Autor: rw
Der Rhododendron zählt zu den beliebtesten Sträuchern in Deutschlands Gärten. Kein Wunder, denn schon im Frühling begeistert er das Gärtner-Herz mit seiner atemberaubenden Blütenfülle. So sorgen die farbenfrohen Rhododendren schon für Farbtupfer im Garten, wenn sonst noch wenig blüht. Doch auch wenn sie insgesamt recht unkompliziert sind, kann bei ihrer Pflege einiges schief gehen. Die größten Fehler bei der Rhododendron-Pflege haben wir für sie zusammengestellt.
Wenn mit der Frühlingssonne die ersten Rhododendren ihre Blüten öffnen, beginnt in den halbschattigen Bereichen des Gartens ein farbenfrohes Spektakel. Das Farbspiel der leuchtend großen, halbkugeligen Trauben, die sich aus glocken- bis trompetenförmigen Einzelblüten zusammensetzen, reicht dabei von Weiß über Zartrosé bis hin zu knalligen Gelb-, Rot- oder Lilatönen.
Die Freude der Gärtner an den Sträuchern liegt nicht nur an deren schönen Blüten. "Rhododendren übernehmen eine Vielzahl von gestalterischen Funktionen", schwärmt Björn Ehsen, Gärtnerischer Leiter des Parks der Gärten im niedersächsischen Bad Zwischenahn. "Es sind wichtige Gerüst- und Strukturbildner, die man nicht nur einzeln, sondern auch in Gruppen oder als Hecken pflanzen kann." Darüber hinaus kommen klein bleibende und schwachwüchsige Sorten in Kübeln und Töpfen zurecht.
Der Pflegeaufwand der langlebigen Gehölze ist gering. "Grundsätzlich ist eine gleichmäßig hohe Boden- und Luftfeuchtigkeit ideal für das Wachstum", erklärt Hartwig Schepker, Wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Gartens und Rhododendron-Parks Bremen. Vor allem während der Blüte und dem Laubaustrieb sollten die flach wurzelnden Gehölze gut mit Wasser versorgt werden. Am besten gedeihen fast alle Rhododendren im lichten Halbschatten. Manche Arten, wie die Rhododendron-Yakushimanum-Hybriden kommen laut Ehsen aber auch an sonnigen Plätzen zurecht.
Äußerst anspruchsvoll sind Rhododendren allerdings, wenn es um die Beschaffenheit des Bodens geht. "Rhododendren wachsen auf einem humosen Boden mit einem möglichst sauren pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5", sagt Ehsen. "Wenn dagegen der pH-Wert bei 6 bis 6,5 liegt, muss man auf die Züchtungen der Inkarho-Rhododendron ausweichen." Diese wurden auf kalktoleranten Unterlagen veredelt und vertrügen deshalb auch weniger saure Böden.
Unter guten Bedingungen entfalten sich Rhododendron-Sträucher im Laufe der Jahre zu prachtvollen, stolzen Büschen. Daher sollte man schon bei der Auswahl eines Standortes bedenken, wie viel Platz die Gewächse später brauchen werden. "In der Jugend kann man Bodendecker rund um die jungen Sträucher pflanzen, um den Platz nicht nur freizuhalten, sondern gestalterisch zu nutzen", empfiehlt Ehsen. Er rät zu Stauden wie Schaumblüte und Golderdbeere, die zunächst eine geschlossene Pflanzendecke bilden und dann von den sich ausbreitenden Sträuchern nach und nach verdrängt werden.
Sind ein Rhododendron im Laufe der Jahre doch zu groß und üppig geworden, müsste man ihn eigentlich zurückschneiden. Das ist jedoch nicht bei jedem Strauch zu jeder Zeit möglich. "Ein radikaler Rückschnitt ist abhängig von der Sorte und Vitalität des Rhododendron", erklärt Ehsen. Grundsätzlich vertragen sogenannte stecklingsvermehrte Sorten einen Rückschnitt – zumindest wenn die Pflanze gesund ist. "Veredelte Sorten nehmen einen Rückschnitt häufig übel", warnt Ehsen. Ein guter Zeitpunkt für den Schnitt sei das Winterende, auch wenn man dabei die ersten Blüten wegschneidet.
