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Pflanzen gießen: Fehler beim gießen und wässern vermeiden

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Die größten Fehler beim Gießen

Autor: jmi/sj/GMH/rw

Schon kleine Fehler beim Gießen richten großen Schaden an. (Quelle: dpa)

Schon kleine Fehler beim Gießen richten großen Schaden an. (Quelle: dpa)

Fehler bei der Gartenbewässerung können großen Schaden anrichten. Wann und wie oft sollte man also gießen? Welche Pflanze braucht wie viel Wasser? Und wie erkenne ich den Bedarf meiner Gartengewächse? Wir klären auf: Diese Fehler beim Gießen sollten Sie vermeiden. Doch den wichtigsten Expertentipp hört sicher nicht jeder gerne.

Der beste Zeitpunkt zum Gießen sei zwischen drei und vier Uhr morgens, sagt Jürgen Herrmannsdörfer vom Bundesverband der Einzelhandelsgärtner (BVE). "Dann ist der Boden am kühlsten." Das Wasser verdunstet nicht so schnell, sondern kann in den Boden einsickern und gelangt an die Wurzeln

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Pflanzen am besten morgens gießen

Weil fast niemand freiwillig so früh aufsteht, rät der Experte zu einem automatischen Bewässerungssystem mit Zeitschaltuhr. Wer diese Kosten scheut, sollte an warmen Tagen etwas früher aufstehen, um noch schnell zu gießen. "Um sechs Uhr zu wässern ist immer noch besser als um 20 Uhr", sagt Herrmannsdörfer.

Im Sommer in der Mittagssonne zu wässern sei reine Wasserverschwendung. Dann ist der Boden und die Luft zu warm, die Feuchtigkeit verdunstet statt an die Wurzeln zu gelangen. Auch abends sei es an heißen Tagen immer noch so warm, dass ein Großteil der Feuchtigkeit verdunste.

Außerdem kann abendliches Gießen Schnecken anlocken. Weil die Blätter der Pflanzen über Nacht schlecht trocknen, drohen außerdem Pilzkrankheiten

Nicht auf die Blätter gießen

Zum Wässern von Gehölzen, Stauden, Hecken und Gemüsepflanzen sollte man besser nicht den Rasensprenger verwenden. Der ist nur ideal für größere freie Flächen. Ansonsten landet mit Sprinkleranlagen zu viel Wasser auf den Blättern. Dort verdunstet es ungenutzt oder begünstigt sogar Pilzkrankheiten, wenn es nicht schnell trocknet.

Mit Gießkanne und Gartenschlauch kommt man besser unter die Zweige und Blätter der Pflanzen. Wer eine automatische Bewässerungslösung bevorzugt, sollte ein Tropfrohrsystem verlegen.

Bei Großen Töpfen kann man sich unter Umständen mit einem Einfüllstutzen behelfen. Den kann man sich bei größeren Töpfen auch selbst bauen. Dazu steckt man einfach einen kleineren Blumentopf mit Loch schräg in die Erde und kann dann bequem das Wasser hineinschütten.

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Extratipp der Bayerischen Gartenakademie: Um das Wasser in tiefere Bodenschichten und damit zu den Wurzeln zu leiten, hackt man nach dem Gießen den Beetboden auf. Das zerstört Hohlräume und leitet das Wasser weiter in die Tiefe.

Welche Pflanze braucht wie viel Wasser?

Je nach Gattung und Standort gibt es große Unterschiede im Flüssigkeitsbedarf der Pflanzen. Generell brauchen Pflanzen an sonnigen Plätzen mehr Wasser als Schattengewächse. Besonders durstige Arten sind zum Beispiel die Engelstrompete und die Fuchsie. Außerdem benötigen Keimlinge oder Blumen, die gerade erst gepflanzt wurden, in den ersten Wochen täglich Wasser. Nur so wird sichergestellt, dass sie reichlich Wurzeln bilden.

Als Faustregel für die Gießmenge gilt: Je größer die Blätter, desto höher der Wasserbedarf. Mediterrane Pflanzen sind es hingegen gewöhnt, mit wenig Feuchtigkeit auszukommen. Sie überstehen auch einige trockene Tage. Südländische Kräuter, wie Thymian und Rosmarin sollten ebenfalls nicht zu oft gegossen werden. Am besten wartet man, bis die Erde ausgetrocknet ist und gießt dann reichlich.

Rasen wässern an heißen Sommertagen

Droht eine Hitzewelle, sollten Gärtner den Rasen nicht zu kurz und dafür ohne den Fangkorb mähen. Der Schnitt bleibt auf dem Rasen liegen und dient als Mulch, der die Feuchtigkeit speichert und den Rasen vor Austrocknen schützt.

