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Müll richtig trennen: Was man beim Recycling beachten muss

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Welcher Abfall gehört in welche Tonne?

Autor: hadiet; rw

Die Deutschen recyceln gern – aber häufig nicht richtig. (Quelle: dpa)

Die Deutschen recyceln gern – aber häufig nicht richtig. (Quelle: dpa)

Im Haushalt kommt jede Menge Müll zusammen – von leeren Flaschen über alte Batterien bis hin zu Restmüll und Altpapier. Und das will in Deutschland sorgsam getrennt sein. Sind wir doch über die Landesgrenzen hinweg dafür bekannt, unseren Müll fein säuberlich getrennt in viele verschiedene bunte Tonnen zu versenken. Doch häufig werden Fehler beim Recyceln gemacht. Sind Sie sich sicher, dass Sie alles richtig entsorgen? Diese Tipps für die richtige Mülltrennung sollten Sie beherzigen.

Laut Statistischem Bundesamt (DESTATIS) haben die Deutschen im Jahr 2012 insgesamt 36,7 Millionen Tonnen Hausabfall produziert. Das entspricht durchschnittlich 456 Kilogramm Hausmüll pro Einwohner. Dabei macht der Anteil der getrennt gesammelten Abfälle mit 58 % den Großteil aus. Je Einwohner wurden demnach 72 Kilogramm Papier/Pappe, 32 Kilogramm gemischte Verpackungen, 24 Kilogramm Glas und 113 Kilogramm Bioabfälle gesammelt. Dennoch stellte der Restmüll mit 164 Kilogramm je Einwohner den größten Einzelposten, während Sperrmüll mit 2,4 Millionen Tonnen oder 29 Kilogramm je Einwohner nur 6 % des Gesamtaufkommen ausmacht. 

Welcher Müll in welche Tonne?

Bei einigen Abfällen ist es gar nicht so leicht zu entscheiden, in welchen Mülleimer sie gehören. Selbst beim vermeintlich einfach einzuschätzenden Glas gibt es einige Hürden. Wohin beispielsweise mit blauen Flaschen, wenn es doch nur Container für Weißglas, Braunglas und Grünglas gibt? Bunte Flaschen wandern ins Grünglas. Diese Mischung kann beim Einschmelzen mit dem größten Anteil an sogenannten Fehlfarben klarkommen. Darauf weist die Initiative der Glasrecycler hin.

Die Verschlüsse müssen laut Umweltbundesamt übrigens über den Verpackungsmüll extra entsorgt werden. Das heißt, sie kommen in die gelbe Tonne oder den gelben Sack. Papier an Flaschen sowie sonstige Anhaftungen aus Kunststoff oder Metall dürfen hingegegen dranbleiben. Sie werden in der Aufbereitung entfernt. Auch das Sammeln von Flaschenkorken lohnt sich: Sie lassen sich zu Dämmstoffen weiterverarbeiten. Hier finden Sie Korksammelstellen in Ihrer Nähe.

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Trinkgläser dürfen nicht zum Altglas

Trinkgläser hingegen gehören nicht in den Glascontainer, sondern in den Restmüll. Wie Bleikristall, Fensterglas oder Spiegel bilden sie eine eigene Glasart, deren individuelle Materialmischung zu starken Verunreinigungen des Altglases führen würde. Zudem könnten die Scherben nicht bei einer gleichmäßigen Schmelztemperatur wieder aufbereitet werden. Kaputtes Geschirr aus Porzellan oder Steingut hat im Altglascontainer nichts zu suchen und kommt in den Restmüll, wie das Umweltbundesamt (UBA) erklärt. 

Nicht jedes Papier gehört zum Altpapier

Auch beim Papier gibt es Grenzfälle. Fax- und Thermodruckerpapier, imprägnierte und beschichtete Papiere, Kohlepapier, Styropor und Tapetenreste gehören beispielsweise nicht zum Altpapier. Durch Lebensmittel oder Farbe verschmutztes Papier ist dem NABU zufolge auch nicht mehr recycelbar. Spuren von Erde machen dagegen nichts aus.

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Dürfen benutzte Servietten ins Altpapier?

Servietten hingegen dürfen prinzipiell im Altpapier entsorgt werden. Denn genau wie normales Papier enthalten Küchentücher und Servietten sogenannte Nassfestmittel. Diese sorgen dafür, dass sie sich nicht direkt beim Kontakt mit Wasser auflösen, erklärt das UBA. Aber: Sind die Tücher stark verschmutzt, kommen kleinere Mengen in den Bioabfall. Viele stark verschmutzte Papiertücher – wozu auch Taschentücher gehören – werden am besten in den Restmüll gegeben.

Alle Essensreste in den Biomüll oder auf den Kompost?

In haushaltsüblichen Mengen dürfen rohe, gekochte oder verdorbene Nahrungsmittel in die Biotonne, genauso wie Fleisch- und Wurstwaren, Fischgräten und Tierknochen. Sie werden am besten in Zeitungspapier eingewickelt. Darauf weist das Bundesumweltministerium hin. Reste von Brot und sonstigen Backwaren sind in dieser Tonne ebenfalls erlaubt.

