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Kirschlorbeer richtig pflegen

Autor: dpa-tmn; sj

Kirschlorbeer wächst schnell – das ist nicht immer ein Vorteil. (Quelle: dpa/Andrea Warnecke)

Kirschlorbeer wächst schnell – das ist nicht immer ein Vorteil. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa)

Eine Hecke ist als Sichtschutz sehr viel lebendiger und gemütlicher als etwa eine massive Mauer oder ein hoher Holzzaun. Allerdings brauchen Hecken einige Zeit, bis sie so hoch gewachsen sind, dass sie neugierige Blicke wirksam abhalten. Da der Kirschlorbeer vergleichsweise schnell wächst und zudem noch recht günstig ist, kommt er besonders häufig zum Einsatz, wenn Gärten frisch angelegt werden. Dass er sogar noch im Winter grün bleibt, macht den Kirschlorbeer zur idealen Heckenpflanze – die allerdings nicht in jedem Garten gut aufgehoben ist: Was man beim Kirschlorbeer beachten sollte – sechs Tipps.

Kaum ein Gehölz ist an Grundstücksgrenzen derzeit so beliebt – Hecken bestehen oftmals aus Kirschlorbeersträuchern. Das ist kein Wunder: Der Verwandte von Kirsche und Pflaume ist vergleichsweise anspruchslos. Den verschiedenen Sorten, die im Laufe der Zeit aus dem wilden Kirschlorbeer hervorgegangen sind, ist eines gemeinsam: Sie sind in Bezug auf den Standort nicht wählerisch.

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"Kirschlorbeer gedeiht an sonnigen, halbschattigen und schattigen Plätzen. Nur im tiefen Schatten unter hohen Bäumen hat er Probleme", erklärt Oliver Fink vom Verband der GartenBaumschulen im nordrhein-westfälischen Haan. Auch an den Boden haben die Gehölze nur geringe Ansprüche. "Sie kommen sogar mit sandigen oder lehmigen Böden zurecht. Nur Staunässe vertragen sie nicht."

Kirschlorbeer braucht einen großen Garten

Die meisten Sorten wachsen sehr schnell heran. Das wird gerne als Vorteil für die Verwendung als Hecke gesehen: Innerhalb kürzester Zeit bilden die Gehölze eine grüne Wand zum Nachbarn. Ein Zuwachs von 40 Zentimetern im Jahr ist keine Seltenheit. Langfristig jedoch wird gerade die Wuchsfreudigkeit in so manchem Garten zum Problem. "Ein Kirschlorbeer wird gut und gerne drei Meter hoch und drei Meter breit", beschreibt Yvonne Göckemeyer vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekten. Auf einem 2000-Quadratmeter-Grundstück mag das kein Thema sein – "in einem Reihenhausgarten hingegen verringert eine solche Hecke die ohnehin schon sehr begrenzte Gartenfläche", warnt Fink.

Bei der Planung der Gartenbepflanzung müsse dieser Aspekt daher unbedingt berücksichtigt werden. Die letztendliche Ausdehnung des Gehölzes in die Breite bestimmt auch den Pflanzabstand. "Er sollte auf jeden Fall zwischen 80 und 100 Zentimetern betragen", rät Karen Falch von der Saarländischen Gartenakademie in Lebach.

Als Windschutz taugt Kirschlorbeer nicht

Prinzipiell verträgt der Kirschlorbeer Wind – aber er ist deswegen nicht unbedingt als Windschutz geeignet, erläutert Göckemeyer. "Eine Windschutzhecke funktioniert so, dass sie den Wind bremst. Der Kirschlorbeer ist jedoch so dicht, dass er die Luft zum Hochsteigen zwingt. Dadurch bilden sich hinter der Hecke leicht Verwirbelungen." Eine gemütliche Sitzecke ist dort daher fehl am Platz. Statt als Heckenpflanze eignet sich der Kirschlorbeer aber auch als Solitärgehölz. So kann er zum Beispiel in die Form einer großen Kugel oder eines Quaders gebracht werden. Auch im Kübel auf der Terrasse kann er gedeihen.

Immergrüne Hecken – die schönsten Sorten
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Verschiedene Sorten von Kirschlorbeer

Die Sorten unterscheiden sich vor allem im Laub: Die Sorte "Herbergii" hat schwarzgrünes, eiförmiges Blattwerk; die kleinen, schmalen Blätter der Sorte "Mano" sind beim Austrieb bronzefarben und später dunkelgrün. "Mount Vernon" ist an mattgrünem, elliptischem Laub zu erkennen. Ähnlich vielfältig ist die Gestalt des Kirschlorbeer: Während sich "Cherry Brand" und "Mount Vernon" flach ausbreiten, wächst "Rotundifolia" dicht buschig und aufrecht. "Zabeliana" bildet waagerechte bis leicht übergeneigte Zweige.

