Autor: rw
Mäuse im Haus mag niemand gerne. Die flinken Nager können einigen Schaden anrichten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Mäuse im Haus mag niemand gern. Manche Menschen ekeln sich so sehr vor ihnen, dass man schon von einer handfesten Phobie sprechen kann. Tatsächlich machen Mäuse im Haus einige Probleme und können sogar schwerste Krankheiten übertragen. Zugleich sind die kleinen, flinken Nager Meister des Versteckspiels, so dass ein Befall nicht immer sofort auffällt. Woran Sie erkennen, dass Mäuse im Haus sind, und wie Sie Mäuse im Haus erkennen, fangen und bekämpfen können.
Vor allem im Winter, wenn es draußen kalt, in den Häusern aber lauschig warm ist, suchen Mäuse gerne Unterschlupf in den beheizten Gebäuden. "Die kleinen Nager sind sehr anpassungsfähig, bauen sich in der neuen Umgebung schnell einen gemütlichen Schlafplatz und gehen meist nachts auf die Suche nach Fressbarem", weiß die Biologin Ursula Bauer von der "aktion tier" in Berlin.
Viele Menschen unterschätzen die Gefahren, die von Mäusen ausgehen. "Mäuse gehören zu den gefährlichsten Schädlingen überhaupt", informiert das Unternehmen Rentokil, einer der größten Dienstleister im Bereich der privaten und gewerblichen Schädlingsbekämpfung in Deutschland, auf seinen Internetseiten. Unter anderem wird das extrem gefährliche Hantavirus über die Ausscheidungen von Mäusen übertragen.
Das angesehene Robert Koch Institut (RKI) warnt: "Seit Januar 2010 häufen sich in Bayern erneut von Hantaviren hervorgerufene Humanerkrankungen. Die Viren werden vor allem von Mäusen auf den Menschen übertragen." Auch einige Gebiete in Mitteldeutschland seien aktuell wieder vermehrt betroffen. "Vorsicht im Umgang mit und bei Kontakt von Mäusen ist geboten!", so die eindringliche Warnung die RKI-Experten.
In diesem Jahr liegt die Zahl der bislang gemeldeten Hantavirus-Fälle nach RKI-Angaben schon deutlich über den Vorjahren: Allein bis Ende Juli 2012 waren es knapp 2100 Fälle, für das gesamte Jahr 2010 sind nur rund 2000 Fälle dokumentiert und 2009 lagen die Infektionszahlen sogar noch bei unter 200 Fällen im ganzen Jahr. Das Virus ist also wieder auf dem Vormarsch.
Eine Hantavirus-Infektion fällt zunächst oft nicht auf, kann sich aber im Frühstadium mit grippeähnlichen Symptomen bemerkbar machen. Mehrtägig anhaltendes Fieber von mehr als 38 Grad, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen sind häufig die ersten Symptome. Anschließend kann der Blutdruck abfallen und die Nierenfunktion gestört werden. Im schlimmsten Fall kommt es zu akutem Nierenversagen. Betroffene müssen umgehend behandelt und die Infektion den Behörden gemeldet werden.
Das Hantavirus wird hauptsächlich über Kot und Urin von Rötelmäusen übertragen. Menschen können die Viren zusammen mit Staubpartikeln einatmen. Angesichts des starken Anstiegs in diesem Jahr ist es ratsam Bereiche wie Keller, Schuppen und auch Dachböden ausreichend zu lüften. Bei Reinigungsarbeiten und bei Kontakt mit Mäusekot sollten Sie besonders vorsichtig sein und eine Atemschutzmaske tragen.
Doch auch wenn das Hantavirus aktuell wieder vermehrt auftritt, ist eine Ansteckung bei wenigen tausend Neuinfektionen pro Jahr bezogen auf die starke Verbreitung von Mäusen eher selten – vor allem außerhalb der Risikogebiete. Doch auch dann sind die kleinen Nager mehr als nur nervige Untermieter. Abgesehen von ihren Hinterlassenschaften richten die flinken Nager auch darüber hinaus einigen Schaden an.
