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Pflanzenschädlinge: Blattläuse, Spinnmilben und Trauermücken an Zimmerpflanzen bekämpfen

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Pflanzenschädlinge an Zimmerpflanzen bekämpfen

Autor: sj

Im Winter sind Zimmerpflanzen besonders anfällig für Blattläuse. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Im Winter sind Zimmerpflanzen besonders anfällig für Blattläuse. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Im Winter ist die Gefahr besonders groß, dass Zimmerpflanzen von Blattläusen, Spinnmilben und anderem Ungeziefer befallen werden. Die Pflanzenschädlinge nutzen es geschickt aus, dass die Topfpflanzen durch Heizungsluft und wenig Licht geschwächt sind. Plötzlich werden Blätter gelb, rollen sich oder bekommen Löcher. Dann muss schnell gehandelt werden, damit sich andere Pflanzen nicht infizieren. Doch was ist zu tun? Wie Sie Pflanzenschädlinge erkennen und wie Knoblauch, Föhn und Plastiktüte beim Bekämpfen helfen.

Der bekannteste Schädling an Zimmerpflanzen ist wohl die Blattlaus. Dass eine Pflanze befallen ist, erkennt man an den kleinen grünen, braunen oder auch schwarzen Tierchen, die sich in ganzen Kolonien über junge Triebe und Blätter hermachen. Sie saugen den Pflanzensaft aus und beschädigen dabei die befallenen Pflanzenteile. Ein weiteres Indiz für einen Befall mit Blattläusen ist ein klebriger Belag auf den Blättern, der von den zuckerhaltigen Ausscheidungen der Blattläuse stammt. Besonders anfällig für Blattläuse sind Balkon- und Kübelpflanzen, die zum Überwintern ins Haus gebracht wurden.

Blattläuse mit dem Föhn loswerden

Um die Pflanzenschädlinge loszuwerden, muss man nicht sofort zu chemischen Pflanzenschutzmitteln greifen. Die Umweltberatung des Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) rät, zunächst die Blattläuse mit den Fingern von der Blättern zu streifen. Auch der Einsatz des Föhns soll helfen. Die Umweltschützer empfehlen, die Pflanze vorsichtig rundherum in schräger Haltung über der Badewanne mit dem Föhn anzublasen. Die Läuse würden dann abspringen.

Ein Wasserbad vertreibt Blattläuse

Bei kleineren Zimmerpflanzen kann man die Tiere auch ertränken. "Einfach die Pflanze für zwei Stunden in lauwarmes Wasser tauchen, vorher Topf und Stamm in eine Plastiktüte einwickeln, damit die Erde nicht ausschwemmt. Die Tiere ertrinken dann", rät Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde. Als Hausmittel wird oft das Besprühen mit einer Spülmittellösung empfohlen. Davon raten viele Experten allerdings ab, weil seifenhaltige Lösungen Flecken und Verbrennungen auf Blüten und Blättern hinterlassen könnten. Außerdem werden dabei meist nicht alle Schädlinge entfernt, so dass man die Behandlung häufiger wiederholen müsste.

Wenn die Blattläuse sich nicht auf natürliche Weise bekämpfen lassen, bleibt immer noch der Griff zum Pflanzenschutzmittel. Im Handel sind verschiedene anwendungsfertige Sprühpräparate erhältlich. Am besten nimmt man ein Mittel, das nicht bienengefährlich ist – besonders, wenn es auch für Kübelpflanzen verwendet werden soll. Die im Garten gegen Blattläuse eingesetzten natürlichen Feinde wie Florfliegenlarven oder Marienkäfer will man wohl ebensowenig in der Wohnung anwenden, wie die verschiedenen, stark riechenden Pflanzensuds, die zum Beseitigen von Blattläusen empfohlen werden.

Blattläusen mit Knoblauch vorbeugen

Damit sich Blattläuse erst gar nicht auf den Zimmerpflanzen niederlassen, kann man mit Knoblauch vorbeugen. Die BUND-Umweltberatung rät, Knoblauchstücke so tief in den Topf blattlausgefährdeter Zimmerpflanzen zu stecken, dass sie gut von Erde bedeckt sind und somit der Knoblauchduft im Topf bleibt. Sind die Pflanzen bereits befallen, hilft diese Methode allerdings nicht mehr. Als wichtige Maßnahme zum Vorbeugen sollte man für ein gesundes Raumklima sorgen. Blattläuse befallen bevorzugt geschwächte Pflanzen.

