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Holzmöbel pflegen: So bleiben Möbel aus Massivholz länger schön

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Holzmöbel pflegen und Kratzer entfernen

Autor: hadiet/sj

Möbelpolitur schadet oft mehr als sie nutzt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Möbelpolitur schadet oft mehr als sie nutzt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Rustikale Holzmöbel bringen Natürlichkeit in die Wohnung. Allerdings sind Möbel aus Massivholz nicht ganz so strapazierfähig, wie der robuste Werkstoff vermuten lässt. Je nachdem, ob das Holz lackiert, geölt oder gewachst ist, reagiert es mehr oder weniger empfindlich auf Staub, Wasser und äußere Einflüsse. Mit der Zeit schwindet der Glanz auf Holzmöbeln, hässliche Kratzer und Flecken werden immer deutlicher und von der natürlichen Schönheit des Massivholzes ist nicht mehr viel übrig. Mit diesen Pflegetipps lassen sich hässliche Flecken, Kratzer und Dellen in Holzmöbeln beseitigen.

Für die fortlaufende Reinigung von Holzmöbeln reicht das Staubwischen mit einem trockenen Tuch in der Regel aus. Trotzdem verliert die Oberfläche mit der Zeit an Glanz und Farbe. Darum sollte man die Möbel ab und an mit einem angefeuchteten, fusselfreien Lappen sanft abwischen. Restfeuchtigkeit muss danach sofort mit einem trockenen Tuch aufgenommen werden. Gegen Dellen und Kratzer hilft das Putzen aber nicht.

Viele Polituren schaden dem Massivholz

Polituren sind bei der Möbelpflege wegen ihres schnellen Auffrischungseffekts sehr beliebt. Restaurator Manfred Sturm-Larondelle aus Berlin warnt jedoch vor der Verwendung von Polituren mit Silikonölen oder Mineralölderivaten. Diese dringen in das Holz ein und lassen sich nicht mehr entfernen, erläutert der Möbelfachmann. Ein Restaurieren der Oberfläche sei dann nicht mehr möglich und wertvolle Stücke, gerade Antiquitäten, könnten an Wert verlieren. Die kostbaren, alten Möbel sollten daher nur mit einem auf sie abgestimmten Pflegemittel gesäubert werden.

Andere Polituren ließen die Möbel nur zunächst gut aussehen, warnt die Bremer Umweltberatung. Auf Dauer bildeten die Pflegemittel jedoch einen Film auf der Oberfläche, der schmierig werde und Staub anziehe. Die Berater raten daher zur trockenen Reinigung mit einem weichen Tuch oder Pinsel sowie dem weichen Bürstenaufsatz des Staubsaugers.

Neutralseife hilft gegen starken Schmutz auf Massivholz

Größere Verschmutzungen können Sie mit Neutralseife auf einem weichen Schwamm und wenig Wasser reinigen, rät die Initiative Pro Massivholz. Nach dem Einreiben wird die Seife abgewischt und das Holz trocken gerieben. Auf Mikrofasertücher sollten Sie beim Staubwischen verzichten, da sie durch ihre besondere Struktur feine Kratzer in der Oberfläche hinterlassen können.

Öle und Wachse zum Aufpolieren der Holzmöbel verwenden

Ist die Holzoberfläche von vornherein mit Wachs oder Öl behandelt, sollte das Möbel nach der Trocknung mit einem Vlies behutsam geglättet, also abgerieben werden, empfiehlt die Initiative. Danach kann die Oberfläche mit Öl oder Wachsbalsam aufgefrischt werden. Achten Sie beim Kauf von Pflegemitteln immer darauf, dass sie vom Hersteller ausdrücklich für diesen Zweck geeignet sind. Mit nicht eindeutig deklarierten Produkten tun Sie sich und Ihren Möbeln keinen Gefallen, denn laut der Initiative enthalten diese häufig Lösungsmittel, die Holz und Versiegelung angreifen. Außerdem fehlen ihnen oft Füllstoffe, die dem Schutzfilm die nötige Dichte und Qualität verleihen.

