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Mülltrennung in Deutschland: Wie Sie Ihren Müll trennen müssen

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Vorsicht bei der Mülltrennung

Autor: hadiet; rw

Die Deutschen recyceln gern – aber häufig nicht richtig. (Quelle: dpa)

Die Deutschen recyceln gern – aber häufig nicht richtig. (Quelle: dpa)

Im Haushalt kommt jede Menge Müll zusammen – von leeren Flaschen über alte Batterien bis hin zu Restmüll und Altpapier. Und das will in Deutschland sorgsam getrennt sein. Sind wir doch über die Landesgrenzen hinweg dafür bekannt, unseren Müll fein säuberlich getrennt in viele verschiedene bunte Tonnen zu versenken. Doch häufig werden Fehler beim Recyceln gemacht. Sind Sie sich sicher, dass Sie alles richtig entsorgen? Diese Tipps für die richtige Mülltrennung sollten Sie beherzigen. Bei einigen Abfällen fällt die Antwort schwer, wie sie denn nun entsorgt werden müssen. Beweisen Sie Ihre Kompetenz in unserem Mülltrenn-Quiz.

Laut Statistischem Bundesamt (DESTATIS) haben die Deutschen im Jahr 2011 insgesamt 37,2 Millionen Tonnen Abfall produziert. Das entspricht durchschnittlich 454 Kilogramm Hausmüll pro Einwohner. Das sind im Schnitt vier Kilogramm mehr, als jeder Deutsche noch im vorangegangenen Jahr 2010 produziert hatte.

Probleme bei der Mülltrennung im Haushalt

Doch wohin mit dem ganzen Abfall, der sich ansammelt, bis er von der Müllabfuhr abgeholt wird? Obst- und Gemüsereste können sofort zu Kompost oder Biotonne gebracht werden. Aber was ist mit Papier, den Flaschen und dem gelben Sack? Nirgendwo ist Platz in der Küche und schnell entstehen unangenehme Gerüche – dann sind auch Fliegen und Maden nicht mehr weit.

Müll trennen mit System

Die Küche ist das Zentrum der häuslichen Abfallwirtschaft. "Hier fallen täglich die größten Posten an", sagt Ursula Knupfer vom Netzwerk Haushalt in Bonn. Vornehmlich ist das zum Recycling gekennzeichneter Abfall, kompostierbarer Grünabfall und Restmüll. Während der Restmüll direkt in die Tonne darf, muss für Reste aus Kunststoff, Weißblech und Aluminium sowie die Verbundverpackungen wie Folien, Saftbehälter und Dosen ein Zwischenlager geschaffen werden.

Moderne Küchen haben das bereits in den Schränken: "Die Systeme der Küchenhersteller sind in der Regel unter der Spüle oder unter der Arbeitsplatte in einen Schrank integriert", sagt Frank Hüther, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) in Mannheim. Viele Regalsysteme sind so ausgelegt, dass sie mit einer Hand bedient werden können: Die Schranktür wird geöffnet, die Behälter schwenken aus oder werden hervorgezogen.

Müll nicht nur trennen, sondern auch noch waschen?

Die Systeme kann man auch nachrüsten. Alternativ könnte man einfach mehrteilige Mülleimer mit mehreren Behältern nutzen, rät Hüther. Die Behältnisse sollten gut verschließbar sein, damit sich keine unangenehme Gerüche ausbreiten können oder Ungeziefer angelockt wird. "Aus hygienischen Gründen sollten die Abfälle mindestens alle zwei Tage entsorgt werden", rät Knupfer. Sollte es doch mal müffeln, helfen Ihnen diese sieben Tipps gegen stinkenden Müll.

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Die mit dem Grünen Punkt gekennzeichneten Verpackungen müssen je nach Kommune in den Gelben Sack oder die Gelbe beziehungsweise Grüne Tonne. In kleinen Kommunen müssen diese Abfälle oft zu den Recyclinghöfen gebracht werden – die Abgabe ist kostenlos. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) rät, die Becher, Tüten und Flaschen nur "löffelrein" zu entsorgen. Sie extra mit Wasser auszuspülen verschlechtere die Umweltbilanz wieder.

Mülltrennung: Nicht jedes Papier gehört zum Altpapier

Viel Platz im Haus nimmt Altpapier weg, das vielerorts an der Haustür abgeholt wird. Bis zum Sammeltermin können dafür in einer geräumigen Küche Boxen oder große Tüten mit stabilem Klappboden aufgestellt werden. Schön ist das nicht – daher rät Friedericke Farsen von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf: "Ansonsten kommen diese in die Besenkammer, den Hauswirtschaftsraum, den Keller oder die Garage."

Mülltonne verstecken – so gelingt es
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Wer große Mengen Papier hat, kann diese meist auch direkt beim Wertstoffhof abgeben. Außerdem sammeln häufig Schulen oder Vereine Altpapier, das zu einem Privatentsorger geschafft wird. Doch nicht jedes Schnippselchen sollte ins Altpapier: Fax- und Thermodruckerpapier, imprägnierte und beschichtete Papiere, Kohlepapier, Styropor und Tapetenreste gehören nicht zum Altpapier. Ist es durch Lebensmittel oder Farbe verschmutzt, ist Papier dem NABU zufolge auch nicht mehr recycelbar. Spuren von Erde machen dagegen nichts aus.

