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Holzwurm und Hausbockkäfer bekämpfen: die besten Tipps

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Holzwurm und Hausbockkäfer wirksam bekämpfen

Autor: Eva Neumann; rw

Holzwurm und Hausbockkäfer sind die gefährlichsten Holzschädlinge hierzulande. (Quelle: imago/Steffen Schellhorn; biky)

Holzwurm und Hausbockkäfer sind die gefährlichsten Holzschädlinge hierzulande. (Quelle: Steffen Schellhorn; biky/imago)

Holzschädlinge wie der Hausbockkäfer oder der Gemeine Nagekäfer, der im Volksmund meist einfach nur Holzwurm genannt wird, können die Statik eine Hauses oder des Dachstuhls komplett ruinieren. Die Schäden sind gewaltig, die Bekämpfung schwierig. Ein Befall muss möglichst früh erkannt, die Schädlinge von einem Fachmann bekämpft und angerichtete Schäden sachgerecht saniert werden. Wie Sie Holzwurm und Hausbockkäfer wirksam bekämpfen und den Befall frühzeitig entdecken.

Vom Dachbalken bröselt Sägemehl, die Holzdecke zieren Löcher, und im massiven Tisch wandern die Insekten durch ihre verzweigten Fraßgänge: Holzschädlinge hinterlassen nicht nur optische Schäden am Baustoff Holz. Sie können sogar ein ganzes Gebäude zum Einsturz bringen. Da vor allem viele Fertighäuser in Holzbauweise errichtet werden, wächst auch die Gefahr, die von den gefräßigen Insekten ausgehen. Doch auch Massivhäuser sind nicht völlig sicher. Denn hier besteht immerhin der Dachstuhl zum größten Teil aus Holz.

Holz zählt zu den wichtigsten Baustoffen beim Haus- und Möbelbau

Holz ist einer der wichtigsten Baustoffe im gesamten Haus. Möbel, Wandverkleidungen oder Bodenbeläge sind häufig aus Holz gefertigt. An anderen Stellen wie dem Dachstuhl ist Holz sogar gänzlich unverzichtbar. Das Problem: Der Naturbaustoff ist auch bei zahlreichen Insekten sehr beliebt. In unseren Breiten sind es vor allem der Hausbockkäfer und der besser als Holzwurm bekannte Gemeine Nagekäfer, die in den Hölzern ihr Unwesen treiben – und zwar manchmal mit verheerenden Folgen.

Hausbockkäfer befallen besonders häufig den Dachstuhl

"Der Hausbock ist vor allem im Dachbereich zu finden", berichtet Rainer Gsell, Vorsitzender des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbandes. Das Gebälk ist vornehmlich aus Nadelholz gefertigt, und das ist die Leibspeise des nimmersatten Käfers. Ein Hausbock legt im Jahr etwa 100 bis 200 Eier in Spalten und Ritzen des Holzes ab. "Die Larven, die daraus im Sommer schlüpfen, bohren sich sofort in das Holz und leben dort etwa fünf bis sechs Jahre lang", erläutert Ekkehard Flohr, Fachgebietsleiter für Holzschutz beim Deutschen Holz- und Bautenschutzverband. "In dieser Zeit durchziehen sie das Holz mit einem riesigen Netz aus Fraßgängen."

Schäden durch den Hausbockkäfer – Neubauten besonders gefährdet

Gerade diese Eigenschaft macht die Schädlinge so gefährlich. "Sie verringern den Querschnitt des Holzes und mindern damit die Stabilität des Bauteils", warnt Angelika Rösner, Bauherrenberaterin beim Verband Privater Bauherren (VPB). Im Extremfall könne das zum Einsturz führen. Dabei sind die Dachstühle von Neubauten gefährdeter als die von Altbauten. Das liegt zum einen daran, dass alte Hölzer für den Hausbock weniger attraktiv sind. Zum anderen ist dieser nur in weichem Splintholz, nicht jedoch in hartem Kernholz lebensfähig.

