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Photovoltaik: Was Hausbesitzer vor der Anschaffung bedenken sollten

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Photovoltaik – und Sonnenschein macht doppelt Freude

13.09.2011, 12:31 Uhr | rw

Photovoltaik-Anlage auf dem Hausdach. (Foto: zoonar)

Eine eigene Solaranlage bietet Hausbesitzern für viele Jahre berechenbare Erträge. (Foto: zoonar)

Wer noch vor wenigen Jahren eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hatte, lief schnell Gefahr, als Öko-Spinner belächelt zu werden. Dank des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist die Photovoltaik aber inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die stromerzeugenden Solaranlagen zieren immer mehr private Hausdächer und sind aus dem modernen Siedlungs- und Stadtbild kaum mehr weg zu denken. Hausbesitzer, die selbst mit dem Gedanken spielen, auf ihrem Dach eine Photovoltaik-Anlage installieren zu lassen, sollten aber einige Punkte bedenken.

Photovoltaik bringt berechenbare Erträge

Zwei Vorschriften aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sorgen dafür, dass eine Solaranlage langfristig berechenbare Erträge einbringt: Für einen Zeitraum von 20 Jahren ist eine Einspeisevergütung garantiert. Aktuell liegt diese bei 24,43 Cent pro eingespeister Kilowattstunde. Zugleich verpflichtet das EEG den Netzbetreiber, Strom aus regenerativen Quellen auch tatsächlich abzunehmen. Die Einspeisung von Ökostrom hat Vorrang vor Strom, der aus fossilen Energieträgern wie Gas und Öl oder durch Atomkraftwerke gewonnen wurde.

Hoher Eigenverbrauch, hohe Rendite

Seit 2009 ist es für Hausbesitzer doppelt attraktiv, ihre Photovoltaik-Anlage für die Stromversorgung des eigenen Haushalts zu nutzen. Sie machen sich so unabhängig von externen Energieversorgern und von hohen Strompreisen. Bei großen Unterschieden von Anbieter zu Anbieter liegt der aktuelle Strompreis bei durchschnittlich etwa 25 Cent pro Kilowattstunde, und weitere Preiserhöhungen sind zu erwarten.

Mit der Novellierung des EEG 2009 ist darüber hinaus die sogenannte Selbstverbrauchsvergütung eingeführt worden. Für jede Kilowattstunde selbst erzeugten Stroms, die der Betreiber einer Photovoltaik-Anlage verbraucht, erhält er 8,05 Cent. Verbraucht er mehr als 30 Prozent des erzeugten Stroms selbst, steigt die Selbstverbrauchsvergütung auf 12,43 Cent. Rechnet man diese Prämie zum eingesparten Strompreis eines externen Versorgers hinzu, wird deutlich, dass ein möglichst hoher Eigenverbrauch die rentabelste Form ist, eine Photovoltaik-Anlage zu betreiben.

Die garantierten Vergütungen sinken

Allerdings sinkt die garantierte Einspeisevergütung ebenso wie die Selbstverbrauchsvergütung kontinuierlich. Betreiber von Anlagen, die 2004 ans Netz gingen, erhalten mit 57,4 Cent pro Kilowattstunde beispielsweise mehr als doppelt so viel Fördergeld wie ein Betreiber, dessen Anlage heute installiert wird. Wer sich für eine eigene Photovoltaik-Anlage interessiert, sollte also unbedingt die gerade aktuellen garantierten Vergütungen im Blick haben und den wirtschaftlichen Nutzen genau durchrechnen.

Die Lage entscheidet über den Ertrag einer Photovoltaik-Anlage

Neben den Vergütungsregelungen des EEG sind aber noch andere Punkte zu beachten: So ist zum Beispiel nicht jede Dachfläche gleich gut für die Installation einer Photovoltaik-Anlage geeignet. Sie sollte im besten Fall nach Süden zeigen. Auch Süd-Ost- oder Süd-West-Lagen bringen noch gute Erträge. Ideal ist eine Dachneigung von 30 bis 45 Grad. Das wichtigste aber: Das Dach darf nicht durch hohe Bäume oder Nachbargebäude verschattet werden. Um den möglichen Ertrag einer Photovoltaik-Anlage für eine bestimmte Region zu prognostizieren, eignen sich so genannte Einstrahlungskarten.

Bei der Photovoltaik-Anlage nicht nur auf den Preis achten

Entscheidend beim Anschaffungspreis ist die Leistung einer Anlage, die in Kilowatt Peak angegeben wird. Die Kosten für ein Kilowatt Peak schwanken stark. Laut einer Untersuchung der Zeitschrift Finanztest liegt er im Mittel bei rund 2400 Euro. Pro Kilowatt braucht man eine freie Fläche auf dem Dach von etwa acht Quadratmetern. Für die Vollversorgung einer vierköpfigen Familie ist eine Anlage mit einer ungefähren Leistung von fünf Kilowatt Peak erforderlich. Man benötigt also etwa 40 Quadratmeter Platz auf dem Dach.

Wegen der großen Preisunterschiede ist es sinnvoll, sich Angebote von mehreren Firmen einzuholen, um bei der Anschaffung Kosten zu sparen. Ebenso wichtig wie ein guter Preis ist aber, dass die ausführende Firma vertrauenswürdig ist und fachlich einwandfreie Arbeit leistet. Vorsicht ist immer dann geboten, wenn Wirkungsgrad und Lebensdauer der angebotenen Anlage besonders vollmundig angepriesen werden.

Der Zustand des Daches ist wichtig

Die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage ist eine Investition, die mittel- bis langfristig Rendite bringen soll. Die auf 20 Jahre garantierten Vergütungen für die erzeugte Energie machen die Investition berechenbar. Allerdings sollte gerade bei älteren Gebäuden vor dem Kauf ein Dachdecker befragt werden, ob das Dach die Solaranlage auch über den kompletten Zeitraum tragen wird. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, eine ohnehin bald anstehende Sanierung des Daches vorzuziehen.

Zusätzliche Investitionskosten mit kalkulieren

Ferner ist zu bedenken, dass vom Dach bis zum Elektrohausanschluss – also meist durch das ganze Gebäude – Kabel gezogen werden müssen. Steuerungstechnik, Wechselrichter und mindestens ein zusätzlicher Stromzähler müssen ebenfalls untergebracht werden. Bei der empfehlenswerten Eigennutzung eines Teils des gewonnen Stroms, braucht man sogar zwei weitere Stromzähler. Hierdurch entstehen Kosten, die man in seiner Rentabilitätskalkulation berücksichtigen sollte.

Quelle: zuhause.de

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