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Narzissen richtig pflanzen und pflegen: Tipps für Narzissen

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Narzissen richtig pflegen

Narzissen (Quelle: dpa)

Narzissen (Quelle: dpa)

Die goldgelben Blüten der Narzissen bringen mit ihrer leuchtenden Farbe die Sonne in den oft noch winterfahlen Garten. Da sie meist um Ostern herum blüht, wird die Gelbe Narzisse (Narcissus pseudonarcissus) auch einfach Osterglocke genannt. Die meisten Narzissen gedeihen auf einem nassen Rasen gut. Dabei liegt der Ursprung der Narzissenarten auf der Iberischen Halbinsel – die Pflanzen sind also nicht nur optisch Sonnengewächse. Pflege-Tipps für Narzissen, der beste Standort für die Pflanzen und was zu tun ist, wenn die Narzissen verblüht sind.

In Deutschland sind nach Angaben von Armin Jagel, Vorstandsmitglied im Botanischen Verein Bochum, zwei Arten heimisch. "Die Gelbe Narzisse wächst beispielsweise in der Eifel", erläutert Jagel. In den westlichen Alpen kommt die weiße Stern-Narzisse wild vor. Beide Narzissenarten gelten als gefährdet oder stark gefährdet.

Narzissen nicht zu Tulpen pflanzen

Schaut man sich den natürlichen Standort der Gelben Narzisse an, kann man Rückschlüsse auf einen optimalen Platz im Garten ziehen. "Auf Wiesen, die im Frühjahr nass sind, fühlen sich viele Narzissen wohl", sagt Katharina Adams, Präsidentin der Gesellschaft der Staudenfreunde (GdS) in Ettenheim (Baden-Württemberg). "Das ist anders als bei den meisten Zwiebelpflanzen." Sie rät daher, Tulpen und Narzissen nicht zusammenzupflanzen.

Narzissen: Blütentraum im Frühling
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Blätter der verblühten Narzissen nicht zu früh entfernen

"Ideal ist beispielsweise ein nasser Rasen." Dieser wird natürlich regelmäßig gemäht. Sind die Narzissen verblüht, sollte man die Blätter aber stehen lassen, bis sie gelb werden. Auch im Beet schneidet man das Laub der Pflanzen nicht zurück, sondern zupft es erst ab, wenn es sich leicht löst. "Im Staudenbeet verwendet man Narzissen vor allem als Vorblüher", sagt Adams. Die später treibenden Prachtstauden verdecken das gelb werdende Laub, wenn die Zwiebeln im mittleren bis hinteren Bereich gepflanzt werden.

Narzissen passen gut zu Rhododendron

Wichtig sei eine gut versorgte, im Frühjahr frische Erde. "Zwischen Wiesenstauden fühlen sich die Narzissen sehr wohl", erläutert die Buchautorin. Für halbschattige Waldbereiche empfiehlt Adams Narzissen als Unterpflanzung von Rhododendren. "Gerade mit Hosta kann man die Frühlingsblüher gut verbinden, da das gelb werdende Laub von den großen Blättern der Funkien verdeckt wird." Zu den Polsterstauden im Steingarten passen die kleineren Arten. Auch Sorten, an denen Arten aus dem Mittelmeerraum beteiligt sind, vertragen nach Angaben von Jagel besser lockere Böden mit einem guten Wasserabzug, da sie sonst leicht faulen können.

Dünger für die Narzissen im Frühling

Die Osterglocken freuen sich im Frühjahr über eine Kompostgabe von drei bis fünf Liter pro Quadratmeter. Erika Brunken, Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie in Bad Zwischenahn, rät, die Pflanzen nach der Blüte etwa Anfang bis Mitte April mit einem phosphatreduzierten, schnelllöslichen Volldünger zu versorgen. Er sollte ausgebracht werden, solange die Blätter der Osterglocken noch grün sind. "Dann kann die Pflanze die Nährstoffe noch aufnehmen und sie in der Zwiebel für Zuwachs und neue Blütenanlagen im nächsten Jahr speichern", sagt Brunken.

Für Balkon vorgetriebene Narzissen kaufen

Will man Narzissen in Töpfe oder Kästen auf Balkon und Terrasse pflanzen, so rät Jagel zu Vorsicht. Die Zwiebeln vieler Sorten und Arten seien frostempfindlich. Im Boden sitzen die Narzissenzwiebeln so tief, dass sie vor Kälte geschützt sind. Im Topf frieren die Zwiebeln aber leicht durch und verfaulen nach dem Auftauen. Es empfiehlt sich daher, die Narzissen für Balkonkästen und Kübel im Freien erst im Frühjahr vorgetrieben zu kaufen. Nach der Blüte kann man sie dann in den Garten pflanzen. Sie brauchen meist ein bis zwei Jahre, bis sie wieder üppig blühen.

Das sind die schönsten Frühlingsblüher
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Narzissen nicht mit Spaten teilen

Haben sich die Narzissen im Garten etabliert, bilden die Triebe von Jahr zu Jahr dichtere Büschel (Horste). Blühen sie nicht mehr so gut, ist der Zeitpunkt zum Teilen gekommen. Dazu nehme man die Narzissenzwiebeln, wenn sie das Laub eingezogen haben, aus dem Boden und schüttele die Erde ab, erläutert Adams. Dann erkenne man, dass sich rund um die einst gepflanzte Zwiebel kleinere gebildet haben. "Beim Teilen nimmt man diese Seitenzwiebeln vorsichtig mit der Hand ab", sagt die Verbandspräsidentin. Sie rät davon ab, die Horste grob mit Spaten oder Messern zu zerteilen – denn das zerstöre die Zwiebeln.