Genau dieses Splintholz kommt im modernen Hausbau immer häufiger zum Einsatz. "Heute wird Holz so schnell geerntet, dass ein Baum im Forst kaum Zeit hat, einen Kern auszubilden", erklärt Holzschutzexperte Flohr. Auch der Sparzwang beim Bau führe zu Problemen. "Anders als früher wird knallhart kalkuliert und der Querschnitt der Balken statisch so ausgereizt, dass es keinen Puffer gibt."

Der Holzwurm frisst sich auch durch hartes Kernholz

Der so genannte Holzwurm hat andere Lebensgewohnheiten als der Hausbockkäfer. "Er frisst Laub- und Nadelholz gleichermaßen und ist vorrangig in Holzverkleidungen oder Möbeln im Keller, in Dielen, Treppen und Scheunen zu finden", erklärt Schädlingsbekämpfer Gsell. Holz-Fachmann Flohr erklärt die Hintergründe: "Der Nagekäfer liebt Plätze mit etwas höherer Luftfeuchtigkeit." Anders als beim Hausbockkäfer stehen beim Holzwurm auch harte Kernhölzer auf dem Speiseplan. Darin überlebt er durchschnittlich drei bis vier Jahre lang und frisst sich während dessen durch das Holz.

Befall durch Holzwurm und Hausbockkäfer erkennen

Grundsätzlich gilt wie bei fast jedem Schädlingsproblem: Je früher ein Befall erkannt wird, desto besser. Hausbewohner und Kaufinteressenten an einer Immobilie können auf einige verräterische Indizien achten: Dazu gehören zunächst helle, frische Bohrmehlhäufchen sowie die sichtbaren Fluglöcher, durch welche die erwachsenen Tiere aus dem Holz heraus kommen. "Auf den Hausbock können Bewohner auch aufgrund seiner Fraßgeräusche aufmerksam werden", ergänzt VPB-Beraterin Rösner. Außerdem könne man ihm durch einen einfachen Klopftest auf die Spur kommen. Über seinen Fraßgängen lässt der Hausbock nämlich oft nur eine beinahe papierdünne Schicht Holz übrig, so dass beim Klopfen hohle Geräusche zu hören sind.

Bekämpfung von Holzwurm und Hausbockkäfer

Im Verdachtsfall sollte in jedem Fall ein Fachmann hinzugezogen werden. "Das kann ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Holzschutz sein, ein versierter Schädlingsbekämpfer oder auch eine ausgebildete Fachkraft für Holzschutz", sagt Flohr. Der Experte wird zunächst ermitteln, ob ein Schädling aktiv ist und dann eine Befallsdiagnose samt Bekämpfungsempfehlung erstellen.

Der erste Schritt ist dann die mechanische Sanierung. "Wo möglich, werden marode Holzteile entfernt und ersetzt", erläutert Rösner. Doch damit ist es häufig nicht getan. "Bewährt, aber sehr aufwendig ist eine thermische Behandlung: Das Gebäude wird eingehaust und der befallene Bereich mit mehr als 60 Grad heißer Luft behandelt, so dass die Insekten sterben."

Ist ein begrenzter Befall exakt lokalisierbar, dann kann auch die betroffene Stelle mit Mikrowellenstrahlen punktuell erwärmt werden. Es gibt auch die Möglichkeit einer chemischen Bekämpfung. "Bei geringerem Befall oder auch zusätzlich zu vorherigen Maßnahmen können die jeweiligen Stellen gründlich mit chemischen Mitteln gestrichen oder besprüht werden", erklärt Rösner. Dabei sollten Mittel eingesetzt werden, die sowohl die Insekten bekämpfen als auch einem weiteren Befall vorbeugen. Nach der Behandlung sollte der betroffene Raum regelmäßig inspiziert werden, um sicher zu stellen, dass tatsächlich kein Befall mehr vorliegt.

Quelle: dpa-tmn

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