Sie sind hier: zuhause.de > Bauen > Umbau & Renovierung >

Schimmel im Haus entfernen: Das ist zu tun

...

Schriftgröße ändernSchriftgröße ändern Schrift
Drucken Drucken

Was tun gegen Schimmelflecken im Haus?

Schimmel im Haus richtig entfernen. (Quelle: dpa)

Schimmel im Haus richtig entfernen. (Quelle: dpa)

Im Winter gedeiht Schimmel besonders gut im Haus. Dass man Schimmelflecken möglichst schnell entfernen sollte, versteht sich von selbst. Manchmal genügt dafür schon ein Schwamm und etwas Alkohol, in anderen Fällen muss der gesamte Putz runter. Wie man am besten vorgeht und wann welche Maßnahme sinnvoll ist: So entfernt man Schimmel richtig.

Besonders an Außenecken oder an Fenstern, wo Kondenswasser die nötige Feuchtigkeit hinlassen hat, siedeln sich die Pilze gern an. Aber auch kühle Außenwände sind gefährdet – vor allem Stellen, an denen wenig Luft zirkuliert, etwa hinter Schränken und Regalen.

Schimmel im Badezimmer dauerhaft entfernen

Wir zeigen Schritt für Schritt, wie Sie ungesunden Schimmelpilz so entfernen, dass Sie dauerhaft Ruhe haben. Video

Nur kleine Schimmelflecken selbst entfernen

Sind die Schimmelflecken klein, kann man sie selbst von den Wänden entfernen. Aber sobald mehr als ein halber Quadratmeter schwarz ist, sollte sich ein Fachmann den Schaden anschauen. Wenn die Ursache nicht beseitigt wird, kommen die Pilze immer wieder. Kleinere oberflächliche Schäden können noch mit Schimmelmittel bekämpft werden. Aber meist reicht das nicht aus. Denn: "Ist der Schimmel erst einmal im Haus, lässt er sich mit einfachen Mitteln kaum beseitigen", erklärt Alexander Lyssoudis, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Denn die Pilze setzen sich in die Oberschicht des porösen mineralischen Wandputzes – zu tief für Hausmittel oder chemische Stoffe.

Wichtigste Maßnahme: Ursache beseitigen

Oft muss daher sogar der Putz an den betroffenen Stellen entfernt werden. "Es reicht nicht, die Symptome zu behandeln, man muss an die Ursache des Schimmels heran", weiß Lyssoudis. "Wenn diese beseitigt ist und keine Nässe mehr an den befallenen Stellen auftritt, können auch handelsübliche Schimmelbeseitigungsmittel eingesetzt werden." Wird die Ursache des Schimmelbefalls nicht beseitigt, müssen notgedrungen schwere Geschütze aufgefahren werden.

"Soll zum Beispiel eine befallene Tapete entfernt werden, müssen zuerst die Pilze mit den Anti-Schimmelmitteln abgetötet werden", erklärt Michael Koswig, Energieexperte bei der Stiftung Warentest in Berlin. Ausdrücklich warnt er vor hypochlorithaltigen Mitteln. Sie entfernen nicht nur den Schimmel, sondern belasten auch die Atemwege der Anwender.

Wo neuer Befall droht, zum Beispiel wegen Baumängeln wie Wärmebrücken, können Anti-Schimmel-Farben oder -Farbzusätze helfen. "Die wirksamsten Mittel arbeiten mit der Substanz Octylisothiazolinon, zum Teil kombiniert mit anderen Bioziden", erläutert Koswis. Allerdings sei mit diesen Chemikalien nicht zu spaßen. Bei der Arbeit muss der Raum gut belüftet werden. Gummihandschuhe und Atemschutzmaske sind Pflicht.

Hausmittel oft besser als Fugizide

Für das Magazin "test" (Januar 2014) hat die Stiftung Warentest 20 Mittel gegen Schimmel untersucht. Demnach können Verbraucher sogar auf die chemische Keule verzichten, sobald die Ursache gründlich entfernt wurde: "Wenn die Ursachen bekannt und beseitigt sind, lässt sich der Schimmel gut mit Hausmitteln entfernen", sagt Schimmelexperte Koswig.

Anders als Fungizide, die nach der Behandlung der Flecken längere Zeit in den Räumen verbleiben und die Gesundheit der Bewohner gefährden können, verflüchtigt sich Alkohol nach dem Lüften schnell. Kleine Flecken lassen sich gut mit 70- bis 80-prozentigem Ethylalkohol entfernen.

