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Nachbarschaftsstreit: Die häufigsten Gründe für Ärger mit dem Nachbarn

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Was tun, wenn der Nachbar nervt?

Autor: rw

Lärm nervt die Deutschen am meisten. (Foto: Archiv)

Lärm nervt die Deutschen am meisten. (Foto: Archiv)

"Es kann der frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem lieben Nachbarn nicht gefällt." Diesen Satz hat Friedrich Schiller einst seinem Helden Wilhelm Tell in den Mund gelegt. In ihm steckt so viel Wahres, dass er inzwischen schon zur Volksweisheit geworden ist. Vor allem Lärm ist immer wieder Ursache für Streit. Einige wegweisende Gerichtsurteile zur Lärm-Belästigung haben wir für Sie zusammengestellt. Doch wie kann man Konflikte auch ohne Prozess beilegen?

Zwischen Nachbarn kann es schon einmal Ärger geben. Immerhin 38 Prozent aller Deutschen hatten in den letzten Jahren Streit und Auseinandersetzungen mit dem Nachbarn. Das geht aus einer Untersuchung der GfK Marktforschung im Auftrag der "Apotheken Umschau" hervor. Für die repräsentative Umfrage wurden 2084 Personen über 14 Jahren befragt.

Lärm stört die Deutschen am meisten

Die Deutschen streiten sich mit ihren Nachbarn am häufigsten über Lärm. So geht es bei rund jedem siebten Streit (13,6 Prozent) um Krach durch zu laute Musik oder Fußgetrampel von oben. An zweiter Stelle stehen unerledigte Gemeinschaftsausgaben wie Schneeräumen oder die Reinigung des Treppenhauses. Knapp neun Prozent aller Befragten hat sich deswegen schon einmal mit dem Nachbarn angelegt. Laute Handwerkerarbeiten wie Hämmern, Bohren oder Sägen folgen mit genau acht Prozent an dritter Stelle. Auch weitere Geräuschquellen wie regelmäßige laute Familienstreits, Kinderlärm oder das Brummen des Rasenmähers führen immer wieder zu Ärger unter Nachbarn. Die Tabelle zeigt die häufigsten Streitursachen im Überblick.

Grund für den Streit

Prozent*

Lärmbelästigung durch Musik oder TV

14

Streit über die Erledigung von Gemeinschaftsaufgaben
(Schneeräumen, Treppenhaus fegen)

9

Lärm durch Heimwerkerarbeiten (Bohren, Hämmern)

8

Behinderungen durch Autos (zugeparkte Garage oder Wege)

8

Belästigungen durch Haustiere

6

Gartenprobleme
(zu hohe Hecke, Äste, die aufs Nachbargrundstück reichen)

6

Verschmutzung der Hausanlage

5

Lärm durch ständige Streitigkeiten

5

Kinderlärm

4

Nutzung der Gemeinschaftsräume (Keller, Waschraum)

4

Belästigungen durch Grillen/Grillpartys

4

Lärm durch Rasenmäher

3

Geruchsbelästigungen

3

* Quelle: Apotheken Umschau

Ruhestörung durch langes Musizieren

Das Mietrecht setzt Musikern zum Üben und Spielen enge Grenzen. Die Beschränkungen gehen über die normalen Ruhezeiten weit hinaus. Video

Harmonische Nachbarschaft erwünscht

Bei allem Streit wird in der Untersuchung aber auch eines deutlich: Vielen gehen die Auseinandersetzungen auf die Nerven. So wünscht sich jeder Siebte (14,1 Prozent) ein besseres Verhältnis zu seinen Nachbarn. Richtig ans Eingemachte geht es bei den nachbarschaftlichen Auseinandersetzungen ohnehin nur selten. Gut vier Prozent der Deutschen sind wegen lästiger Nachbarn schon einmal umgezogen und lediglich 1,7 Prozent waren deswegen schon einmal vor Gericht.

Nicht gleich vor Gericht ziehen

Trotzdem ächzen die deutschen Zivilgerichte unter einer immer größeren Fall-Last. Ein Ast der über den Zaun aufs Nachbargrundstück reicht, ein vermeintlich falsch geparktes Auto oder eben Prozesse wegen Nichteinhalten der Ruhezeiten: Gründe für Prozesse unter Nachbarn gibt es zu Hauf. Doch wirklich gewinnen kann in einem solchen Gerichtsvorhaben eigentlich niemand. Kläger und Beklagter investieren viel Geld und Nerven in einen Rechtsstreit und wenn dieser beschieden endlich wird, geht der Verlierer nicht selten mit Revanche-Gedanken aus dem Gerichtssaal. Der nächste Prozess lässt dann oft nicht lange auf sich warten. Ein Klagegrund ist schließlich schnell gefunden.

Mediation als Alternative zum Prozess

Besser ist es, das Nachbarschaftsverhältnis gar nicht erst in diesen Abwärtsstrudel geraten zu lassen. Ein offenes Gespräch im freundlichen Tonfall zur rechten Zeit, kann manch ausufernden Nachbarzwist von vorn herein vermeiden helfen. Und auch wenn gute Worte anfangs scheitern, muss es nicht gleich der Weg zum Anwalt sein. "Es lebt sich leichter miteinander, wenn man eine einvernehmliche Lösung gefunden hat", preist Angelika Rüstow von der Arbeitsgemeinschaft Mediation im Deutschen Anwaltsverein in Berlin die Vorzüge eines Mediationsverfahrens im Vergleich zu einem Gerichtsverfahren.

Gegenseitiges Verständnis hilft beim Lösen von Konflikten

Anders als vor Gericht geht es im Mediationsverfahren nicht darum einen Schuldigen auszumachen, sondern mehr Verständnis für das Gegenüber zu erwecken. Wenn Lärm die Streitursache ist, könne eine Maßnahme beispielsweise darin bestehen, den Lärmverursacher in die Wohnung des Beschwerdeführers einzuladen, so Rüstow. Dort erlebe er dann, wie sich die Alltagsgeräusche aus seiner Wohnung für den Nachbarn anhören - und erkennt so oft, dass dieser ihn nicht aus Bösartigkeit ständig mit seinem Ruhebedürfnis nervt, sondern deshalb, weil sich bestimmte Geräusche tatsächlich störend in seine Wohnung übertragen. Die Nachbarn lernen einander kennen und die individuelle Situation des jeweils anderen verstehen. Viele Konflikte können so ohne Gerichtskosten im Einvernehmen gelöst werden.

Quelle: zuhause.de, ots, dpa-tmn

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