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Mehltau an Rosen und anderen Pflanzen bekämpfen

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So werden Sie Mehltau los

Autor: hadiet

Falscher oder echter Mehltau? In jedem Fall muss etwas unternommen werden. (Quelle: imago\Waldemar Boegel)

Falscher oder echter Mehltau? In jedem Fall muss etwas unternommen werden. (Quelle: Waldemar Boegel/imago)

So schön das Gärtnern sein kann, so anstrengend und nervenraubend ist es, wenn die eigenen Pflanzen von Insekten oder Krankheiten befallen sind. Besonders tückisch ist der Mehltau. Vor allem Rosen sind anfällig für den Pilzbefall. Schon von Weitem sind die weißgrauen Flecken der Krankheit auf Blättern und Knospen zu sehen. Obwohl die Krankheit nicht einfach zu behandeln ist, braucht man nicht gleich zu verzweifeln. Die Stiftung Warentest verrät in ihrem Pflanzenschutz-Ratgeber*, wie Sie Krankheitsbilder erkennen und welche Tipps gegen Mehltau wirklich helfen.

So zeigt sich der Pilz bei Befall

Beim Mehltau unterscheidet man zwischen "falschem" und "richtigem" Mehltau. Beide Varianten breiten sich über Sporen aus. Sie bilden ein Geflecht aus sehr feinen Fasern, das auch Myzel genannt wird. Als weißer bis grauer Pelz macht es sich auf den Pflanzen bemerkbar. Besonders gut gedeiht Mehltau in feuchter Umgebung. Beide Arten bilden verschiedene Spezies aus, die nicht direkt von einer Pflanzengattung auf die andere übertragen werden können. Apfelmehltau kann beispielsweise nicht auf Rosen überspringen.

Der richtige Mehltau

Der richtige Mehltau bildet einen weißen, mehlartigen Belag auf der Oberseite der Blätter, wo er sich zu beginn des Befalls noch leicht abwischen lässt. Im fortgeschrittenen Stadium sind meist auch die Triebspitzen, Knospen und Früchte sowie die Unterseiten der Blätter betroffen. Im Verlauf der Krankheit rollen sich die Blätter ein und die Triebe verkrüppeln zum Teil so stark, dass kein weiteres Wachstum möglich ist.

Besonders bei trockenem und warmen Wetter in Kombination mit nächtlichem Tau verbreitet sich der Pilz rasant. Sonnige Tage in Frühjahr und Herbst, sowie der Spätsommer begünstigen daher die Ausbreitung des Mehltaus. Im Spätherbst bildet der Pilz dann dunkle Winterfruchtkörper, die in herabgefallenem Laub und anderen Pflanzenresten überwintern können.

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Erdbeeren und Weintrauben reagieren anders

Eine Ausnahme im Erscheinungsbild des Mehltaus gibt es etwa beim Befall von Erdbeerenpflanzen oder Weinstöcken. Die Blätter der Erdbeere verfärben sich an den Blattunterseiten rot und bilden kaum weißen Belag auf den Oberseiten. Die Blätter rollen sich nach oben ein. Auch bei den Reben verfärben sich die Blätter ähnlich und die Trauben platzen bei fortschreitender Krankheit auf.

Der falsche Mehltau

Viele Gemüsearten und krautige Pflanzen werden vom falschen Mehltau befallen. Wenn die Pflanzen befallen sind, erkennt man das an rötlich-violetten Flecken an der Blattoberseite. Viele Arten zeigen auch gelbe bis braune Flecken, die durch die Blattadern begrenzt werden. An der Blattunterseite dagegen bildet sich ein schmutzig grauer Pilzrasen. Knospen und Triebe trocknen oft aus, bei Weinstöcken vertrocknen sogar die Früchte.

Das Wachstum des falschen Mehltaus wird durch feuchtes und mäßig warmes bis kühles Wetter begünstigt, sowie durch einen überhöhten Stickstoffgehalt im Boden. Der Pilz bildet ständig neue Unterarten aus, gegen die immer wieder neue resistente Pflanzen gezüchtet werden. Beim Kauf solcher Pflanzen entdeckt man deshalb auf deren Deklarierung findet man deshalb oft Angaben wie "gegen Rasse 1 – 26".

Mit Milch gegen Mehltau

Als einfaches Hausmittel hat sich Milch gegen Mehltau bewährt: Man mischt einen Teil Milch mit neun Teilen Wasser und sprüht die Mixtur auf die befallene Pflanze. Wichtig ist, dass es sich um Frischmilch handelt. Die Mikroorganismen aus der Milch bekämpfen den Pilz. Deshalb ist H-Milch für diesen Zweck ungeeignet. Das Lecithin in der Milch bekämpft den Pilz und das Natriumphosphat stärkt die Abwehrkräfte der Pflanze. Die Prozedur sollten Sie zwei bis dreimal in der Woche wiederholen.

Darauf müssen Sie bei der Bekämpfung achten

Generell sind alle Pflanzenreste und befallenen Teile zu entfernen und sicher zu entsorgen, da der Pilz in ihnen überwintern kann. Er überlebt auch an Gartengeräten, Holzpfählen oder Sichtschutzzäunen aus organischem Material. Deshalb ist es besonders wichtig, Geräte und Pflanzgefäße nach einem Kontakt mit erkrankten Pflanzen gründlich zu reinigen. Nutzen Sie ein Antiseptikum oder Alkohol zur Reinigung. Das gilt im Übrigen auch für Ihre Hände.

Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln muss immer mit Bedacht vorgegangen werden. Mit den Giften dürfen nur befallene Pflanzen benetzt werden, um Nützlinge und gesunde Nachbarpflanzen nicht zu schädigen. Wenn Sie Obst- und Gemüsepflanzen behandeln, sollten Sie zu Ihrem eigenen Schutz immer die Wartezeiten beachten, die auf den Fungiziden angegeben sind. Sie beziehen sich auf den Mindestzeitraum, nach dem Früchte und Gemüse wieder unbedenklich verzehrt werden können.

Vorbeugen ist die beste Medizin

Pilzkrankheiten wie der Mehltau lassen sich durch vorbeugende Maßnahmen am besten fernhalten. Nach einem Befall ist es immer schwierig, die Krankheit zu stoppen. Zudem sehen die meist notwendigen Schnitte an Sträuchern und Bäumen unschön aus. Wenn Sie diese Bekämpfungs- und Pflegetipps gegen Mehltau beachten, bleiben Ihre Pflanzen im Garten und auf dem Balkon kräftig und gesund.

*Ratgeber "Pflanzenschutz - unser gesunder Garten" von Joachim Mayer in Zusammenarbeit mit Konstanze Neubauer und Dr. Sigrun Künkele. Erschienen bei der Stiftung Warentest, 304 Seiten, 22,90 EUR.

Quelle: zuhause.de

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