"Mäuse verunreinigen Lebensmittel und Vorräte durch Anfraß und Exkremente und sind verantwortlich für Schäden an Kabeln und elektrischen Anlagen", warnen die Schädlingsbekämpfer von Rentokil. Auch das Institut für Schädlingskunde bewertet Mäuse als "gefährliche Hygieneschädlinge" und gibt den Hinweis, dass Mäuse sich "mit Lebendfallen, Schlagfallen oder speziellen Fraßködern bekämpfen" lassen.
Effektiv und häufig eingesetzt ist die Schlagfalle. Die meist auf einer Holzunterlage angebrachte Konstruktion besteht aus einem Metallbügel, der mittels einer kräftigen Feder nach hinten gespannt werden kann, und einem Köder. "Mit Speck fängt man Mäuse", behauptet der Volksmund, doch die Schlagfallen lassen sich auch mit Rosinen, Nüssen oder natürlich auch Käse bestücken.
Sobald sich eine Maus den Köder einverleiben will, wird die Falle ausgelöst. Der Metallbügel schnappt zu und bricht der Maus Genick oder Rückgrat. Eben diese Funktionsweise ruft bei Tierschützern immer wieder Kritik hervor. "Der Einsatz dieser grausigen Fallen, bei denen die Maus durch einen zurückschlagenden Metallbügel erschlagen wird, ist mit dem Tierschutzgedanken nicht vereinbar", moniert Ursula Bauer von "aktion tier".
Die Biologin empfiehlt stattdessen Lebendfallen, um Mäuse wieder los zu werden. Meist bestehen die Fallen aus einem Metallkäfig, der auf einem Holzbrett angebracht ist, und ebenfalls mit einem attraktiven Köder bestückt wird. Sobald eine Maus an den Köder geht, löst sie damit einen Mechanismus aus, die Eingangsöffnung verschließt sich und die Maus sitzt im wahrsten Sinne des Wortes in der Falle.
Die gefangene Maus kann man nun in freier Wildbahn wieder aussetzen. "Es empfiehlt sich, das Tier erst mehrere 100 Meter vom Haus entfernt aus der Falle zu entlassen, um eine Rückkehr zu verhindern", rät Tierschützerin Bauer. Beim Aussetzen ist allerdings Vorsicht geboten. Wie andere Tiere auch, können verängstigte, in die Enge getriebene Mäuse zum Angriff übergehen, sobald sie die Chance dazu haben.
Wird man gebissen, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen. Unter Umständen muss die Tetanusimpfung aufgefrischt werden. Außerdem besteht die Gefahr einer Blutvergiftung, weil sich im Maul von Mäusen eine Unzahl verschiedenster Bakterien tummeln. Da es zum direkten Kontakt mit Mäusen und in der Folge zu einem Biss meist nur bei sehr starkem Befall kommt, sollte in Risikogebieten auch beobachtet werden, ob sich Symptome einer Hantavirus-Infektion einstellen.
Für das Aufstellen der Fallen und die Mäusebekämpfung ganz allgemein sind übrigens nicht die Mieter verantwortlich. "Mängelbeseitigung ist Sache des Vermieters", erklärt Martina Walke von der Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltverein. Allerdings müsse der Vermieter unverzüglich über die unliebsamen Mitbewohner informiert werden, damit er Schädlingsbekämpfer beauftragen kann. Entdeckt ein Mieter Mäuse, habe er das Recht, die Miete zu kürzen, sagt Walke.
Im Extremfall kann ein starker Mäusebefall sogar Mietminderungen bis zu 100 Prozent rechtfertigen. So urteilte etwa das Amtsgerichts Brandenburg, dass eine regelrechte Mäuseplage eine Wohnung komplett unbewohnbar mache und somit auch kein Anspruch auf Mietzahlung mehr bestehe (AZ.: WuM 2001, 605). Allerdings gelte bei Mietkürzungen immer der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, so Walke. Wenn nur eine Maus unter der Küchenspüle sitzt, sei die Einschränkung weniger groß, als wenn viele Mäuse unterwegs seien und von den Nagern beispielsweise Lebensmittel angefressen würden.
