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Restaurieren: Alte Holzmöbel Schritt für Schritt selbst restaurieren

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Alte Holzmöbel selber restaurieren

Autor: dpa-tmn; rw

Holzmöbel sind modern. Alte Stücke kann man mit ein wenig Geschick selbst restaurieren. (Quelle: imago/Niehoff)

Holzmöbel sind modern. Alte Stücke kann man mit ein wenig Geschick selbst restaurieren. (Quelle: Niehoff/imago)

Ob eine Entdeckung auf dem Dachboden, auf dem Flohmarkt oder eine Erbschaft: Alte Truhen, Schränke oder Kommoden sind manchmal echte Schmuckstücke, auch wenn sie auf den ersten Blick ihre beste Zeit hinter sich haben - zumal ein alter unperfekter Look mit Astlöchern oder Rissen bei Möbeln im Moment voll im Trend liegt. Allerdings sind bei den alten Schätzchen oft die Scharniere locker, die Schubladen kaputt oder der Lack aufgeplatzt. Welche Möbelstücke lohnt es sich zu restaurieren? Was kann man selber machen und welche Möbel lässt man lieber vom Profi restaurieren?

Nicht nur kostbare Möbel restaurieren

"Beim Fachmann zählt oft nur, dass das Verhältnis von Aufwand und Ertrag stimmen muss", sagt Restaurator Bernhard Kügler vom Verband der Restauratoren aus Bonn. Für Privatleute zählt aber nicht in jedem Fall nur der reine Sachwert. "Viele Möbelstücke haben unabhängig vom Verkaufswert auch einen ideellen Wert - beispielsweise der einstige Lieblingssessel der Oma." Dann lohnt sich das Restaurieren auch, wenn der Marktwert diese eigentlich nicht rechtfertigt.

Möbel selber restaurieren oder dem Profi übergeben?

Bei einem solchen Möbelstück kann man darüber nachdenken, ob man es nicht in Eigenleistung wieder herrichtet, um die Kosten für den Restaurator zu sparen. Anders bei kostspieligen Möbeln: "Wenn es sich um ein antiquarisch wertvolles Stück handelt, das möglicherweise auch noch eine Schellackoberfläche hat oder mit speziellen Beizen behandelt wurde, rate ich: 'Finger weg!'", warnt Uwe Blumberg von der Deutschen Heimwerker Akademie in Köln. "Wenn es sich hingegen um einen alten Bauerschrank ohne aufwendige Bemalungen vom Flohmarkt handelt, kann man sich da - etwas handwerkliches Geschick vorausgesetzt - auch durchaus selber rantrauen."

Wer sich unsicher über Wert und Alter des Möbelstücks ist oder wem historische Originalität wichtig ist, sollte ohnehin einen Fachmann zu Rate ziehen. "Der Laie macht oft mehr kaputt, als er rettet", sagt Kügler. "Häufig passiert es beispielsweise, dass abgebeizt wird, wodurch Schäden wie Verfärbungen verursacht oder durch Farbschichten überdeckte Malereien zerstört werden." Außerdem würden Beschläge und Vergoldungen oft viel zu scharf gereinigt. Viele Stücke landeten auch mit Fehlklebungen beim Restaurator, die dann mühsam wieder korrigiert werden müssten.

Holzmöbel sind wieder modern

Allerdings handelt es sich bei der Ausgrabung ja nicht immer gleich um eine kostbare Antiquität. Es kann durchaus auch mal nur die stiefmütterlich in den Keller abgeschobene Kommode sein, die mit einem neuen Anstrich eine zweite Chance im Wohnzimmer bekommen soll. Gerade im Moment sind Holzmöbel so gefragt wie lange nicht. Möbelhersteller haben die Eiche wiederentdeckt und bieten Holzmöbel mit Astlöchern, Rissen, Rinden und vor allem einer auffälligen Maserung an. Wer da noch ein gutes Stück auf dem Dachboden stehen hat und dieses selber aufarbeitet, kann auf dem aktuellen Trend mitschwimmen, ohne gleich in neue Möbel investieren zu müssen

Gut vorbereitet ans Restaurieren gehen

Wichtig beim Restaurieren ist eine gute Vorbereitung. Sie spart Zeit und Geld. "Um den Überblick zu behalten, sollte man aufschreiben, welche Materialien und welche Werkzeuge gebraucht werden", rät Heimwerker Blumberg. "Ist alles besorgt, kann eine To-Do-Liste für die gesamte Reparatur äußerst sinnvoll und hilfreich sein." Darauf sollten die verschiedenen Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge notiert werden. "Außerdem empfiehlt es sich, vorab ein Foto zu machen, damit man später beim Zusammenbauen wieder genau weiß, welches Teil an welche Stelle gehört."

Beim Restaurieren Schritt für Schritt vorgehen

Die Vorgehensweise des Heimwerkers hängt natürlich stets von der Art und Beschaffenheit des Möbels ab. Manche Arbeitsschritte gehören jedoch immer dazu: Zunächst sollte das Möbelstück komplett auf seine Funktionen überprüft werden. "Dabei wird herausgefunden, was gegebenenfalls repariert werden muss", erläutert der Tischlermeister und Restaurator Kurt Spatzier das Vorgehen. Sind die Scharniere und Beschläge funktionsfähig? Hängen eventuell die Türen? Und lassen sich die Schubladen problemlos herausziehen?

Funktionalität wiederherstellen

Darüber hinaus sind oft Verbindungen lose oder haben sich entleimt, wodurch sie instabil werden. "Ist das der Fall, sollten Risse geleimt und in die offenen Fugen passende Hölzer oder Furniere pass- und pressdicht eingebaut werden", erklärt Spatzier. "Die Holzarten, die dabei verarbeitet werden, sollten möglichst nicht nur gleicher Art und Maserung wie beim Möbel sein, sondern auch das gleiche Alter haben." Ist das Stück schließlich wieder stabil und erfüllt alle Funktionen, kann die Oberfläche bearbeitet werden.

Lack- und Farbschichten entfernen

Soll die ursprüngliche, natürliche Holzstruktur wieder hergestellt werden, muss die möglicherweise vorhandene Lack- oder Farbschicht entfernt werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. "Entweder bearbeitet man die Oberfläche chemisch mit Abbeizer", erklärt Blumberg, "oder die Lackschicht wird mechanisch durch Schleifen entfernt. Dabei sollte allerdings mit Verzierungen sehr vorsichtig umgegangen werden." Vorher müssen alle Metallbeschläge abgeschraubt und entfernt werden.

Ist der alte Lack erst mal ab, muss im letzten Arbeitsschritt die Oberfläche behandelt werden. "Auch hier hat man verschiedene Optionen", sagt Spatzier. "Je nach Vorliebe kann geölt, gewachst oder - mit Lasur oder deckendem Neuanstrich - lackiert werden." Dafür werden mehrere Schichten aufgetragen: von der Grundierung über den Voranstrich bis zum Deckanstrich. Je nach Material und je nachdem, ob das Holz matt oder glänzend sein soll, gibt es dafür unterschiedliche Produkte. Um hier für ihr Projekt das richtige Produkt auszuwählen, sollten sich Heimwerker im Fachhandel beraten lassen.

Quelle: dpa-tmn

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