27.07.2011, 00:00 Uhr
Rotweinflecken sollte man möglichst rasch entfernen. (Foto: imago)
Wer Polstermöbel richtig pflegt, hat lange Freude an Bezug und Polsterung. Nach einigen Jahren Gebrauch ist eine gründliche Reinigung aber meist unumgänglich. Der Reinigungsaufwand richtet sich dabei nach Art und Material des Bezugs sowie nach der Intensität der Verschmutzung. Kaffee, Rotwein, Blut: Mit diesen Tipps können Sie die fünf schlimmsten Flecken aus Stoff- und Lederpolstern entfernen.
Beim Kauf eines Sofas lohnt es sich, auf pflegeleichte Bezüge zu achten. Das erleichtert die Reinigung und kann mittel- bis langfristig Kosten sparen. "Bei Sitzmöbeln und Rückenpolstern sollte man darauf achten, dass die Bezüge abnehmbar sind und gereinigt, besser noch gewaschen werden dürfen", rät Josefa Stegherr, Hauswirtschaftsmeisterin beim Verbraucherservice Bayern.
Die Existenz eines Reißverschlusses allein ist noch kein ausreichendes Indiz für die Waschbarkeit, denn er wird von manchen Herstellern aus Kostengründen an der letzten Naht des Bezugs eingefügt. Es lohnt sich also, genau hinzuschauen und im Zweifel den Verkäufer zu fragen.
Da ein ganzer Möbelbezug oft nicht in die eigene Waschmaschine passt, sind außerdem Bezüge praktisch, die mit Hilfe von mehreren Reißverschlüssen in Einzelteile zerlegt werden können. Am besten lässt man sich vom Verkäufer zeigen, wie die Teile abgenommen werden.
Die Art der Reinigung geben die Pflegesymbole vor. "Ein Blick auf das Kennzeichnungsetikett mit Pflegehinweisen und -symbolen ist unverzichtbar", erläutert Stegherr. Ein großer Buchstabe in einem Kreis steht beispielsweise für chemische Reinigung. Ein Waschbottich mit einer Temperaturangabe besagt, dass der Bezug gewaschen werden kann.
Grundsätzlich seien synthetische Materialien wie Mikrofaser leichter zu reinigen und strapazierfähiger als Stoffe aus Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder Wolle, wie Lothar Knerr vom Verband Deutscher Möbelsachverständiger erklärt. In dieser Hinsicht seien auch farbenfrohe, gemusterte Bezüge pflegeleichter als einfarbige, helle Materialien. Zwar würden sie nicht weniger schmutzig, jedoch fielen die Gebrauchsspuren hier viel weniger auf.
Zur regelmäßigen Alltagspflege der Polstermöbel dient der Staubsauger. "Brösel, Haare, Schuppen und Staub lassen sich mit einer Polsterdüse wunderbar absaugen. Dabei dürfen auch die Ritzen nicht vergessen werden. Lassen sich Polster hochheben - umso besser", sagt Stegherr. Vorsicht sei bei Velours geboten: Damit keine Streifen entstehen, sollte die Leistung des Saugers reduziert und in Strichrichtung gearbeitet werden. "Ein guter Trick ist, einen Feinstrumpf über die Düse zu ziehen. Darin bleiben kleine Teile wie Ohrringe oder auch Legosteine sicher hängen." Auch ein Abbürsten in Strichrichtung kommt in Frage - allerdings nur mit einer weichen Bürste.
Lose Kissen lassen sich gut im Freien ausklopfen. Anschließend werden sie am besten umgedreht oder neu gruppiert, so dass sie gleichmäßig und nicht nur an den Lieblingsstellen abgenutzt werden. Auch eine feuchte Reinigung ist möglich. "Dazu wird das Möbel mit einem feuchten, sehr gut ausgewrungenen, sauberen Tuch abgewischt", empfiehlt Siegfried Lange, Berater beim Deutschen Textilreinigungsverband in Bonn. Wer unschöne Ränder garantiert vermeiden will, verwendet destilliertes und damit kalkfreies Wasser.
Reinigungsmittel sind nur mit Vorsicht anzuwenden. "Auf keinen Fall sollte Seife verwendet werden: Sie enthält Fett, welches dann beim Wischen in den Bezug und das Polster eindringt."
Kleine Flecken auf den Polstern sollten immer sofort behandelt werden. Die erste Maßnahme bei Wein, Ketchup und Cola ist, die Stelle mit einem sauberen Tuch sorgfältig abzutupfen. "Dann wird die verschmutzte Stelle mit einem feuchten Tuch vorsichtig vom äußeren Rand zur Mitte hin gereinigt", sagt Knerr. Stegherr empfiehlt außerdem, für ein besseres Reinigungsergebnis einen Schuss fettlösendes Spülmittel hinzuzugeben.
Blut, Ei und Urin sollten nur mit kaltem Wasser behandelt werden. Dabei darf auf keinen Fall gerieben werden. Nach der Entfernung des Flecks wird die ganze Fläche mit einem nebelfeuchten Tuch von Naht zu Naht abgewischt. Dadurch werden Trockenränder vermieden.
"Bei säurehaltigen Flüssigkeiten oder auch bei aggressiven Schweißflecken von Menschen, die Medikamente nehmen, hat man allerdings oft keine Chance", warnt Knerr. Dann helfe nur noch die Reinigung durch den Profi.
Quelle: dpa-tmn
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