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Rauchmelder-Pflicht: Diese Bundesländer schreiben Rauchmelder vor

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Rauchmelder in fast allen Bundesländern Pflicht

Autor: rw; sj

Vielerorts sind schon mindestens drei Rauchmelder pro Wohnung vorgeschrieben. (Quelle: imago)

Vielerorts sind schon mindestens drei Rauchmelder pro Wohnung vorgeschrieben. (Quelle: imago)

In Baden-Württemberg und Hessen müssen Hausbesitzer noch in diesem Jahr alle Wohnungen mit Rauchmeldern ausstatten. In diesen Bundesländern endet die Übergangsfrist, die bisher noch für Bestandsgebäude gilt. Demnach müssen auch Altbauten bis zum Jahresende nachgerüstet werden. Stichtag ist der 31.12.2014. Ein Gerät reicht dabei nicht aus. Wie viele Rauchmelder in jede Wohnung gehören, und was man bei der Installation beachten muss.

Jedes Jahr verunglücken in Deutschland rund 500 Menschen tödlich durch Brände, die meisten davon in den eigenen vier Wänden. Die große Mehrheit stirbt dabei nicht an Verbrennungen, sondern an einer Rauchvergiftung.Rauchmelder könnten viele diese Unglücke verhindern. Zwar halten laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Marplan 72 Prozent der Deutschen Rauchmelder für "wichtig" oder "sehr wichtig", allerdings gaben in derselben Umfrage, die im Auftrag des Energiemanagementunternehmens Techem durchgeführt wurde, nur rund die Hälfte der Befragten an, in ihren privaten Wohnräumen Rauchmelder installiert zu haben. Ein Versäumnis, das im Brandfall tödliche Folgen haben kann.

Rauchmelder richtig anbringen

Fast überall in Deutschland gilt die Rauchmelderpflicht bereits. Was Sie beim Kaufbeachten sollten und wie Sie den Rauchmelder am besten anbringen. Video

Rauchmelderpflicht in vielen Bundesländern

Wie wichtig die flächendeckende Ausrüstung aller Wohnungen mit Rauchmeldern ist, haben inzwischen auch viele Bundesländer erkannt. In den meisten Ländern sind Rauchmelder im privaten Wohnbereich mittlerweile Vorschrift bei Neu- und Umbauten. Bestandsgebäude müssen in der Regel im Laufe einer bestimmten Frist nachgerüstet werden. In welchen Bundesländern Rauchmelder vorgeschrieben sind und wer bis wann nachrüsten muss.

Meist schreibt das Gesetz vor, dass alle Schlafzimmer sowie Flure, die als Fluchtweg dienen, mit einem Rauchmelder ausgestattet sein müssen. "Allerdings sind die Geräte aktuell nur in etwa 10 Prozent der Haushalte vorhanden", weiß Michael Jörn, Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz beim TÜV Rheinland. Aus der Sicht des Experten ein Sicherheitsrisiko, das durch die unkomplizierte Montage der Melder leicht minimiert werden kann.

Mindestausstattung mit Rauchmeldern

Auch unabhängig davon, ob ein Bundesland Rauchmelder vorschreibt, empfiehlt die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb): "Rauchmelder sollten mindestens in Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren installiert werden." Bei Fluren ist die Installation vor allem dann wichtig, wenn der Flur im Brandfall als Fluchtweg genutzt werden muss. "Allerdings kann ein Rauchmelder nur dann Leben retten, wenn er richtig installiert ist“, mahnt Christian Rudolph, Vorsitzender des Forums Brandrauchprävention in der vfdb.

Installation eines Rauchmelders

Ein Rauchmelder sollte in waagerechter Position an der Decke befestigt werden. Der TÜV Rheinland in Köln empfiehlt eine Installation in der Raummitte mit einem Mindestabstand von einem halben Meter zur Wand. An Dachschrägen montiere man Rauchmelder etwa 50 Zentimeter unterhalb des höchsten Punktes. Die kleinen Geräte sollten allerdings nicht in der Nähe von Zugluft sowie an Luftschächten und Klimaanlagen installiert werden. Denn dort zieht Rauch ab.

Im Schlaf wird Rauch nicht wahrgenommen

Laut der vfdb werden etwa zwei Drittel aller Brandopfer nachts im Schlaf vom Feuer überrascht. Das Tückische hierbei: Im Schlaf funktioniert der menschliche Geruchssinn nicht. Der Rauch wird nicht wahrgenommen. Wertvolle Sekunden oder gar Minuten vergehen bis die Rauchkonzentration und die Temperatur derart ansteigen, dass das Brandopfer schließlich erwacht. Dann allerdings ist es oft zu spät.

"Rauchmelder der beste Lebensretter in der Wohnung"

Vor allem der hochgiftige Brandrauch wird zur Todesfalle, aus der es fast kein Entrinnen mehr gibt. Er ist viel gefährlicher als das Feuer selbst. "Da bereits das Einatmen einer Lungenfüllung mit Brandrauch tödlich sein kann, ist ein Rauchmelder der beste Lebensretter in der Wohnung", so die Experteneinschätzung der vfdb. Bei der ersten Rauchentwicklung schlagen die Geräte laut Alarm, so dass Hausbewohner frühzeitig geweckt werden und sich in Sicherheit bringen können, bevor ihnen Feuer und Rauch alle Fluchtwege abschneiden.

Wer ist für den Einbau und Wartung der Brandmelder zuständig?

Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern ist in allen Bundesländern mit Rauchmelderpflicht der Hausbesitzer und damit auch der Vermieter für die Installation der Rauchmelder verantwortlich. In Mecklenburg-Vorpommern sorgt eine unklare Formulierung in der Landesbauordnung für Auslegungsspielraum. In den meisten übrigen Bundesländern ist der Vermieter sogar für die regelmäßige Wartung zuständig – außer in Sachsen-Anhalt, Bremen, Schleswig-Holstein und Hessen, wo der Mieter die Wartung der Rauchmelder im Haus oder in der Wohnung übernehmen muss. Es sei denn, der Vermieter übernimmt diese Pflicht freiwillig.

Rauchmelder nicht vom Wühltisch kaufen

Nicht zuletzt wegen der recht jungen gesetzlichen Vorschriften zu Rauchmeldern, ist das Angebot in letzter Zeit massiv gestiegen. Inzwischen liegen Rauchmelder sogar in Supermärkten als Sonderposten auf dem Wühltisch. Für den Verbraucher ist es dadurch nicht leichter geworden, ein qualitativ hochwertiges und somit sicheres Gerät zu erkennen.

Grundsätzlich raten Experten zum Kauf von einfachen Geräten, die leicht zu montieren sind. Die Berliner Feuerwehr empfiehlt den Einsatz von Batterien mit einer besonders langen Lebensdauer von mindestens fünf Jahren und rät zugleich vom Kauf beim Discounter ab. "Kaufen Sie den Rauchwarnmelder dort, wo Sie dazu kompetent beraten werden können", so der eindringliche Appell. Außerdem sollte klar nach zu verfolgen sein, welcher Hersteller das jeweilige Gerät produziert hat.

Qualität erkennen

Gesetzlich müssen Rauchmelder eine CE-Kennzeichnung besitzen und der Norm "EN 14604" entsprechen. Diese legt unter anderem die Mindestlautstärke des Alarms, sowie einige Mindeststandards im Bereich der Funktionalität fest. So müssen die Geräte beispielsweise so gebaut sein, dass der Rauch von allen Seiten gleich gut eindringen kann. Außerdem muss der Rauchmelder einen Testknopf zur Funktionsüberprüfung des Alarms haben und auf einen notwendigen Batteriewechsel 30 Tage vorher durch ein wiederkehrendes Warnsignal hinweisen. Allerdings werden die Produkte nicht überprüft, sondern der Hersteller erklärt nur, er halte geltende EU-Bestimmungen ein.

Geprüfte Rauchmelder sind an zusätzlichen Labels erkennbar – das Hessische Innenministerium empfiehlt beispielsweise das VdS-Prüfzeichen. Der Verband der Sachversicherer (VdS) zeichnet ebenso wie der TÜV Nord Geräte von besonders hoher Qualität mit einem besonderen Gütesiegel aus, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen. So zertifizierte Produkte unterliegen der ständigen Kontrolle durch das prüfende Institut, so dass das VdS-Siegel oder auch das KRIWAN-Zertifikat des TÜV Nord dem Verbraucher als wichtiges Qualitätsmerkmal dienen können.

Spezielle Rauchmelder für Küche und Bad

In Räumen, in denen regelmäßig starker Dampf, Rauch oder Staub entsteht (z.B. in Küche oder Bad), würden normale Rauchmelder oft nervige Fehlalarme produzieren. Hier rät die vfdb zu Geräten mit Stummschalter. Wird ein Alarm ausgelöst, kann der Rauchmelder durch Knopfdruck vorübergehend stummgeschaltet werden. Die Sensibilität wird hierdurch herabgesetzt und der Alarm verstummt.

Er wird erst wieder ausgelöst, wenn sich die Rauchkonzentration im Raum verdreifacht. Dann kann man den Alarm auch nicht mehr stummschalten. Nach einer festgelegten Zeitspanne (je nach Gerät zwischen acht und zehn Minuten nach Betätigen des Stummschalters), stellt sich der Rauchmelder automatisch wieder auf seine Standardsensibilität zurück.

Zigarettenqualm oder Kerzen lösen bei ordnungsgemäß installierten Geräten mit normaler Sensibilität übrigens keine Fehlalarme aus, wenn man die brennende Kippe nicht gerade direkt unter den Rauchmelder hält. Auch Raucherhaushalte können also problemlos mit den elektronischen Lebensrettern ausgerüstet werden.

Ein Feuerlöscher gehört in jede Wohnung

Eine weitere zweckmäßige Investition sind Feuerlöscher. Einen handelsüblichen 6-Kilo-Pulverlöscher gibt es im Baumarkt. Er sollte griffbereit in jeder Wohnung aufbewahrt werden. In Häusern gehört er in die oberste Etage, damit sich die Bewohner bei einem Feuer den rettenden Weg ins Erdgeschoss bahnen können. In jedem Stockwerk müssen mindestens zwei Rettungswege vorhanden sein.

Neben der Treppe ist das häufig ein spezielles Fluchtfenster. Sein Mindestmaß ist baurechtlich vorgeschrieben. Was allerdings häufig vernachlässigt wird, ist seine Zugänglichkeit. "Ein Fluchtfenster muss jederzeit von innen und außen nutzbar sein", betont der TÜV Rheinland-Fachmann. Das bedeutet einerseits, dass im Haus keine Möbelstücke den Ausstieg durch das Fenster behindern, andererseits muss die Feuerwehr ohne Probleme eine Leiter von außen anstellen können.

Quelle: dpa-tmn, zuhause.de

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