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Das richtige Finish: Öl, Wachs oder Lack

Öl hat die positive Eigenschaft, tief in das Holz einzudringen und die Oberfläche so dauerhaft vor Feuchtigkeit und Schmutz zu schützen. Das behandelte Holz bleibt abwischbar und vor allen Dingen diffusionsoffen. Das heißt, die Poren werden nicht verschlossen und das Material kann weiter atmen. Der Luft wird so überschüssige Feuchtigkeit entzogen und wenn es trocken ist, wieder an sie abgegeben. Das Öl intensiviert die natürliche Struktur des Holzes und lässt es kräftiger erscheinen. Man spricht dann auch von "anfeuern".

Das richtige Öl für Holzmöbel verwenden

Doch nicht jedes Öl ist für Möbel geeignet, daher sollte das Holz beispielsweise nicht mit Salatöl behandelt werden. Das ist zwar ökologisch unbedenklich, doch bleiben Lebensmittelöle "weich", werden ranzig und "trocknen" nicht aus. Spezielle Öle aus dem Fachhandel werden dagegen mit Substanzen versetzt, die sie aushärten lassen. Für Gebrauchsgegenstände wie Frühstücksbrettchen oder Kochlöffel aus Holz sind Sonnen-, Raps-, Oliven- oder Walnussöle wiederum ideal. Durch die häufige Nutzung und das regelmäßige Spülen bleibt der Nebeneffekt hier aus.

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Lack ist glatt und undurchlässig

Gegenüber dem Öl bildet eine Lackoberfläche einen geschlossenen Film. Das Holz kann also kein Wasser aufnehmen. Dafür ist es möglich, mit Lack ein sehr feines und glattes Finish herzustellen, das zudem auch eine vergleichsweise strapazierfähige Oberfläche bildet. Die Reinigung ist einfacher gegenüber geölten und gewachsten Möbeln, da der Schmutz auf dem glatten Lack nicht so gut anhaftet. Weiterer Vorteil des Lacks: Maserung und Farbe des Holzes werden deutlich hervorgehoben und leuchten so sehr intensiv.

Heller Hitze-Fleck auf dunklen Möbeln

Wer einen zu heißen Topf oder die frisch gefüllte Kaffeekanne auf eine dunkle lasierte oder gewachste Oberfläche stellt, riskiert einen hellen Fleck, der sich nur schwer wieder entfernen lässt. So absurd es klingen mag: Die einfachste Lösung ist Hitze. Die führt man am besten mit einem Fön zu. Man hält den Haartrockner für wenige Minuten in sehr kurzer Entfernung auf die betroffene Stelle. Anschließend ist der Fleck verschwunden.

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Wachs härtet mit der Zeit aus

Während sich Lack nur auf der Oberfläche des Holzes befindet und Öl in tiefer liegende Schichten eindringt, zieht Wachs nur oberflächlich in das Holz ein. Nach dem Auftrag wird das Wachs fest und härtet mit der Zeit aus. Die Oberfläche erscheint seidenglänzend, Farbe und Struktur des Holzes werden aber nicht so kräftig hervorgehoben. Wird das Möbel abschließend noch von Hand oder mit der Maschine gebürstet, verfestigt sich die Wachsschicht zusätzlich und es zeigt sich ein gleichmäßiger Glanz.

Holzmöbel bleichen in der Sonne aus

Die Farbe des Holzes unter Gegenständen wie Vasen oder Kerzenleuchtern ist häufig viel heller, als auf der umliegenden Fläche des Möbels. Das liegt daran, dass Holz durch die UV-Strahlung nachdunkelt. Wenn Sie einzelne Stellen Ihres Möbels anschleifen oder in anderer Weise behandeln, werden diese sich farblich verändern. Daher ist es unter Umständen für ein gleichmäßiges Aussehen notwendig, nach dem Ausbessern von Schadstellen noch einmal die gesamte Oberfläche anzuschleifen und nachzubehandeln.

Vorsicht bei lackierten Flächen

Während geölte oder gewachste Möbel auch mal ein nassfeuchtes Abwischen vertragen, ist das bei fein lackierten Oberflächen unbedingt zu vermeiden. Die Gefahr der Wasserfleckenbildung ist hier besonders groß. Auf haushaltsübliche Reinigungsmittel sollte ebenfalls verzichtet werden, da diese oft scheuernde Partikel enthalten, die den Lack beim Abreiben zerkratzen. Mit unseren Tipps zur Holzpflege und Kratzerbeseitigung sehen Ihre Echtholzmöbel wieder wie neu aus.

Quelle: dpa-tmn, zuhause.de

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