Abfallentsorgung von Trinkgläsern, Steingut und Porzellan

Verpackungsgläser wie Getränkeflaschen, Konservengläser, Marmeladengläser und pharmazeutische Glasbehälter werden zum kommunalen Container gebracht. In Mehrfamilienhäusern gibt es oft sogar eigene Tonnen dafür. "Steingut und Porzellan dürfen hier jedoch nicht eingeworfen werden", erläutert Farsen. Auch Trinkgläser haben hier nichts zu suchen, wie Christine Siemens vom Bundesverband der Glasindustrie mitteilt.

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Die Zusammensetzung des Glases für die Verpackungen ist immer gleich und kann so problemlos wieder verwertet werden. Trinkgläser, Bleikristall, Fensterglas oder Spiegel bilden eigene Glasarten und gehören deshalb nicht in den Glascontainer. Ihre individuelle Materialmischung würde zu starken Verunreinigungen des Altglases führen. Zudem könnten die Scherben nicht bei einer gleichmäßigen Schmelztemperatur wieder aufbereitet werden.

Häufig werden Senfgläser als Trinkgläser weiter verwendet. Trotzdem sind sie als Verpackungsglas hergestellt worden und dürfen daher in den Glascontainer eingeworfen werden. Die Sortierung von Altglas erfolgt nach Farben. Weiß-, Braun, und Grünglas kommt in die jeweiligen Container, Buntglas wie etwa blaue Flaschen muss zusammen mit Grünglas entsorgt werden. "Der Grün-Container verträgt Fehlfarben am besten", erklärt Farsen.

Elektroschrott gehört nicht in den Hausmüll

Darüber hinaus sollte man der Umwelt zuliebe Batterien entsorgen: In vielen Supermärkten gibt es dafür Recycling-Boxen, erläutert Knupfer. Für Elektroschrott wie den ausgedienten Fön gibt es Sammelstellen, etwa auf Wertstoffhöfen. Oft nehmen außerdem Händler alte Geräte beim Kauf neuer an.

CDs und DVDs landen oft in der falschen Mülltonne

Alte Musik-CDs und DVDs sollte man Wertstoffhöfen oder in die Gelbe Tonne geben. Allerdings rät der NABU, heikle Daten-CDs vorher zu zerbrechen oder zu zerkratzen. Sollen die CDs wieder für neue Rohlinge zum Einsatz kommen, müssen sie allerdings zum Wertstoffhof. Auch lohnt sich das Recycling von echten Korken – aus ihnen werden Dämmstoffe gemacht. Man sollte sie in einer Tüte sammeln, bis eine größere Menge zusammengekommen ist. Etwa Kirchen und soziale Einrichtungen sind Abnehmer. Hier finden Sie Korksammelstellen in Ihrer Nähe.

Altkleider an den richtigen Empfänger geben

Das gilt auch für Altkleider und Schuhe. "Wer möchte, dass seine Spende oder deren Erlös Bedürftigen zu Gute kommt, sollte genau hinschauen, wem er sie gibt", rät Verbraucherschützerin Farsen. "Hinter Haustürsammlungen oder Containern verbergen sich oft Firmen, die aus der Spende für sich Profit machen." Auch nicht mehr tragbare Stücke sowie Lumpen sollten dem NABU zufolge in die Kleiderspende. Denn das Kleiderrecycling sei derzeit nur auf diese Weise möglich. Die Stücke werden von den Hilfsorganisationen gesichtet, Kaputtes wird an Firmen weitergegeben, die daraus Putzlappen, Dämmmaterial und ähnliches produzieren.

Müll trennen: Sonder- und Sperrmüll entsorgen

Vieles weitere, wie Renovierungsabfälle, Reste von Chemikalien oder Energiesparlampen, nehmen vielerorts der Wertstoffhof oder Sammeltransporte, die zu bestimmten Terminen an die Haustür kommen, entgegen. Auch Sperrmüll wird meist kostenlos nach vorheriger Anmeldung abgeholt, in vielen Kommunen gibt es halbjährliche bis jährliche Termine. Die Umweltberatung von Städten und die Verwaltungen der Gemeinden kennen diese Termine und geben die Adressen von verschiedenen Sammelstellen heraus.

Vorsicht bei Energiesparlampen

Bei Energiesparlampen sollten Sie besonders achtsam sein. Gehen Sie zu Bruch, verbreiten sich giftige Dämpfe des Quecksilbers im Raum. Halten Sie unbedingt Abstand von der Gefahrenstelle. Die Gase sind zwar nicht sichtbar, aber äußerst gesundheitsgefährdend für Menschen und Tiere. Sie können Gehirn und Nervensystem stark schädigen.

Wenn Sie diese Tipps vom Umweltbundesamt (UBA) zum sicheren Entfernen kaputter Energiesparlampen beachten, ist die Situation allerdings ausreichend ungefährlich. Mit diesen Tipps der Verbraucherzentrale NRW und dem Bundesverband Glasindustrie trennen Sie Ihren Müll richtig.

Quelle: dpa-tmn, zuhause.de

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