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Kompost anlegen: Richtig kompostieren - Tipps

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Den Kompost richtig anlegen

Nicht jeder Abfall darf auf den Kompost. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nicht jeder Abfall darf auf den Kompost. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Organische Abfälle aus Garten und Haushalt sind zu schade für die Mülltonne. Auf einem Komposthaufen wird aus ihnen wertvoller Dünger. Einfach nur den ganzen Sommer über anfallendes Grünzeug anzuhäufen ist allerdings keine gute Methode für den Kompost, wie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen erklärt. Die Experten empfehlen, im Herbst den Kompost nach einer bestimmten Methode richtig aufzusetzen. Zu viel frischen Rasenschnitt sollte man allerdings nicht beimischen. Außerdem sollten Sie diese Fehler beim Kompostieren vermeiden.

Die Landwirtschaftskammer empfiehlt, im Herbst das gesammelte Grünzeug aus dem Sommer gleichzeitig mit neuem zerkleinerten Material zu einem offen liegenden großen Komposthaufen aufzusetzen. Beigemischt werden sollten etwa drei Prozent fertiger Kompost, da hier alle notwendigen Mikroorganismen enthalten sind und so die Rotte in Gang gesetzt wird. Zudem gehören etwa zehn Kilogramm Gesteinsmehl je Kubikmeter und fünf Kilogramm Algenkalk oder Hüttenkalk dazu. Gesteinsmehl verhindert die Geruchsbildung und reichert den Kompost mit Mineralien an. Kalk bindet bei der Umsetzung organische Säuren.

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Nach dem Aufsetzen sollte sich der Haufen bis auf 50 bis 60 Grad erwärmen. Dadurch werden Krankheitskeime vernichtet. Diese Erhitzung kommt allerdings nur im Inneren einer Miete, die mindestens drei Kubikmeter groß ist, zustande. Wenn die Temperatur im Mietenkern abkühlt, sollte man das Äußere nach innen umschaufeln. Danach bedeckt man den Komposthaufen mit Stroh, Lochfolie oder mit Pflanzen wie Kapuzinerkresse oder Kürbissen, die man direkt in den Kompost sät. 

Verschiedene Reifegrade des Komposts

Nach drei bis vier Monaten ist Frischkompost fertig. Er ist angerottet, aber hat noch gröbere Teile. Er taugt laut Umweltbundesamt zum Mulchen und zum Verbessern des Gartenbodens.

Reifekompost, auch Humusdünger genannt, ist im Sommerhalbjahr nach vier bis sechs Monaten fertig. Über den Winter braucht er länger, etwa sechs bis zwölf Monate. Aber länger als ein Jahr sollte Kompost nicht lagern, da sich danach die guten Inhaltsstoffe - organische Substanzen - weit abbauen. Der Geruch ist ein guter Hinweis auf reifen Kompost: Er sollte nach feuchter Walderde riechen. Und er hat feine Krümel.

Außerdem gibt es folgenden Test: Das Umweltbundesamt rät, eine Hand voll Kompost und Gartenerde zu mischen, in einen Topf zu geben und anzufeuchten. Dann kommen Samen von Kresse darauf, der Topf wird mit klarer Folie abgedeckt. Der Kompost ist reif, wenn nach rund einer Woche viele Samen zu Keimlingen geworden sind und diese auch rasch weiterwachsen, ohne sich gelb oder braun zu verfärben. Das ist ein Zeichen, dass der Kompost verträglich ist für Pflanzen.

Damit der Kompost nicht stinkt

Einen übel riechenden Kompost will niemand im Garten haben. Sollte der Kompost stinken, liegt das meist daran, dass er zu nass ist. Ein nasser Kompost neigt zum faulen und Umkippen. Schuld ist oft, dass zu viel frischer Rasenschnitt auf den Komposthaufen gegeben wird. Das naturgemäß nasse Schnittgut sollte zuerst separat getrocknet werden, bevor es dem Kompost beigemischt wird.

Nicht zu viel Laub auf den Kompost

Laub wird oft auf dem Komposthaufen entsorgt. Doch hier muss man aufpassen: Der Kompost sollte maximal bis zu einem Anteil von rund 20 Prozent mit Laub aufgefüllt werden. Und nicht jede Laubsorte eignet sich gleich gut: Das Laub mancher Bäume verrottet nur langsam. Dazu gehören Eichen, Platanen oder Walnussbäume, erläutert Michael Dreisvogt, Leiter der Stiftung Arboretum Park Härle in Bonn. "An einem trockenen Standort kann es schon mal zwei bis drei Jahre dauern, bis aus dem Laub dieser Gehölze Humus geworden ist." Hobbygärtner sollten daher diese Blätter im Herbst nicht einfach so auf den Kompost geben, sondern sie vorher zerkleinern.

Problematisch auf dem Kompost ist auch frischer Rasenschnitt. Dieser enthält viel Wasser und verdichtet sich in Schichten über zehn Zentimetern Höhe. Mangels Sauerstoff in diesen Bereichen kann das Gemisch faulen.

Material vor der Kompostierung zerkleinern

"Gute Kompostierung muss durchdacht werden, alles andere ist eher Zufall", sagt Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde in Berlin. Sein Tipp: "Je kleiner das Material, desto schneller verrottet es. Laub daher mit dem Rasenmäher zerkleinern, kleine Äste oder grobe Kohlstrünke durch den Häcksler jagen."