Narzissen verwildern

Manche Sorten sind besonders geeignet zum Verwildern. Dann lässt man die Pflanzen sich einfach ungehindert auf der Wiese ohne große Pflege ausbreiten. Gut zum Verwildern sind beispielsweise Alpenveilchen-Narzissen (Narcissus cyclamineus), Trompeten-Narzissen, zu denen auch die Osterglocken gehören, oder die weiße Dichternarzisse (Narcissus poeticus). Sie duftet sehr intensiv und blüht als letzte der verschiedenen Narzissen-Sorten. Ebenfalls weiß blüht die Engelstränen-Narzisse. Sie eignet sich besonders gut für sonnige Stellen wie im Steingarten. Sollen Narzissen verwildern, ist generell der richtige Standort wichtig. Also im Frühjahr feuchter Boden und sonnig, im Sommer trocken.

Osterglocken für den Strauß ausschleimen lassen

Narzissen sind auch als Blumen für den Frühlingsstrauß beliebt. Aber Vorsicht: Osterglocken sondern nach dem Schnitt eine schleimige Substanz ab, die andere Blumen schneller welken lässt. Aus diesem Grunde sollte man sie in einer separaten Vase für etwa 24 Stunden ausschleimen lassen, bevor sie im Strauß kombiniert werden.

Schöner Brauch an Weihnachten: blühende Tazetten

Blühende Hyazinthen sind ja im Winter sehr beliebt und auch weit verbreitet. Doch auch Tazetten-Narzissen lassen sich im Zimmer kultivieren und rechtzeitig zu Weihnachten zum Blühen bringen. Ihr Duft erfüllt das Zimmer dann mit einem frischen Frühlingsduft. Im Unterschied zu anderen Narzissensorten tragen die Tazetten bis zu fünf Blüten auf einem Blütenstiel. Ihre Blüten sind weiß und haben in der Mitte eine gelegentlich farbige Nebenkrone. Die Pflege ist wenig aufwendig. Die Blumenzwiebeln werden nebeneinander in eine Schale gepflanzt. Erde ist überflüssig, man kann sie auf ein Bett aus Kies oder Dekosteinen pflanzen. Dann soweit mit Wasser auffüllen, dass die Narzissenzwiebeln selbst nicht im Wasser stehen. Bis zur Blüte vergehen etwa vier bis sechs Wochen. Die Tazetten sollten möglichst hell, aber nicht zu warm stehen (also nicht über der Heizung beispielsweise). Fürs Freiland eignen sich die Tazetten übrigens nicht.

Narzissen als Zimmerpflanzen

Damit Narzissen sich möglichst lange im Zimmer halten, darf der Topfballen nie austrocknen. Je mehr Wasser die Pflanze erhält, desto höher kann sie wachsen. Darauf weist das Blumenbüro in Essen hin. Aber wie bei vielen Zimmerpflanzen gilt auch hier: Staunässe vermeiden. Die Pflanzen und ihre Blüten halten sich außerdem länger, wenn es ihnen nicht zu warm ist. Gut ist also ein kühler, aber auch ein heller Standort, etwa die Fensterbank. Narzissen recken aber ihre Blütenköpfe immer in Richtung Sonne, daher sollte man den Topf regelmäßig drehen.

Narzissen als Giftpflanzen: gefährliche Blumenzwiebeln

Alle Teile der Osterglocken sind giftig, vor allem aber die Zwiebel. Vergiftungsgefahr bei Menschen besteht, wenn die Narzissenzwiebeln wegen ihrer Ähnlichkeit mit Küchenzwiebeln verwechselt werden. Symptome können Würgen, Erbrechen bis zu Lähmungserscheinen sein. Das Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW rät, in diesem Fall unbedingt einen Arzt oder eine Klinik aufzusuchen.

Im Handel gibt es etwa 50 Sorten

Narzissen gehören zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). "Narzissen, die man in Gärten und im Blumencenter findet, sind Sorten, die durch Hybridisierung der genannten Arten mit weiteren Arten aus dem Mittelmeerraum entstanden sind", sagt der Botaniker Jagel. Es gebe rund 24.000 verschiedene Sorten. Allerdings findet man nur etwa 50 Sorten tatsächlich im Handel. Die Sorten unterscheiden sich in der Blütengröße, -form und -farbe sowie in Wuchshöhe und Blütezeit. Das Farbspektrum der Pflanzen variiert von Weiß über Gelb bis Lachsrosa.

Narzissen-gelbes Tête-à-tête

Sehr weit verbreitet ist die Sorte "Tête-à-tête" mit kleinen gelben Blüten. "Sie heißt so, weil oft zwei Blüten an einem Stängel zusammenstehen – also Kopf an Kopf", erläutert Jagel. Sie lässt sich nicht nur im Garten pflanzen, sondern gedeiht auch auf der Fensterbank. An diesem Standort kommt seit einigen Jahren die Sorte "Bridal Crown" gut an. Diese gefüllte Narzisse besticht durch cremefarbene stark duftende Blüten.

Pflege-Steckbrief Narzisse (Narcissus)

Standort

Im Frühjahr nasse Wiesen; recht sonnig.

Düngen

Nach der Blüte etwa Anfang bis Mitte April mit einem phosphatreduzierten, schnelllöslichen Volldünger versorgen. Die Blätter der Osterglocken sollten noch grün sein.

Narzissen teilen

Sind die Narzissen blühfaul geworden, teil man die Horste. Dafür keinen Spaten verwenden, das verletzt die Blumenzwiebeln nur.

Verwildern

Geeignet sind cyclamenblütige Narzissen, Trompeten-Narzissen, zu denen auch die Osterglocken gehören, oder die weiße Dichter-Narzisse.

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Quelle: dpa-tmn, zuhause.de

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