Kirschlorbeer im Frühling großzügig schneiden

Die wichtigsten Geräte zur Pflege der Pflanze sind Hecken- und Astscheren. "Ein großzügiger Rückschnitt im Frühjahr ist ein guter Start in die neue Saison", rät Falch. Gerade eine Hecke vertrage zudem einen Rückschnitt Ende Mai bis Anfang Juni und spätestens Anfang August ein letztes Mal. "Um Pilzinfektionen oder Sonnenbrand zu vermeiden, sollte der Schnitt weder an zu nassen noch an zu heißen Tagen durchgeführt werden", sagt Gärtnermeister Fink.

Der Rückschnitt kann in den Kompost

Ein Kirschlorbeer entwickelt Triebe, die innerhalb einer Vegetationsperiode durchaus länger als 20 Zentimeter werden können. Je nach Anzahl der Gehölze im Garten und Schnitthäufigkeit kommt dabei ein beträchtliches Schnittgut zusammen. "Das Problem ist, dass Kirschlorbeer sehr schlecht verrottet. Im Privatgarten funktioniert das nur, wenn der Kompost bunt gemischt und richtig geschichtet ist", erläutert die Landschaftsarchitektin Yvonne Göckemeyer. Besonders wichtig sei, dass zwischen die Pflanzenabfälle immer wieder Erde gegeben werde. Die Alternative sei, das Schnittgut zur Kompostieranlage zu bringen.

Ab August Kirschlorbeer nicht mehr düngen

Zum Düngen eignen sich Hornspäne oder Hornmehl. "Ab August darf nicht mehr gedüngt werden", warnt Falch aber. Sonst bildet der Kirschlorbeer kurz vor dem Winter noch mal starke Blätter aus. Deren weiches Gewebe könne leicht erfrieren. Ohnehin braucht die Pflanze in der kalten Jahreszeit besondere Aufmerksamkeit: "In den vergangenen Wintern haben wir zahlreiche Frost- und Trockenschäden beobachtet", berichtet Fink. Problematisch seien Minustemperaturen unter 20 Grad. Dann müsse das Gehölz zusätzlich geschützt werden.

Kirschlorbeer auch im Winter gießen

Außerdem hat die Pflanze auch bei niedrigen Temperaturen Durst, da sie über die immergrünen Blätter ständig Feuchtigkeit verdunstet. "Sobald der Boden an frostfreien Tagen offen ist, kann das Gehölz eine Kanne Wasser vertragen", empfiehlt Falch. Bei langer Trockenheit oder sandigen Böden ist eine Extragabe Wasser sogar unverzichtbar. Besonders an sonnigen, kalten Tagen wird Feuchtigkeitsmangel zum Problem, wenn die Pflanze aus dem gefrorenen Boden nicht genügend Wassernachschub bekommt. Auf Wassermangel reagiert der Kirschlorbeer mit gelben und braunen Blättern, die später abfallen. Meist können die Schäden durch einen gezielten Rückschnitt im Frühjahr beseitigt werden.

Krankheiten beim Kirschlorbeer

Häufig treten Pilzerkrankungen wie die Schrotschusskrankheit und Mehltau auf. Bei der Schrotschusskrankheit sieht man durchlöcherte Blätter mit rot-braunen Flecken. Falschen Mehltau erkannt man an gelben Flecken auf dem Blatt und weißen Belägen an der Blattunterseite. Echter Mehltau sitzt als Belag auf der Blattoberseite.

Befallene Blätter sollten abgeschnitten und entsorgt werden. Auch der Standort entscheidet oft, wie anfällig Pflanzen für Krankheiten sind. Zu viel Feuchtigkeit begünstigt Pilzinfektionen. 

Vorsicht: Pflanzenteile sind giftig

Kirschlorbeer ist nicht ganz ungefährlich. Alle Pflanzenteile, insbesondere aber die Blätter und Samen, enthalten giftige Glycoside. Wenn man Samen oder Blätter zerkaut und herunterschluckt, wird im Magen Blausäure freigesetzt. Zehn Samen können tödlich sein. Die Früchte hingegen werden in vielen Regionen sogar zubereitet. In der Türkei stellt man aus Lorbeerkirschen beispielsweise Marmelade her oder verarbeitet sie zu Trockenfrüchten.

Quelle: zuhause.de, dpa-tmn

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