Gerhard Renker vom Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn empfiehlt, neben dem Kompost kleine Häufchen verschiedener Materialien anzusammeln, um diese mit dem Rasenschnitt mischen zu können. Diese Mischung sei dann locker genug, um bei der Zersetzung wichtigen Pilzen, Regenwürmern und Bakterien nicht nur Nahrung, sondern auch ausreichend Sauerstoff zu bieten.

Kompost aus Haus- und Gartenabfällen

Die Grundlage für einen eigenen Kompost bilden in der Regel die kompostierbaren Abfälle aus Haus und Garten. Renker empfiehlt, nur unbehandelte Rohprodukte aus der Küche zu verwenden wie Salat und Kartoffelschalen. Von Schalen von Zitrusfrüchten oder Bananen rät er ab. Diese seien meist behandelt worden und würden außerdem schwer verrotten, weil die heimische Bodenfauna darauf nicht eingestellt ist. "Auf keinen Fall gehören Unkräuter mit Samenständen auf den Kompost. Man verteilt diese sonst später im ganzen Garten", warnt Wagner.

Das Gleichgewicht beim Kompostieren muss stimmen

"Man muss sich mit den Bestandteilen vertraut machen, die für die Kompostierung verwendet werden, um so ein Gleichgewicht zwischen stickstoffreichen und kohlenstoffreichen Kompostmaterialien herstellen zu können", sagt die Buchautorin Anne-Marie Nageleisen aus dem französischen Fontaine-Daniel. Krankes Material sowie Stoffe, die den Gärprozess blockieren, sollten aussortiert und entsorgt werden.

Komposter für den Balkon

"Mithilfe eines Wurmkompostierers lässt sich dies gut umsetzen, selbst wenn man in einer Wohnung lebt", sagt die Gartenexpertin. Allerdings benötigt man dafür einen Balkon und im Idealfall drei Kompostbehälter. Nageleisen erklärt: "Für die Kompostierung mit Würmern bringt man am Boden eines Behältnisses, das man auch auf einen Balkon stellen kann, zunächst feuchte Pflanzenerde, Reisig, Laub und unbedruckte Pappkartonschnipsel mit einer kleinen Kolonie Regenwürmer aus." Man braucht aber recht viele Würmer: Der BUND empfiehlt 500 bis 1000 im Komposthaufen.

Dann wird ein Komposthaufen im ersten Behälter gesammelt. Wenn dieser eine entsprechende Höhe hat, wird der zweite Behälter benutzt – in dieser Zeit verrottet der erste Haufen. "Nach ein paar Monaten wird dieser junge Kompost in den dritten Behälter gesiebt. Seine größten Bestandteile, die noch weiter zersetzt werden müssen, werden dem zweiten Haufen beigegeben und untergemischt, erläutert Nageleisen. In dem ersten Behälter wird nun erneut mit der Sammlung begonnen, der zweite Haufen darf verrotten und der Inhalt des dritten Behälters kann zur Düngung verwendet werden.

Kompostbeschleuniger nicht unbedingt notwendig

Man kann solche Behältnisse kaufen oder selbst aus Drahtkörben oder Brettern bauen. Bei Brettern empfiehlt sich ein Stecksystem mit Luftschlitzen, das mitwachsen kann. Baumärkte umwerben den Gartenfreund nicht nur mit Luxus-Kompostiergeräten, sondern auch mit Kompostbeschleunigern. "Der darin enthaltene Kalk gilt als 'Bodenkleber', der die Erde krümelig werden lässt", sagt Renker.

Nicht zu nass, nicht zu warm

"Kompost verträgt keine direkte Sonneneinstrahlung", sagt Renker. Deshalb ist ein schattiger Standort ratsam. Der Kompost dürfe weder austrocknen noch unter Wasser stehen. "Idealerweise kommt auf zwei Drittel Nassmüll ein Drittel trockener Gartenabfall", rät Wagner. Deshalb sollte der Inhalt auch ab und an umgesetzt werden.

"Allerdings nicht im Winter, denn in den kalten Monaten verkriechen sich viele Tiere wie der Igel oder Larven von nützlichen Insekten in den wohlig-warmen Haufen. Von Ende Oktober bis Anfang März ist daher Schonzeit angesagt."

Ratten werden vom Fleisch angezogen

Vielen sind Komposthaufen, besonders wenn sie nicht im eigenen Garten stehen, ein Dorn im Auge. Sie gelten als Zufluchtsort für Ratten. Dem widerspricht Renker. Ratten hätten kein Interesse an einem gut angelegten Kompost. "Sie kommen nur, wenn man Fleischreste untermischt – und die haben dort nichts zu suchen." Wenn ein Kompost gut durchlüftet und gepflegt werde, sei er "keine Gammelanlage". Experte Wagner hat noch ein Argument: "Warum sollten Ratten auf die Obst- und Gemüsereste auf einem Kompost scharf sein, wenn der ganze Garten mit frischen Früchten und Gemüsen lockt? Dort gehen Ratten ja auch nicht ran."

Quelle: zuhause.de, dpa-tmn

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