Autor: rw
Mit einfachen Tricks kriegen Sie den Kabelsalat in den Griff. (Foto: dpa/Heiko Wolfraum)
Jeder kennt das Problem: Unter dem Schreibtisch, hinter den TV-Möbeln, neben der Telefonanlage kringeln, knäulen und verknoten sich die Kabel unzähliger Geräte. Und zu allem Überfluss verbrüdert sich dieses Kabelgewirr auch noch mit den nicht auszurottenden Wollmäusen, die sich unweigerlich dort sammeln. Und wehe man möchte mal was umstecken oder umbauen: Dann geht das Gekrieche und Gefummel los, um dem Wirrwarr irgendwie Herr zu werden. Diese Ideen gegen Kabelsalat helfen gegen das Chaos.
Sehr wirksam ist schon ein simpler Kabelbinder. Damit können zu lange Kabel einfach in Schlaufen zusammengelegt und befestigt oder mehrere Kabel zu einem Strang gebunden werden, so dass sie sich nicht mehr ineinander verknoten. Letzteres gelingt auch mit einem Kabelbündel-Schlauch oder einem Kabelrohr aus dem Baumarkt oder Elektrogeschäft. "Anschließend kann man die Kabel einfach in eine Box führen, in der sie dann gut versteckt sind", sagt die Einrichtungsexpertin Katharina Semling.
PC-, Drucker- und Monitorkabel können so sehr gut verbunden und der gordische Kabelknoten unter beziehungsweise hinter dem Schreibtisch vermieden werden. Wer statt eines PC einen Laptop nutzt und diesen unterwegs im Akkubetrieb verwendet, kann alle Anschlusskabel an Ort und Stelle lassen. Dafür gibt es Kabelhalter oder -ablagen, die auf, am oder unter dem Schreibtisch angebracht werden. Kommt man mit dem Laptop wieder nach Hause, genügt ein einfaches Einstecken der gut sortierten Kabel und das Home-Office ist wieder voll einsatzbereit.
Gerade in Altbauten sind Steckdosen oft knapp, so dass Kabel von einer Ecke des Raums in alle übrigen Ecken geführt werden müssen. "Für lange Kabel, die an der Wand entlang von einer Ecke des Zimmers zur anderen führen, empfiehlt sich ein ganz normaler Kabelkanal", rät Diplom-Designerin Semling. So liegen Kabel nicht unschön lose herum, sondern verschwinden zum Beispiel hinter den Fußleisten. In vielen handelsüblichen Fußleisten sind Kabelkanäle von vornherein vorgesehen.
Doch das Kabel-Wirrwarr sollte nicht nur aus optischen Gründen versteckt werden, betont Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion "Das sichere Haus" in Hamburg. "Frei liegende Kabel können zu Stolperfallen werden", sagt Woelk. Lässt sich zum Beispiel die Telefonbuchse nicht verlegen, soll das Telefon aber weit entfernt davon stehen, sollte das Kabel so verlegt werden, dass niemand darüber stolpern kann.
Sogar lebensgefährlich können stromführende Kabel für Halter von Nagetieren und deren Lieblinge werden. Wenn Chinchillas oder Hasen Kabel anknabbern und dabei die stromführenden Kupferfasern freilegen, könne derjenige, der die beschädigte Stelle berührt, einen Stromschlag bekommen, warnt Woelk.
Eine Alternative zum Verstecken von Kabeln ist das genaue Gegenteil. "Es gibt Kabelclips in Form von Blättchen, mit denen die Kabel an der Wand befestigt werden können", sagt Semling. Mit etwas künstlerischem und handwerklichem Geschick kann man aus langen Kabeln sogar wahre Wandgemälde formen. "Mein Favorit ist die Kabelkunst der Engländerin Maisie Maud Broadhead", so Semling. "Sie hat mit dem Kabel einer Lampe und Kabelnägeln über einem Kamin ein eigenständiges Bild gefertigt." Wem das zu aufwändig ist, der belässt es am besten dabei, seine Kabel einfach verschwinden zu lassen.
Quelle: dpa-tmn
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