Ein Tipp zur richtigen Menge: "Stellen Sie ein leeres Marmeladenglas auf den Rasen", rät Isabelle van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin-Dahlem. "Dann starten Sie den Sprinkler." Steht das Wasser in dem Glas rund 1,5 Zentimeter hoch, haben die Halme ausreichend abbekommen.

Selbst nach einem Gewitterregen wird am besten nachgegossen. Denn der Schauer befeuchtet oftmals nur die Erdoberfläche. Außerdem absorbierten die Pflanzen Wasser bei hoher Luftfeuchtigkeit, wie sie nach Gewittern herrscht, besser. 

Topfpflanzen brauchen eine Sonderbehandlung

Topfpflanzen brauchen öfter eine Dusche als Beete oder Büsche, weil sie weniger Erde umgibt, die das Wasser speichert. Deshalb: Bei Hitze unbedingt täglich wässern. Töpfe aus Kunststoff sind zwar nicht so ansehnlich wie Terracotta-Kübel, heizen sich dafür aber nicht so schnell auf und speichern weniger Hitze. 

Wer wenig Zeit hat, kann Töpfe oder Blumenkästen mit eingebauten Bewässerungssystemen kaufen. Auch ein Füllstandanzeiger kann beim Gießen eine große Hilfe sein, wenn man sich unsicher ist, ob die Pflanze genug hatte oder noch einen Schluck braucht. Bei allen Arten von Töpfen ist es wichtig, dass sie Löcher besitzen, durch die überschüssiges Wasser abfließen kann.

Da durch das häufige Gießen Nährstoffe aus der Erde gewaschen werden, müssen Hobbygärtner Topfpflanzen regelmäßig düngen, erläutert Robert Markley vom Verband der Gartenbaumschulen. Gelbe Blätter können ein Hinweis auf Nährstoffmangel sein.

Hobbygärtner sollten außerdem die trockene Erde in Töpfen erst anfeuchten und nach ein paar Minuten dann richtig gießen. Denn ist das Substrat nicht komplett trocken, kann das Wasser besser eindringen, erläutert der Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE).

Pflanzen nicht überversorgen

Wer seine Pflanzen durch häufiges Wässern zu sehr verwöhnt, macht sich selbst unnötige Arbeit. Schlauer ist es, Rosen, Oleander und Co. zu genügsamen Trinkern zu erziehen. Deshalb ist es ratsam, erst dann zu gießen, wenn die Pflanzen kurz davor sind, ihre Blätter hängen zu lassen.

Auf diese Weise werden die Gartengewächse gezwungen, viele und lange Wurzeln zu bilden die sich die benötigte Flüssigkeit aus der Erde holen. Das macht die Pflanzen robust und kann sogar dazu beitragen, dass Blumen länger blühen.

Auch beim Rasen geht man so vor: Bei Trockenheit wird die Fläche am besten ein- bis zweimal pro Woche wurzeltief durchfeuchtet. Der Bundesverband Einzelhandelsgärtner rät jeweils zu rund 10 bis 15 Liter Wasser pro Quadratmeter Rasen. Unter Bäumen brauchen die Gräser aber häufiger Wasser, da die Bäume sich auch daran bedienen. Hält man sein Grün dauerhaft zu feucht, drohen Algen im Rasen.

Gemüsebeet richtig gießen

Besser einmal richtig gießen heißt auch die Devise im Gemüsebeet: Die Experten der Bayerischen Gartenakademie raten, besser 14 Liter pro Woche an einem einzigen Tag ins Beet zu gießen. Und zwar verteilt auf mehrere Stunden, so dass das Wasser jeweils Zeit bekommt, einzusickern.

Für optimalen Boden sorgen

Man kann im Garten noch einiges mehr tun als nur zu gießen: Durch so genanntes Mulchen können Sie den Boden dazu bringen, mehr Wasser aufzunehmen und es länger zu speichern. Der Vorteil: Sie müssen seltener gießen.

Rindenmulch, Granitsplit oder Kieselsteinchen bekommen Sie im Fachhandel und vermengen ihn im angegebenen Verhältnis mit der Gartenerde.

Automatische Bewässerung

Wer sich das manuelle Wässern ersparen will, installiert eine Bewässerungsanlage. Durch eine Tröpfchenbewässerung über ein Schlauchsystem gelangt die Feuchtigkeit direkt an die Pflanze. Wird es über einen Computer mit Zeitschaltuhr gesteuert, bereitet ein Gießen in den frühen Morgenstunden keine Mühe. Ist das System zudem mit einem Sensor verbunden, der die Bodenfeuchte misst, kann sich der Gartenbesitzer vollends zurücklehnen.

Speziell für Rasenflächen bieten sich unterirdisch arbeitende Systeme an, die beim Mähen nicht stören. Ein professioneller Einbau verursacht dabei so gut wie keinen Flurschaden und zeigt innerhalb kurzer Zeit den gewünschten Erfolg. 

Quelle: zuhause.de, dpa-tmn

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