Milch darf nicht in die Biotonne

In die Biotonne kommen außerdem: Milchprodukte wie die Reste von Joghurt und Quark sowie Käse einschließlich der Naturrinde, Teebeutel, Teereste sowie Kaffeesatz und Kaffeefilter, Schalen von Äpfeln, Birnen und Kartoffeln. Milch aber nicht. Und: Auf dem Kompost im Garten landen diese Nahrungsmittel besser nicht, sie locken Ratten an.

Müll beim Trennen auch noch waschen?

Die mit dem Grünen Punkt gekennzeichneten Verpackungen müssen je nach Kommune in den Gelben Sack oder die Gelbe beziehungsweise Grüne Tonne. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) rät, die Becher, Tüten und Flaschen nur "löffelrein" zu entsorgen. Sie extra mit Wasser auszuspülen verschlechtere die Umweltbilanz wieder.

Elektroschrott gehört nicht in den Hausmüll

Darüber hinaus sollte man der Umwelt zuliebe Batterien entsorgen: In vielen Supermärkten gibt es dafür Recycling-Boxen, erläutert Knupfer. Für Elektroschrott wie den ausgedienten Föhn gibt es Sammelstellen, etwa auf Wertstoffhöfen. Oft nehmen außerdem Händler alte Geräte beim Kauf neuer an.

CDs und DVDs landen oft in der falschen Mülltonne

Alte Musik-CDs und DVDs sollte man Wertstoffhöfen oder in die Gelbe Tonne geben. Allerdings rät der NABU, heikle Daten-CDs vorher zu zerbrechen oder zu zerkratzen. Sollen die CDs wieder für neue Rohlinge zum Einsatz kommen, müssen sie allerdings zum Wertstoffhof.

Altkleider an den richtigen Empfänger geben

Bei Altkleidern und Schuhen sollte man wählerisch sein. "Wer möchte, dass seine Spende oder deren Erlös Bedürftigen zu Gute kommt, sollte genau hinschauen, wem er sie gibt", rät Friedericke Farsen von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf. "Hinter Haustürsammlungen oder Containern verbergen sich oft Firmen, die aus der Spende für sich Profit machen." Auch nicht mehr tragbare Stücke sowie Lumpen sollten dem NABU zufolge in die Kleiderspende. Denn das Kleiderrecycling sei derzeit nur auf diese Weise möglich. Die Stücke werden von den Hilfsorganisationen gesichtet, Kaputtes wird an Firmen weitergegeben, die daraus Putzlappen, Dämmmaterial und ähnliches produzieren.

Müll trennen: Sonder- und Sperrmüll entsorgen

Vieles weitere, wie Renovierungsabfälle, Reste von Chemikalien oder Energiesparlampen, nehmen vielerorts der Wertstoffhof oder Sammeltransporte entgegen. Auch Sperrmüll wird meist kostenlos nach vorheriger Anmeldung abgeholt, in vielen Kommunen gibt es halbjährliche bis jährliche Termine. Termine und Adressen der verschiedenen Sammelstellen können Sie bei der Gemeide oder dem örtlichen Abfallentsorger erfragen..

Vorsicht bei Energiesparlampen

Bei Energiesparlampen sollten Sie besonders achtsam sein. Gehen sie zu Bruch, verbreiten sich giftige Dämpfe des Quecksilbers im Raum. Halten Sie unbedingt Abstand von der Gefahrenstelle. Die Gase sind zwar nicht sichtbar, aber äußerst gesundheitsgefährdend für Menschen und Tiere. Sie können Gehirn und Nervensystem stark schädigen. So entsorgen Sie eine zerbrochene Energiesparlampe richtig.

Müll trennen mit System

So sinnvoll die Mülltrennung auch ist, nimmt sie in der Wohnung doch sehr viel Platz in Anspruch. Für jede Müllart braucht man einen eigenen Behälter. Die Küche ist das Zentrum der häuslichen Abfallwirtschaft. "Hier fallen täglich die größten Posten an", sagt Ursula Knupfer vom Netzwerk Haushalt in Bonn. Vornehmlich ist das zum Recycling gekennzeichneter Abfall, kompostierbarer Grünabfall und Restmüll. Während der Restmüll direkt in die Tonne darf, muss für Reste aus Kunststoff, Weißblech und Aluminium sowie die Verbundverpackungen wie Folien, Saftbehälter und Dosen ein Zwischenlager geschaffen werden.

Moderne Küchen haben das bereits in den Schränken: "Die Systeme der Küchenhersteller sind in der Regel unter der Spüle oder unter der Arbeitsplatte in einen Schrank integriert", sagt Frank Hüther, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) in Mannheim. Viele Regalsysteme sind so ausgelegt, dass sie mit einer Hand bedient werden können: Die Schranktür wird geöffnet, die Behälter schwenken aus oder werden hervorgezogen.

Die Systeme kann man auch nachrüsten. Alternativ könnte man einfach mehrteilige Mülleimer mit mehreren Behältern nutzen, rät Hüther. Die Behältnisse sollten gut verschließbar sein, damit sich keine unangenehme Gerüche ausbreiten können oder Ungeziefer angelockt wird. "Aus hygienischen Gründen sollten die Abfälle mindestens alle zwei Tage entsorgt werden", rät Knupfer. Sollte es doch mal müffeln, helfen Ihnen diese sieben Tipps gegen stinkenden Müll.

Quelle: dpa-tmn, zuhause.de

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