haus gibt. Und der Fachmann wird auch weiterhin klingeln: Zweimal in sieben Jahren muss er überprüfen, ob weitere unangemeldete Feuerstätten im Haus eingebaut wurden. Das kostet 40 Euro Grundgebühr plus seine Arbeitszeit. "Auch künftig nimmt er neu installierte Heizungsanlagen, Feuerstellen und Schornsteine ab", ergänzt Langer.

Für viele Arbeiten muss es nicht mehr der Schornsteinfeger sein

Alle anderen klassischen Aufgaben können frei vergeben werden. Dazu gehören die Emissionsmessung der Heizung, die Prüfung der Abgaswege oder das Kehren des Kamins. Den Auftrag darf aber nur ein Fachmann bekommen, der beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und bei der Handwerkskammer registriert ist. Ein Schornsteinfegerregister findet sich online unter bafa.de.

Auch Heizungsbaumeister mit Zusatzqualifikation können die Arbeiten des Schornsteinfegers übernehmen. Das oft von Verbrauchern kritisierte Doppelmessen der Emissionen kann dadurch vermieden werden, wie Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima erläutert. Denn bislang führt sowohl der Heizungsfachmann bei der Wartung eine solche Messung durch sowie zusätzlich der Schornsteinfeger.

Allerdings gibt es nun auch eine Einschränkung: "Gemessen werden darf nicht durch den Kundendiensttechniker vor Ort." Stattdessen muss der Betriebsleiter mit entsprechender Qualifikation oder ein von einem Heizungsbauer angestellter Schornsteinfegergeselle vorbeikommen.

Nebenwerb für Schornsteinfeger möglich

Gleichzeit öffnen sich übrigens neue Tätigkeitsfelder für Schornsteinfeger. Dann mit der neuen Regelung wird das für sie geltende Nebenerwerbs-Verbot aufgehoben. So können Kaminkehrer künftig beispielsweise auch eine Energieberatung anbieten.

Wer Fristen verpasst, muss Strafe zahlen

Hauseigentümer, die einen neuen Schornsteinfeger verpflichten, müssen ihrem Bezirksbeauftragten melden, dass die Aufgaben erledigt wurden. Dieser hält das in dem Kehrbuch fest. Gehen die Formulare nicht rechtzeitig bis zu 14 Tage nach dem Ende der Frist ein, meldet der Bezirksschornsteinfeger das der zuständigen Verwaltungsbehörde – etwa dem Landratsamt. Das Amt setzt dann eine zweite Frist fest. Je nach Bundesland koste dieses Versäumnis 40 bis 100 Euro Strafe.

Zur Not greift Verwaltungsbehörde ein

Lässt der Hausbesitzer auch die zweite Frist verstreichen, wird die Behörde selbst tätig: Sie beauftragt den Bezirksschornsteinfeger mit den Arbeiten. "An dieser Aktion sind Schornsteinfeger, ein Behördenvertreter und gegebenenfalls die Polizei beteiligt" erklärt Langer. Wenn notwendig, öffne ein Schreiner oder Schlüsseldienst die Tür und verschaffe den Verantwortlichen so Zutritt. Die Behördenmacht hat einen Grund: Aus Sicherheitsgründen brauchen Feuerstätten regelmäßig eine Wartung.

Dieser Einsatz kann mehrere hundert Euro kosten – und zwar ebenfalls den Hausbesitzer. Langer betont daher: "Angesichts der 25 Euro, die der Schornsteinfeger normalerweise fürs Kehren des Schornsteins nimmt, ist das Verbummeln der Termine ein teurer Spaß."

Quelle: dpa-tmn, zuhause.de

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