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Lavendel im Garten richtig pflegen und schneiden

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Lavendel im Garten pflanzen

Lavendel muss nach der Blüte zurückgeschnitten werden. (Quelle: imago\Frank Müller)

Lavendel muss nach der Blüte zurückgeschnitten werden. (Quelle: Frank Müller/imago)

So vielseitig wie der Lavendel sind wohl nur wenige Pflanzen: Motten vertreiben, Wunden heilen oder einfach nur für Entspannung sorgen – kein Problem für den Alleskönner. Und eine Zierde für jeden Garten ist er außerdem. Dabei ist er gleichzeitig pflegeleicht, anspruchslos und robust. Nährstoffe und Wasser werden selten benötigt und mit einem Platz in der prallen Sonne gibt sich der Lavendel gern zufrieden. Damit man länger was von der hübschen Pflanze hat, sollte man sie nach der Blüte zurückschneiden. Dann treibt sie im Spätsommer noch einmal aus. Was Sie bei der Pflege von Lavendel beachten sollten – fünf Tipps.

Viele kennen den Lavendel aus Frankreich, wo er im Hochsommer die Felder in ein lilafarbenes Blütenmeer taucht. Doch auch hier zulande wird das ätherische Kraut als Gartenpflanze immer beliebter. Da er ein Dauerblüher ist, schmückt der Lavendel Beete und Balkon über lange Zeit bis weit in den Spätsommer hinein. Seine positiven Kräfte auf Körper, Geist und Seele sind seit jeher bekannt und werden auch heute noch geschätzt. Als Duftessenz, Kosmetiköl und Küchenkraut wird der Lavendel am häufigsten verwendet und auch schon in der Biedermeierzeit füllte er kleine Leinensäckchen, die in Wäscheschränken für frischen Duft sorgten und gleichzeitig Ungeziefer fern hielten.

Lavendel nach der Blütezeit schneiden

Lavendel blüht von Juni bis August in verschiedenen Violett-Tönen, Rosa und Weiß. Um einen kompakten Wuchs zu fördern, schneidet man die Triebe des Lavendels möglichst direkt nach der Blühphase zurück. "Dabei sollte auf keinen Fall ins alte Holz geschnitten werden, sonst besteht die Gefahr, dass er an dieser Stelle nicht mehr austreibt", rät Joachim Röschenbleck, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Botanischen Gartens in Münster. Verpasst man den Rückschnitt bis zum Frühherbst, ist es besser, damit bis zum neuen Austrieb im nächsten Frühjahr zu warten. Die Pflanze muss noch genug Zeit haben, ein bis vier Zentimeter lange Triebe zu bilden. Nur damit übersteht der Lavendel gut den Winter. Nicht ausgehärtete Triebe können sonst bei Kälte leicht zurückfrieren.

Der rechtzeitige Schnitt hat noch einen zweiten Vorteil: Die Pflanze blüht möglicherweise sogar ein zweites Mal. Dazu müssen die langen Blütenstiele am besten gestutzt werden, bevor sie Samen bilden. Das würde die Pflanze unnötig Kraft kosten, erläutert der Zentralverband Gartenbau in Bonn. Wichtig dabei ist, dass noch ausreichend grüne Triebe stehen bleiben, damit der Lavendel noch einmal gut austreiben kann. Der Rückschnitt sollte auch nicht zu spät im Herbst erfolgen.

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Rosen und Lavendel passen nicht zusammen

Obwohl Lavendel häufig als guter Rosenpartner angepriesen wird, ist diese Kombination nicht ideal. "Rosen und Lavendel passen von ihren Ansprüchen her eigentlich gar nicht zusammen", erklärt Röschenbleck. Zwar bevorzugen beide Pflanzenarten vollsonnige Plätze, Rosen brauchen jedoch einen feuchten und nahrhaften Boden. Lavendel stammt aus den Mittelmeerregionen und ist daher eher an trockene und nährstoffarme Standorte gewöhnt.

Der Hobbygärtner hält daher am besten einen Pflanzabstand von 60 bis 80 Zentimeter ein, magert den Boden für den Lavendel mit Sand ab und versorgt die Rosen regelmäßig mit einem hochwertigen Dünger.