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Spinnmilben bekämpfen

Daher sollte man die Zimmerpflanzen regelmäßig mit Wasser besprühen, rät der Zentralverband Gartenbau in Bonn, allerdings zum Vorbeugen von Spinnmilben, die genau wie Blattläuse warme und trockene Luft lieben und sich daher bevorzugt in geheizten Wohnräumen auf den Zimmerpflanzen breit machen. Etwas Wasser auf einem Teller oder im Untersetzer befeuchte zudem die Raumluft.

Spinnmilben können sich auf allen Zimmerpflanzen ausbreiten. Sie haben aber durchaus ihre Favoriten – etwa Azaleen, Gummibäume, Fingeraralien, Grünlilien, Efeu und Palmen. Insbesondere deren Blätter sollten im Winter regelmäßig kontrolliert werden. Als Sofortmaßnahme lassen sich Spinnmilben mit einem weichen Wasserstrahl abspritzen, erläutert der Zentralverband Gartenbau. Dabei sollte der Topf abgedeckt sein, sonst werde das Substrat zu nass.

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Plastiktüte hilft gegen Spinnmilben

Daneben helfe ein Hausmittel: Die Pflanze wird in eine durchsichtige Plastiktüte eingepackt. Nach rund zehn Tagen sollten alle Spinnmilben abgestorben sein. Allerdings sollten Hobbygärtner in dieser Zeit nicht vergessen, die Pflanze zu gießen. Bei einem hartnäckigen Befall helfen Pflanzenschutz-Stäbchen oder Nützlinge. Ideal seien Raubmilben, erläutert der Verband. Sie saugen die Spinnmilben sowie deren Eier aus.

Spinnmilben identifizieren

Typisch für einen Befall seien fein gesprenkelte Blätter, die oftmals fälschlicherweise als Mangelerscheinung gedeutet werden, erklärt der Zentralverband. Meist bevorzugen die Spinnmilben die Blattunterseite und sind in der Nähe der Adern aktiv. Sie saugen den Zellsaft aus. Die Blätter wirken gelblich weiß bis silbrig. Später verfärben sie sich grau bis graubraun und sterben ab. Am weitesten verbreitet sei die Gemeine Spinnmilbe, die einzige Art, die feine Gespinste produziert.

Thripse abduschen

Ein ähnliches Schadbild mit heller Sprenkelung erzeugen auch Thripse. Allerdings sind bei Thripsen zusätzlich Kottröpfchen zu sehen. Mit einer ausgiebigen lauwarmen Dusche kann man einen Großteil der Schädlinge loswerden. Die Unterseite der Blätter sollte besonders gründlich abgeduscht werden. Der Topf wird vorher besser eingepackt, damit die Schädlinge nicht auf das Substrat fallen. Das Abduschen sollte einmal die Woche wiederholt werden, bis kein Befall mehr festzustellen ist.

Schildläuse erkennen

Wenn sich auf den Blättern und um die Pflanze herum ein klebriger Film breit macht und auf den Pflanzenteilen kleine rötlich braune Höcker zu sehen sind, dann haben sich vermutlich Schildläuse eingenistet. Auf dem klebrigen Belag, dem so genannten Honigtau, bildet sich nach einiger Zeit schwarzer Rußtau. Schildläuse befallen bevorzugt hartlaubige Pflanzen mit dickeren Blättern wie Yucca-Palme, Gummibaum oder Orchidee.

Zum Entfernen des Honigtaus genügt oft schon ein feuchter Lappen. Hartnäckige Tiere lassen sich mit einem alkoholgetränkten Wattestäbchen von der Pflanze wischen. Unter dem schildartigen Höcker befinden sich das Weibchen und bis zu 3000 Eier, die gründlich entfernt werden sollten. Als Pflanzenschutzmittel werden meist Produkte auf Rapsöl- oder Mineralölbasis verwendet. Die Tiere ersticken unter dem Ölfilm.

Trauermücken beseitigen

Sollten sich bei jedem Gießen Schwärme von kleinen Mücken aus dem Blumentopf erheben, haben Trauermücken die Pflanze heimgesucht. Die Larven der kleinen Fliegen leben in der Blumenerde und knabbern die Wurzeln an. Sofern man den Befall frühzeitig bemerkt, kann man der Plage noch mit so genannten Gelbstickern Herr werden. Ansonsten hilft nur Umtopfen. Zum Vorbeugen sollte man darauf achten, dass sich im Topf keine Staunässe bildet und die Erde nicht zu feucht ist.

Zum Zimmerpflanzen-Lexikon: Tipps für die beliebtesten Zimmerpflanzen

Quelle: dpa-tmn, zuhause.de

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