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Nikotin entfernen: So putzen Sie Raucherspuren weg

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Raucherwohnung renovieren

Autor: dpa-tmn/sj

Nikotin setzt sich tief in Möbeln, Wänden und Fußböden fest. (Quelle: imago)

Nikotin setzt sich tief in Möbeln, Wänden und Fußböden fest. (Quelle: imago)

Seit bei der Arbeit und in Gaststätten das Rauchen weitgehend verboten ist, bleibt Rauchern nur noch die eigene Wohnung, um ungestört ihrem Laster zu frönen. Doch der blaue Dunst hinterlässt seine Spuren: Wände, Polster und die gesamte Einrichtung werden mit der Zeit von einem gelblichen Nikotin-Belag überzogen, der sich nur schwer wieder entfernen lässt. Beim Renovieren ist das eine besondere Herausforderung. Mit diesen Tipps entfernt man die Nikotinspuren.

Zigarettenqualm ist hartnäckig. Er dringt in die Tapete, Wandfarbe und das Gemäuer und bleibt als gelber, übel riechender Belag zurück. Den Geruch und die Ablagerungen bekommt man durch herkömmliches Putzen nur schwer wieder weg – manchmal braucht es dafür Profi-Maschinen oder eine Generalsanierung.

Steckdosen reinigen

Mit etwas Glück sind die Oberflächen im Raum glatt. "Kunststoff, Fliesen oder Glas kann man mit normalen Haushaltsreinigern einfach säubern", erläutert Peter Waßmann vom Bundesverband der Immobilienverwalter in Berlin. Vergilbte Steckdosen und die Plastikgehäuse von Lichtschaltern kann man bequem im Geschirrspüler reinigen. Allerdings sollte man vor dem Abschrauben die Sicherung herausnehmen und darauf achten, dass die Schalter komplett abgetrocknet sind, bevor man sie wieder anbringt.

Laminat oder Linoleum bekommt man dagegen nur schwer sauber: Die Bodenbeläge lassen sich zwar nebelfeucht wischen, doch der Rauch samt seinem Geruch dringt in die Fugen ein und setzt sich häufig auch unter dem Wand- oder Bodenbelag fest. Da helfe häufig nur Rausreißen.

Nikotinspuren im Teppich entfernen

"In offenporige Materialien wie Wandfarbe, Putz, Mauerwerk, Holz oder Teppiche ziehen diese Beläge samt der enthaltenen Schadstoffe ein", warnt Jörg Thumulla vom Berufsverband Deutscher Baubiologen in Jesteburg. Bei manchen Teppichen hat man noch eine Chance: Sie könnten mit einem so genannten Sprühextraktionsgerät gründlich gereinigt werden. Die Maschine sprüht eine Reinigungslösung tief in die Fasern und nimmt das Schmutzwasser anschließend wieder auf.

Frisch gestrichene Wand wird wieder gelb

Verputzte oder tapezierte Wände lassen sich aber nicht reinigen – und auch mit Überstreichen ist es nicht getan. "Die Ablagerungen auf und in der Wand sind wasserlöslich. Sie werden samt dem unangenehmen Geruch durch wasserbasierte Farben aktiviert und wieder an die Oberfläche gebracht", erläutert Andreas Wachlinger, Malermeister und Sachverständiger der Handwerkskammer München. Das habe zur Folge, dass eine frisch gestrichene Wand rasch von allein wieder gelb wird.

Kleister holt Nikotin und Blei aus der Wand

Selbst lösemittelhaltige Wandfarben sind keine wirkliche Lösung. "Sie verzögern das Durchschlagen der Rauchspuren nur", erklärt Wachlinger. Ebenso wenig bringt es, neu zu tapezieren. Denn der Tapetenkleister hat dieselbe Wirkung wie Wandfarbe. Das Überstreichen oder Überkleben hat sogar noch einen gefährlichen Nebeneffekt, den Laien nicht erkennen können: "Mit dem Rauch wurde krebserregendes Blei in die Wände getragen", erläutert der Sachverständige. "Auch dieses kommt durch Kontakt mit Wasser wieder an die Oberfläche und damit zurück in den Raum."

Erfolgreicher sind sogenannte überstreichbare Sperrgrundierung sowie spezielle Anti-Nikotin-Farben, im Handel auch als "Nikotinsperre" zu finden. Diese dickflüssige Kunstharzfarbe schließt die Rückstände des Zigarettenqualms ein. Sie muss sehr gleichmäßig aufgetragen werden. Darüber kommt ein zweiter Anstrich. Eine alte Tapete, die besonders viele Rückstände speichert, muss zuvor entfernt werden. "Der große Nachteil dieser Methode ist: Ich zerstöre damit die bauphysikalischen Eigenschaften der Wand, nämlich ihre Fähigkeit, den Feuchtehaushalt im Raum zu regulieren und damit auch der Schimmelpilzbildung vorzubeugen", erläutert Baubiologe Thumulla.

Mit Ozon Raucherspuren beseitigen

Eine mögliche Lösung zum Entfernen der Raucherspuren ist Ozon. Reinigungsfirmen setzen Ozongeräte nach Bränden ein. Die Maschinen spalten den Sauerstoff in der Luft in Ozon auf, welches Geruchspartikel binden kann. Die Prozedur kann Unternehmensangaben zufolge bis zu 48 Stunden dauern. Das ist auch in einer Raucherwohnung möglich – und sei einen Versuch wert, findet Thumulla.

Die einzig andere Methode, kalten Rauch und Beläge loszuwerden, ist die umfangreiche Sanierung einer stark verrauchten Wohnung: Der Wandputz muss abgeschlagen und Holz abgeschliffen werden. Verkleidungen und Türen werden ausgetauscht. Das ist aufwendig, macht Arbeit und Dreck und kostet einiges.

Bei der Wohnungsbesichtigung genau hinschauen

Wer eine neue Wohnung mietet oder ein Haus kauft, sollte genau hinschauen – und schnüffeln. Denn den kalten Rauch riecht man nur schwer bei einer kurzen Besichtigung. "Je wärmer und je feuchter es im Raum ist, umso mehr nimmt man den Geruch wahr. Sehr häufig wird im Sommer bei offenen Fenstern eine Wohnung besichtigt und gemietet", erläutert Thumulla. "Und im Winter erkennt der neue Bewohner, dass in den Räumen geraucht wurde."

Raucher, die nicht auf den Balkon gehen wollen, um ihrem Laster zu frönen, können etwas gegen sehr starke Geruchsbelastung tun. Es helfe schon, nur in einem Raum der Wohnung zu rauchen, rät der Immobilienexperte Waßmann. Bleibt dessen Tür weitgehend geschlossen, verteilt sich der Rauch im Rest der Wohnung nur begrenzt.

Lüften und Gardinen helfen gegen Nikotin

Ist der Raucherraum gefliest und wird er regelmäßig gereinigt sei das umso besser. "Und wer Gardinen aufhängt, sorgt dafür, dass in diesen ein Teil der Rückstände hängen bleibt und ausgewaschen werden kann", empfiehlt der Baubiologe Thumulla. Am meisten jedoch – da sind sich die Experten einig – bewirkt Lüften beim oder nach dem Rauchen etwas. Dann haben Rückstände erst gar keine Chance, sich abzusetzen.

Quelle: dpa-tmn

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