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Sanierung von Haus und Heizung: vier Tipps zum wirksamen Sanieren

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Haus und Heizung wirksam sanieren

Autor: rw

Die Sanierung von Haus und Heizung ist teuer. Nicht immer sind die Maßnahmen auch wirksam. (Quelle: imago/Margit Wild)

Die Sanierung von Haus und Heizung ist teuer. Nicht immer sind die Maßnahmen auch wirksam. (Quelle: Margit Wild/imago)

Die energetische Sanierung des Hauses ist teuer. Umso ärgerlicher ist es, wenn die erhofften Energieeinsparungen ausbleiben. Immer wieder hört man Hausbesitzer klagen, die erheblichen Investitionen in eine neue Heizung, neue Fenster oder neue Wärmedämmung hätten kaum etwas gebracht. Ein wissenschaftlicher Feldtest bestätigt: Nicht jede Sanierung von Haus und Heizung ist gleich wirksam. Die Experten raten zu diesen vier Tipps für eine gelungene Sanierung.

Den bundesweiten Feldtest im Auftrag der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft "co2online" führten Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) und der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften durch. Sie untersuchten dafür 180 sanierte Wohngebäude auf die Wirksamkeit von Maßnahmen wie Heizkesseltausch und Fassadendämmung.

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Teure Sanierung bringt manchmal kaum Einsparungen

"Unser Sanierungstest zeigt, dass mit ein und derselben Maßnahme in der Praxis oft völlig unterschiedliche Energieeinsparungen erzielt werden", sagt Tanja Loitz. Die Geschäftsführerin von "co2online" nennt ein Beispiel: "Wird die Heizung erneuert, schwanken die Ersparnisse bei den Testern von 8 bis 50 Prozent." Bei der Heizungsmodernisierung im Zusammenhang mit gleichzeitiger Installation einer Solarthermie-Anlage lagen die realisierten Einsparungen zwischen 16 und 65 Prozent.

Durch die Kombination aus Dach- und Fassadendämmung und dem Einbau neuer Fenster wurden zwischen 21 und 48 Prozent Energie eingespart. Die Kombination aus Heizungsmodernisierung mit unterschiedlichen Dämmmaßnahmen brachten zwischen 8 und 58 Prozent Einsparungen.

Häufige Versäumnisse bei der energetischen Sanierung

In der Öffentlichkeit werde der Fokus zu stark auf die Sanierungsquote und die Sanierungstiefe des Gebäudebestands gelegt, sagt Loitz. Die Frage nach der tatsächlichen Wirkung von Sanierungen gehe hingegen oft unter. "Wichtige Hebel für den maximalen Erfolg von Sanierungen werden immer noch zu wenig vom Verbraucher nachgefragt."

Nur 35 Prozent nutzten beispielsweise eine Energieberatung beziehungsweise eine professionelle Baubegleitung durch einen Sachverständigen bei der Durchführung der Sanierungsmaßnahmen. Weniger als die Hälfte der Testteilnehmer (40 Prozent) nahm eine Förderung inklusive der damit verbundenen Qualitätsnachweise in Anspruch.

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In lediglich 31 Prozent der untersuchten Häuser wurde die Heizanlage nach der Sanierung durch einen hydraulischen Abgleich optimiert. Kaum einer der Haushalte nutzte Wärmemengenzähler für ein regelmäßiges Monitoring. Bei fast einem Drittel der Häuser (30 Prozent) sind die Leitungen und Armaturen unzureichend gedämmt. In fast allen untersuchten Gebäuden war die Leistung des neuen Heizkessels überdimensioniert.

Erhebliche Einsparpotenziale werden nicht ausgeschöpft

Laut Sanierungstest ließe sich die Energieeinsparung bei optimaler Umsetzung der Modernisierungsmaßnahmen um 25 bis 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr erhöhen. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 110 Quadratmetern Wohnfläche und einer Gas-Heizung kämen so in zehn Jahren rund 3150 Euro zusammen.

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Deutschlandweit könnten durch nachträgliche Optimierung jährlich 4,7 bis 6,2 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Weiteres Potenzial bestünde, wenn bei anstehenden Maßnahmen von Beginn an auf eine begleitende Energieberatung, eine Heizungsoptimierung und ein qualitätssicherndes Monitoring gesetzt würde – und wenn geltende Qualitätsstandards in der Energieeinsparverordnung (EnEV) verankert und in der Praxis angewendet würden.

Vier Tipps zur wirksamen Sanierung von Haus und Heizung

Auf Grundlage der Ergebnisse ihres Feldtests haben die Forscher vier grundlegende Tipps erarbeitet, die man bei der Sanierung beachten sollte:

1. Energieberatung in Anspruch nehmen: Vor, während und nach der Sanierung sollte ein unabhängiger Energieberater beteiligt werden. Er analysiert zunächst den Ist-Stand des Gebäudes. Dann erarbeitet er einen Fahrplan für die energetische Sanierung und prüft während sowie nach der Durchführung einzelner Maßnahmen, ob sie korrekt ausgeführt wurden und die erhofften Einsparungen bringen.

2. Fördermittel nutzen und ausschöpfen: Die staatliche Förderung für die energetische Sanierung ist in vielen Fällen attraktiv. Gefördert werden aber nicht nur Maßnahmen, sondern auch deren qualifizierte Vorbereitung durch eine Energieberatung. Für Fördermittel ist zudem meist die Qualität der handwerklichen Leistung zu sichern und nachzuweisen. Das schafft zusätzliche Sicherheit, dass die Arbeiten fachgerecht ausgeführt wurden.

3. Heizung nicht nur modernisieren, sondern auch optimieren: Nach jeder Heizungsmodernisierung sollte auch ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden. So wird sichergestellt, dass die Heizung korrekt eingestellt und die Wärme effizient verteilt wird. Ein hydraulischer Abgleich ist zudem Voraussetzung für viele Förderprogramme. Auch nach Dämmmaßnahmen sollte er durchgeführt werden, weil sich durch die verbesserte Isolierung der Wärmebedarf des Hauses verringert und die Heizungsanlage entsprechend nachjustiert werden sollte.

4. Monitoring und Feedback zum Energieverbrauch: Wer schon vor der Sanierung Daten zum Heizenergieverbrauch sammelt, kann das Sparpotenzial besser abschätzen und passende Maßnahmen bestimmen lassen. Nachher zeigt die Auswertung der Daten, was die Maßnahme gebracht hat und ob gegebenenfalls nachgearbeitet werden muss. Eine einfache Möglichkeit, seinen Verbrauch zu dokumentieren, bietet zum Beispiel das kostenlose Energiesparkonto von "co2online".

Quelle: zuhause.de

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