Sehr verbreitet für die Bekämpfung von Mäusen im Haus ist Mäusegift. Meist handelt es sich dabei um Fraßköder, die ein Rodentizid enthalten. "Die Wirkstoffe in Rodentizidködern verhindern die Blutgerinnung, so dass die Mäuse nach Aufnahme des Mäusegifts innerlich verbluten", informiert das Institut für Schädlingsbekämpfung auf seinen Internetseiten.
"Aufgrund der Wirkungsverzögerung des Mäusegifts entsteht bei den restlichen Mäusen der Gruppe keine Köderscheu", heißt es dort weiter. Würden die vergifteten Mäuse sofort verenden und neben dem Ködergift liegen bleiben, wären Artgenossen gewarnt und würden dem Gift fern bleiben,
Zwar ist Mäusegift zur Bekämpfung der kleinen Nager durchaus effektiv, es hat allerdings auch einige gewichtige Nachteile: An erster Stelle ist hier die Gefahr für Mensch und Tier zu nennen. Die im Mäusegift enthaltenen Stoffe wirken auch im menschlichen Organismus oder bei Haustieren gerinnungshemmend und können bei ungewollter Aufnahme zu inneren Blutungen führen – im schlimmsten Fall sogar mit tödlichem Ausgang. Wenn Kinder Mäusegift verschlucken, sollte man unverzüglich einen Notarzt rufen oder die Nummer der nächstgelegenen Giftnotrufzentrale wählen.
Weniger gefährlich, aber trotzdem sehr unangenehm ist ein weiterer Nachteil von Mäusegift: Wegen der Wirkungsverzögerung finden sich die toten Mäuse nicht unbedingt dort, wo man das Gift ausgelegt hat. Statt dessen verkriechen sich die Tiere und sind nur schwer auffindbar. Sobald bei den verendeten Mäusen die ersten Verwesungsprozesse einsetzen, verströmen sie einen äußerst üblen, ekelerregenden Gestank. Unser Rat deshalb: Finger weg von Mäusegift! Wer auf den Einsatz aber auf keinen Fall verzichten will, sollte sich dabei zumindest von einem professionellen Schädlingsbekämpfer beraten lassen.
Vor allem in ländlichen Gegenden werden Katzen als natürliche Fressfeinde zur Mäusebekämpfung eingesetzt. Sinnvoll ist dies allerdings tatsächlich vorwiegend auf Bauernhöfen und in deren Nachbarschaft, wo den Katzen mit Scheunen, Speichern, Dachböden und Kellern ausreichend Jagdterrain zur Verfügung steht. Für die Mäusebekämpfung im Wohnbereich des Hauses sind Katzen eher wenig geeignet. Wenn Katzen Mäuse jagen, ist dies meist eine recht blutige Angelegenheit, die innerhalb der Wohnung einige unerwünschte Spuren hinterlassen würde.
Im Internet werden auch zahlreiche Hausmittel empfohlen, die gegen Mäuse helfen sollen. So würden die Tiere etwa vom Geruch einer frischen Minze, Kamille oder auch durch Pfefferminzöl abgeschreckt. Auch den Duft von Oleander würden die Nager nicht gut vertragen. Gleiches gelte für Chilischoten und Gewürznelken, sowie für Essig. Die Wirksamkeit solcher Hausmittel ist allerdings umstritten. Dass sie ausreichen, eine größere Mäusepopulation aus dem Haus zu vertreiben, ist mehr als zweifelhaft.
Haben sich die ersten Mäuse niedergelassen, vermehren sie sich äußerst rasant. Schnell ist dem Bestand mit Hausmitteln nichts mehr entgegenzusetzen. Eine Maus kann vier bis sechs pro Jahr gebären und bringt pro Wurf vier bis acht Junge zur Welt, die nach etwa vier Wochen ihre Geschlechtsreife erreichen. So produziert ein einziges Mäusepaar inklusive Kindeskindern rund 2000 Nachkommen in nur einem Jahr. Umso wichtiger ist es, bei den ersten Anzeichen für einen Befall, Gegenmaßnahmen zu ergreifen und die Mäuse zu bekämpfen. Sonst wird sehr bald das gesamte Haus bevölkert.