Im Spätsommer droht Gefahr durch einen Schädling. Die Rhododendron-Zikade nutzt den Strauch als Brutstätte. Bis in den Herbst legen die rot-grün gemusterten Insekten ihre Eier in der Pflanze ab – dabei werden die jungen Knospen regelrecht aufgeschlitzt. Über die so entstandenen Wunden übertragen die Tiere den nordamerikanische Pilz "Pycnostysanus azaleae" auf die Pflanze. Dieser vermehrt sich dort schnell und schädigt den Strauch nachhaltig, erläutert der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Die Eier der Zikaden überwintern in den Knospen, schlüpfen im Frühjahr und ernähren sich dann vom Pflanzensaft des Rhododendron.
Der Vorfrühlings-Rhododendron ist einer der ersten, der seine Farbe zwischen den sonst noch kahlen Sträuchern zeigt, andere Rhododendron-Sorten warten damit bis in den Juni hinein. "Es gibt über 1000 verschiedene Arten", weiß Ehsen.
Zwar gibt es darunter auch wild wachsende Sorten, wie etwa die Rostblättrige und die Bewimperte Alpenrose. "Diese beiden Arten sind gärtnerisch jedoch uninteressant", erläutert Ehsen. "Die im Garten verwendeten Rhododendron sind in der Regel Hybriden und stammen von Arten ab, die in Asien und Nordamerika beheimatet sind." Vor rund 200 Jahren wurden sie erstmals nach England gebracht und traten dann ihren Siegeszug durch englische und später auch deutsche Gärten an.
Nach den jeweiligen Wuchs- und Blüheigenschaften ihrer Hybriden werden die verschiedenen Arten in sieben verschiedene Rhododendron-Gruppen eingeteilt. So kann für jeden Standort und für jeden Garten der perfekte Rhododendron ausgewählt werden.
"Große Blüten, immergrünes Laub und Wuchshöhen zwischen ein und vier Metern Höhe sind beispielsweise typisch für die Großblumigen Hybriden", erläutert der Pflanzenökologe Schepker. Die wuchtigen Sträucher seien vor allem für große Gärten gut geeignet.
"Ideal für den kleineren Hausgarten sind die Yakushimanum-Hybriden", sagt Björn Ehsen. Typisch sei ein ballförmiger, kompakter Wuchs, man erkenne sie auch leicht an dem silbrig-filzigen Neuaustrieb. Die Sorten tragen schon in jungen Jahren eine reiche Blüte. "Bei ausreichender Bodenfeuchte vertragen sie sogar vollsonnige Standorte", ergänzt Schepker.
Typisch für die Williamsianum-Hybriden sind ihre glockenförmigen Blüten. Die Kleinblumigen Hybriden eignen sich für sonnige Standorte, an denen sie zwar als schwachwüchsig gelten, aber dafür umso prächtigere Blüten austreiben. Die klein bleibenden Repens-Hybriden haben auffällige rote Blüten. "Japanische Azaleen wachsen kompakt und sind wintergrün - das heißt, sie werfen ihre Blätter erst im oder nach dem Winter ab", sagt Ehsen. Sie haben intensive Blütenfarben.
Die siebte Gruppe bilden die Sommergrünen Azaleen. "Die Sorten sind laubabwerfend und haben meist duftende Blüten", berichtet Schepker. Außerdem bereichern viele der Sorten den Garten mit einer prächtigen Herbstfärbung. Sie brauchen einen sonnigen bis halbschattigen Standort.
Quelle: zuhause.de, dpa-tmn
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