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Heizung entlüften: Tipps wie Sie den Heizkörper entlüften

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Heizung richtig entlüften

Autor: sj/dpa-tmn

Heizung entlüften und Thermostat kontrollieren: Sonst geht im Winter Wärme verloren. (Quelle: imago\Jochen Tack)

Heizung entlüften und Thermostat kontrollieren: Sonst geht im Winter Wärme verloren. (Quelle: Jochen Tack/imago)

Kommt man frierend und nass nach Hause, ist es extrem ärgerlich, wenn der Heizkörper nur lauwarm wird oder gar ganz den Dienst verweigert. Oft sind es nur Kleinigkeiten, wie Luft im System. Dann muss man die Heizung entlüften. Auch ein klemmendes Thermostat lässt sich mit ein wenig Geschick und dem richtigen Werkzeug selbst reparieren. Ein Fachmann verrät, wie es geht. Was zu tun ist, wenn die Heizung kalt bleibt.

Wohl dem, der im Winter im ganzen Haus eine funktionierende Heizung hat. Wenn Sie aber bei voll aufgedrehtem Thermostat vergeblich darauf warten, dass es wärmer wird, hat sich möglicherweise Luft im Heizkörper angesammelt. Das hat zur Folge, dass die Heizung beim Einschalten nicht richtig warm wird. Ein verzögertes Aufheizen kann allerdings auch an einem defekten Thermostatventil liegen.

Heizung entlüften

"Kleine Instandsetzungsarbeiten an Heizkörpern kann man in Eigenregie machen", erklärt Michael Pommer von der Deutschen Heimwerker Akademie (DIY Academy) in Köln. Es lässt sich beispielsweise ganz leicht überprüfen, ob Luft in den Heizkörpern ist. Ein guter Anhaltspunkt sind gluckernde Geräusche. Außerdem erkennt man Luft im Heizkörper daran, dass er trotz voll aufgedrehtem Thermostat im oberen Bereich nicht richtig warm wird. Die Luft im Heizkörper verhindert, dass sich das zum Aufheizen benötigte Wasser optimal verteilt, erläutert Pommer. So werde unnötig Energie verschwendet.

Gegebenenfalls Wasser in der Heizung nachfüllen

Vor dem Entlüften der Heizung sollte der Wasserdruck an der Heizanlage überprüft werden. "Ist dieser zu niedrig, muss vorher Heizungswasser nachgefüllt werden", erklärt Pommer. Der optimale Wasserdruck werde am Manometer meistens durch eine grüne Kennzeichnung angezeigt, der maximale Befülldruck durch eine rote Nadel. Ist der Wasserstand zu gering, wird ein Schlauch an das Einlassventil angeschlossen. Zum Entlüften braucht man eine Zange oder einen Vierkantschlüssel. Damit wird das Entlüftungsventil an der Endverschraubung oben rechts oder links am Heizkörper umgedreht.

Heizung automatisch entlüften

Zuvor sollte das Ventil mit einem Lappen umwickelt werden. Auch ein Schälchen zum Auffangen des Wassers sollte parat liegen. Sobald keine Luft mehr entweicht und Wasser austritt, kann das Ventil wieder geschlossen werden. Wer nicht selbst die Kraft zum Aufdrehen des Ventils aufbringen will oder kann, sollte einen automatischen Entlüfter nutzen. "Die pfiffigen Helfer werden statt der klassischen Entlüfter in die Heizkörper eingeschraubt", erläutert die Stiftung Warentest in Berlin. Kommt hier Luft in die Gefäße, könne diese sofort entweichen und das Gluckern stoppe ebenfalls. Der Nachteil dieser Geräte sei, dass bei einem defektem Ausdehnungsgefäß oder zu geringem Wasserstand der Heizkörper erst recht Geräusche von sich gibt.

Vermieter muss rechtzeitig heizen

Das Entlüften ist dabei nicht ausschließlich Sache des Vermieters, erläutert Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. "Auch Mieter dürfen ihre Heizkörper bei Bedarf selbst entlüften. Sie müssen dies nicht dem Eigentümer oder Verwalter anzeigen." Allerdings ist der Vermieter verpflichtet, die Heizung im Herbst rechtzeitig anzustellen. Wird es draußen kalt und die Wohnung kühlt auf unter 20 Grad ab, muss die Heizung laufen. Tut sie das nicht, dürfe die Miete gekürzt werden, erläutert der Mietverein München. Die Verpflichtung gelte jedoch nicht rund um die Uhr: Es sei ausreichend, wenn die Räume von 6.00 Uhr bis 23.00 Uhr geheizt werden können. Nachts reiche eine Zimmertemperatur von 18 Grad aus, erläutert der Mietverein weiter.

Thermostat reparieren

Wird ein Heizkörper trotz des Entlüftens nicht warm, kann das Problem beim Thermostatventil liegen. Mechanische Thermostate bestehen Michael Pommer zufolge aus einem abnehmbaren Thermostatkopf und einem fest installierten Ventilunterteil, der Stopfbuchse. "In den meisten Fällen sitzt der Ventilstift der Stopfbuchse durch Ablagerungen fest", erläutert der Experte. Der Thermostatkopf sollte dann abgenommen und der dann sichtbare Stift vorsichtig mit einer Zange gefasst werden.

Thermostatkopf erneuern

Wenn er mehrfach vor- und zurückgeschoben wird, sollte er sich nach kurzer Zeit leicht bewegen lassen. Ist dies nicht der Fall oder setzt sich der Stift erneut fest, muss der Ventileinsatz ausgewechselt werden. Manchmal ist auch der Kopf des Thermostatventils defekt. Dann muss auch er ausgetauscht oder das komplette Thermostatventil erneuert werden. Das Ventilunterteil bleibe in der Regel erhalten, erklärt Pommer. Allerdings würden die Thermostatköpfe mit zwei Befestigungsarten angeboten: Schnappanschluss oder Schraubmutter. "Deshalb rate ich jedem Heimwerker, den alten Thermostatkopf zum Einkauf mitzunehmen."

Wer ein neues Thermostatventil kauft, sollte möglichst zur elektronischen Variante greifen. Auch wenn die Geräte in der Anschaffung etwas teurer sind, lässt sich auf Dauer Geld sparen. Die günstigsten Ausführungen gibt es sogar schon für unter 20 Euro. Die Raumtemperatur lässt sich mit den elektronischen Ventilen zu bestimmten Uhrzeiten hoch- oder herunterregeln. Dadurch wird weniger Energie verbraucht, wenn keiner zu Hause ist. Darauf weist Michael Pommer hin. Besonders in Eigentums- und Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern lasse sich der Heizungsverbrauch so an die individuellen Benutzergewohnheiten anpassen, rät Pommer.

Heizkörper entrosten

Wenn beim Kontrollieren der Heizung Roststellen zu sehen sind, sollte der Heizkörper entrostet und neu lackiert werden. Denn aus kleinen rostigen Stellen können mit der Zeit Löcher entstehen, aus denen schließlich das Wasser auf den Boden tropft. "Zum Entfernen von Roststellen eignet sich Schleifpapier", sagt Ludger Küper, Direktor des Paint Quality Institute in Schwalbach. Man schleift die Stelle so lange ab, bis sie metallisch glänzt. Danach wird der Heizkörper mit Seifenlauge entfettet und gesäubert. Zum Lackieren muss der Heizkörper kalt sein, deshalb rät der Farbexperte zum Streichen vor der Heizperiode. Er empfiehlt zudem einen hitzebeständigen, umweltfreundlichen Heizungslack auf Acryl-Basis.

Quelle: zuhause.de, dpa-tmn

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