Aber es ist gar nicht so leicht, den Tieren auf die Schliche zu kommen. Sehr oft bleiben Mäuse im Haus längere Zeit unentdeckt. Die scheuen Nager verstecken sich auch noch in die kleinsten Ritzen und Hohlräumen. Wenn sich Menschen nähern, haben sich Mäuse meist längst verkrochen und bleiben unsichtbar. Zu sehen kriegt man Mäuse meist nur, wenn man sie überrascht – zum Beispiel, wenn man beim Gang in den Keller das Licht einschaltet und gerade noch wahrnimmt, wie ein kleines Etwas aus dem Sichtfeld huscht.
Trotzdem gibt es mehrere Anzeichen dafür, dass Mäuse im Haus ihr Unwesen treiben. "Spätestens wenn man Kratz- und Scharrgeräusche auf dem Dachboden hört, zerfetzte, angenagte Materialien oder Mäusekot vorfindet, ist erhöhte Wachsamkeit gefragt", heißt es bei Rentokil.
Darüber hinaus solle man nach sogenannten Schmierspuren Ausschau halten. Mäuse sind Gewohnheitstiere und nutzen gerne immer wieder dieselben Laufwege. Auf diesen Pfaden setzen sich dann Körperfett und Schmutzpartikel ab, die eine sichtbare Spur hinterlassen. Häufig führt diese Schmierspur sogar direkt zum Mäusenest. Somit ist hier auch das Aufstellen von Fallen besonders erfolgversprechend.
Im häuslichen Umfeld kommt in Deutschland vor allem die Hausmaus (Mus musculus) vor. Sie erreicht eine Körperlänge von sieben bis zehn Zentimeter. Nochmal so lang ist ihr mit Schuppenringen versehener Schwanz. Die Hausmaus wiegt rund 20 bis 25 Gramm. Sie kommt fast nur in unmittelbarer Nähe zu Menschen vor und bedient sich an dessen Abfällen und Vorräten. Anders als Ratten lebt die Hausmaus nicht im Rudel, sondern entweder einzeln oder im kleinen Familienverband.
Ihren Unterschlupf suchen sich Hausmäuse so aus, dass er möglichst nahe an der nächsten Nahrungsquelle gelegen ist. "Normalerweise beträgt der Aktionsradius der Hausmaus lediglich einige Meter", informiert Rentokil. Größere Radien nehmen die Mäuse nur in Kauf, wenn das Nahrungsangebot hervorragend ist und näher gelegene Unterschlupf-Möglichkeiten entweder nicht vorhanden oder bereits besetzt sind. Die Populationsgröße von Mäusen innerhalb eines Gebäudes werde einzig durch das dort zur Verfügung stehende Nahrungsangebot begrenzt.
"Die Hausmaus gehört grundsätzlich zu den gefährlichsten Mäusearten", so die Bewertung der Experten. Weil sie sehr neugierig sei, nage sie fast alles an – unabhängig davon, ob dahinter überhaupt eine Fressabsicht steht. "Aufgrund der hohen Vermehrungsrate und der kurzen Generationszeit treten bei Hausmäusen häufiger und schneller Resistenzen gegen Mäusegift beziehungsweise Rodentizide auf", warnen die Schädlingsspezialisten außerdem. Ein weiterer Grund, warum Mäusegift zur Bekämpfung nicht die erste Wahl sein sollte.
Wie Sie wirklich erfolgreich gegen Mäuse im Haus vorgehen, was Sie bei der Bekämpfung beachten müssen und wie Sie einen Mäusebefall frühzeitig erkennen, haben wir für Sie noch einmal kurz und knapp zusammengefasst – Mäuse im Haus erkennen, fangen und bekämpfen.
Quelle: zuhause.de, dpa
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