Lavendel an einem sonnigen Standort pflanzen

Lavendel kann man ab März im Garten pflanzen. Aber er braucht einen sehr sonnigen Standort, der am besten zur Südseite zeigt. Und er sollte windgeschützt sein. Darauf weist das Blumenbüro in Düsseldorf hin. Ein guter Standort ist an einer Mauer, die Schutz bietet und gespeicherte Wärme an den Lavendel abgibt. Da das Kraut Nässe nicht so gut verträgt, mag es eine leichte Hanglage oder ein Hochbeet, wo überschüssiges Regen- oder Gießwasser gut abläuft. Der Lavendel schätzt daher auch einen durchlässigen Boden mit Sand oder Kies. Er sollte kalkhaltig und nährstoffarm sein. "Am besten nimmt man eine Kräuter- und Anzuchterde", empfiehlt der Buchautor Michael Breckwoldt aus Hamburg. Sie trocknet nicht nur rasch ab, sondern hat gleichzeitig auch wenig Nährstoffe. Man kann also in den Wachstumsphasen gezielt Nährstoffe geben und die Dosierung individuell steuern. Sand hilft, den Gartenboden zu lockern, und er sorgt dafür, dass die Erde nicht zu nährstoffreich ist.

Lavendel nicht mit Hornspänen düngen

Lavendel muss nicht oder nur gelegentlich gedüngt werden. Er verträgt nur eine geringe Dosierung mit einem stickstoffarmen Dünger. Die Triebe schießen sonst in die Länge und die Pflanze fällt leicht auseinander. Röschenbleck erklärt, dass Stickstoff in der Pflanze für das Längenwachstum zuständig ist. Hornspäne sind daher für die Düngung von Lavendel nicht geeignet.

Winterharte Lavendelsorten

Landalula angustifolia, der auch "Echter Lavendel" genannt wird, ist die einzige wirklich winterharte Lavendel-Art. 'Hidcote Blue' oder 'Munstead' gehören hier zu den etablierten Sorten. "Mein Favorit ist jedoch die Sorte 'Dwarf blue', weil sie sehr schön kompakt bleibt und auch für kleinere Gärten gut geeignet ist", empfehlt Joachim Röschenbleck. Die Sorte wird lediglich 30 bis 40 Zentimeter hoch und ist absolut winterhart.

Die Lavendel-Arten Landalula stoechas, latifolia und intermedia sind hingegen frostempfindlich und kommen nur in klimatisch warmen Regionen durch den Winter. Am besten pflanzt man sie in Töpfe, die im Winter in einen kühlen, aber hellen Raum bei fünf bis zehn Grad Celsius gebracht werden können. Draußen in den Übergangszeiten benötigt die Pflanze einen guten Schutz gegen Frost, etwa aus Zweigen.

Neue Lavendelsorten

Bei den Sorten gab es in den vergangenen Jahren eine große Entwicklung. "Viele Menschen können sich nicht vorstellen, wie viele verschiedene Lavendel es gibt", sagt Simon Charlesworth aus dem englischen Kent, der selbst rund 350 Sorten gezüchtet hat. "Ein wichtiges Kriterium für die neuen Sorten ist die Höhe", erläutert der Züchter. "Die kleineren Typen eignen sich besonders gut für die Kultur im Topf auf Balkon und Terrasse, während die hohen ideal für formale Pflanzungen sind."

'Sussex' ist eine hochwachsende Sorte mit intensivem Duft und fast zehn Zentimeter langen Blütenähren in hellem Violett. Der Strauch wächst fast 90 Zentimeter hoch. Mit 75 Zentimeter Höhe etwas kleiner bleiben die Sorten 'Elizabeth' und 'Edelweiß'. Noch kleiner sind 'Nana Alba' mit weißen Blüten, die in zwei Blaus blühende Sorte 'Peter Pan' sowie 'Thumbelina Leigh' mit rundlichem Wuchs.

Lavendel über Stecklinge vermehren

Die Pflanzen lassen sich recht einfach vermehren. Der beste Zeitpunkt, um Stecklinge zu bilden, ist der Frühling. Dazu schneidet man einfach einzelne Zweige ab und entfernt am unteren Ende die Blätter. Die Stecklinge kommen in einen Topf mit Anzuchterde. Eine Abdeckung mit einer Folie oder einer durchsichtigen Tüte sorgt für genügend Luftfeuchtigkeit. Der Topf mit den Pflanzen steht am besten an einem warmen, aber nicht zu sonnigen Ort. Im Sommer sollten sich dann genügend Wurzeln gebildet haben, um den jungen Lavendel ins Beet zu pflanzen.