Essig zur Schimmelbekämpfung ungeeignet

Das vielerorts angepriesene Hausmittel Essig ist ungeeignet zur Bekämpfung von Schimmel. Viele Baustoffe und insbesondere Kalk neutralisieren den Essig. Hinzu kommt, dass mit dem Essig organische Nährstoffe auf das Material gelangen. Dieses kann das Pilzwachstum sogar fördern.

Von Schimmelpilzen befallene Materialien müssen gründlich gereinigt werden. Ist das nicht möglich, zum Beispiel wenn die Sporen in Polstermöbel eingedrungen sind, sollten die Möbel sicherheitshalber entsorgt werden.

Raumfeuchte messen

Kommt der Schimmel immer wieder, sollte unbedingt ein Fachmann eingeschaltet werden. Der misst die Feuchtigkeit im Raum und ermittelt mit einem Infrarotscanner kalte, gefährdete Flächen. "Es gibt immer mehrere Wege, um Schimmel zu vermeiden", erläutert Alexander Lyssoudis. Manchmal helfe es schon, anders zu lüften oder eine Lüftungsanlage zu installieren. In anderen Fällen kann aber auch eine unzureichende Wärmedämmung die Ursache für hartnäckigen Schimmelbefall sein.

80 Prozent des Schimmels versteckt

Wer schwarze Flecken entdeckt, sollte gewarnt sein. Aber oft ist der Schimmel in der Wohnung gar nicht zu sehen. Er kann sich hinter Wandverkleidungen und Tapeten, unter dem Laminat oder in Dämmstoffen verbergen. Ein modriger Geruch, klamme Wäsche in den Schränken oder auch gesundheitliche Probleme der Bewohner sind Indizien, dass sich irgendwo Pilze und Bakterien verstecken. Ein Alarmsignal, dass sich Schimmel im Haus bilden könnte, ist auch Kondenswasser an den Fensterrahmen. Die Wassertröpfchen zeigen an, dass zu viel Feuchtigkeit im Raum ist.

"80 Prozent der Schimmelschäden sind versteckt", schätzt Christian Tegeder, Sachverständiger für Schimmelschäden aus Horhausen im Westerwald. Ursachen können alte Wasserschäden sein oder die sogenannte anhaltende Neubaufeuchte, die grundsätzlich in neuen Häusern erst einmal ein Problem ist. Denn beim Bau wird zum Beispiel für Beton Wasser verwendet, und die Feuchtigkeit muss sich über Monate aus dem Gemäuer verflüchtigen. Geht diese nicht weg, kann sich Schimmel bilden.

Schimmelhund geht den Sporen nach

Sachverständige wie Tegeder werden häufig zu Hilfe gerufen, wenn Ärzte und Patienten den Ursachen der oft langwierigen Beschwerden der Bewohner nicht auf die Spur kommen. Denn Schimmel kann die Atemwege reizen sowie chronische Müdigkeit oder Rheuma auslösen. "Nach der Analyse der Raumluft wird schnell klar, dass irgendwo Schimmel versteckt sein muss", sagt Tegeder.

Mit Alkohol und Desinfektionsmitteln ist solchen verdeckten Schäden nicht beizukommen. Sie bleichen die Flecken nur oberflächlich, erreichen aber nicht die tiefen Schichten. Das muss der Fachmann erledigen.

Quelle: zuhause.de, dpa-tmn

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Drucken Drucken

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an

Artikel versenden

Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
 

"Schimmel im Haus entfernen: Das ist zu tun" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Schimmel im Haus entfernen: Das ist zu tun" gefallen hat.

 
Anzeige
VIDEO-TIPPS
diybook
Schimmel entfernen

Wie Sie ungesunden Schimmelpilz so entfernen, dass Sie dauerhaft Ruhe haben. Video

diybook
Richtig durch Fliesen bohren

Wie Sie ein Abrutschen des Bohrers vermeiden und und verhindern, dass die Fliese springt. Video

Lifehack
Simpler Trick holt Schrauben heraus

So greift das Werkzeug auch in ausgefransten Schraubenköpfen. Die Lösung ist so einfach wie genial. Video

SERVICE

© Ströer Digital Publishing GmbH 2017

Anzeige