Lavendel trocknen

Wer ein Sträußchen Lavendel trocknet, hat nicht nur eine hübsche Deko für die kälteren Tage, sondern kann sich auch noch lange am Duft freuen. Wer Lavendel trocknen möchte, sollte die Pflanzen ernten, wenn sie in voller Blüte stehen. Zu große Hitze sollte man beim Trocknen vermeiden – in der prallen Sonne beispielsweise gehen die wertvollen ätherischen Öle verloren. Kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort lassen sich Lavendel-Sträußchen am besten trocknen.

Lavendel als Heilmittel

Wer Lavendel nicht nur im Garten genießen möchte, kann auch seine Heilkraft für sich nutzen. Als ätherisches Öl wirkt Lavendel bei Schnitt- und Brandverletzungen, Insektenstichen sowie kleinen Entzündungen antiseptisch und schmerzlindernd. "Das Öl wird direkt auf die Wunde geträufelt und erzielt dabei schnelle und durchgreifende Effekte", erläutert Irene Dalichow, Fachbuchautorin aus München. Denn Lavendelöl wirke zudem entgiftend, sei stark heilungsfördernd und verhindere die Narbenbildung.

Auf den Puls-Messstellen am Handgelenk und Hals verrieben, hat das Öl eine beruhigende, entspannende und harmonisierende Wirkung. "Es entlastet sogar den Kreislauf und hilft beim Einschlafen oder gegen Angstzustände und leichte Depressionen", sagt Dalichow. Vermischt man ein bis zwei Tröpfchen des Öls mit einem Esslöffel Mandelöl und massiert damit die Schultern, wirke es lockernd und wärmend.

Das Öl kann man kaufen – die eigene, recht aufwendige Gewinnung durch Wasserdampf-Destillation aus den Blüten und Stängeln lohnt sich fast nicht. Da ätherische Öle sehr intensiv seien, empfiehlt Irene Dalichow aber, erst einmal mit einem Tröpfchen zu testen, ob man Lavendelöl auch verträgt. Es müsse auf jeden Fall sachgemäß angewendet und sorgfältig nach Anleitung dosiert werden.

Reinigender Tee hilft gegen Krankheiten

Getrocknete und frische Lavendelblüten kann man als Tee, für ein Bad oder eine Inhalation aufgießen. Die Blüten werden mit heißem Wasser übergossen und für einen Tee durch ein Sieb gegossen. "Der Tee unterstützt die Funktion von Gallenblase und Leber, er reinigt die Mundhöhle und wirkt sogar gegen Pilze und Bakterien", erklärt Dalichow. Auch gegen unreine Haut und starkes Schwitzen könne der Tee zum Einsatz kommen, zudem fördere er die Konzentration und stärke die Nerven. Den Aufguss inhaliert man bei Asthma und Husten.

Leckereien mit Lavendelblüten

Auch kulinarisch weiß Lavendel zu begeistern. Seit jeher ist er wichtiger Bestandteil der französischen Küche, hat aber auch Einzug in die deutsche Speisekarte gefunden. Wie schon bei der Verwendung als Heilmittel ist hier die richtige Dosierung ebenfalls sehr wichtig: "Er soll nicht vorschmecken, sondern lediglich einen Akzent setzen und den Eigengeschmack unterstreichen", rät Dalichow. Wenige Blüten genügten daher schon. So eignet sich der Lavendel als besondere Note für südliche Gerichte mit Tomaten oder Feta, für Fleisch- und Fischgerichte, aber auch für Eiscremes, Fruchtsalate und Pudding.

Pflegesteckbrief Lavendel
StandortSonnig, trocken und nährstoffarm.
BlütezeitVon Juni bis August.
PflegeNur wenig mit stickstoffarmem Dünger versorgen.
SchneidenDirekt nach der Blütezeit; nie ins alte Holz schneiden.

Quelle: zuhause.de, dpa-tmn

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