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Heizöltank überprüfen: Für welche Tanks gilt die Prüfpflicht?

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 (Quelle: dein-heizungsbauer.de)

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Wie oft muss man seinen Heizöltank prüfen?

Heizöltanks im Keller sollen regelmäßig überprüft werden. (Quelle: imago/Sommer)

Heizöltanks im Keller sollen regelmäßig überprüft werden. (Quelle: Sommer/imago)

Knapp sechs Millionen Haushalte in Deutschland werden nach Angaben des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) mit Heizöl beheizt. In den meisten Häusern wird die Ölheizung aus einem Tank im Keller gespeist. Für die Dichtheit des Tanks ist der Besitzer verantwortlich. Doch wie oft muss er prüfen, ob der Tank noch in Ordnung ist? Eine bundeseinheitliche Regelung hierfür ist zwar seit Jahren in Arbeit, konnte aber bislang noch nicht endgültig auf den Weg gebracht werden. Und so gelten weiter unterschiedliche Landesregelungen.

Wie oft ein Heizöltank geprüft werden muss, ist in jedem Bundesland in der so genannten "Anlagenverordnung wassergefährdende Stoffe" (VAwS) festgelegt, die sich an einigen Stellen je Bundesland unterscheidet. Es kommt vor allem darauf an, ob man in einem Wasserschutzgebiet lebt, der Tank als Erdtank unterirdisch liegt und wie groß er ist. Grob kann man sagen, dass Erdtanks sowie oberirdische Tanks mit mehr als 1000 Liter Fassungsvermögen, die in einem Wasserschutzgebiet betrieben werden, und alle Tanks mit mehr als 10.000 Liter Fassungsvermögen regelmäßig mindestens alle fünf Jahre geprüft werden müssen.

Behörde fordert zur Tankprüfung auf

Außerhalb von Wasserschutzgebieten ist für Tanks mit weniger als 10.000 Litern Gesamtfüllmenge derzeit in der Regel kein regelmäßiger Sicherheitscheck nötig. Neuanlagen werden bei Inbetriebnahme geprüft. Ausnahmen gibt es – abhängig vom Bundesland – für unterirdische Tanks. Wer seinen Tank prüfen muss, wird schriftlich von den Behörden verständigt, weiß Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB). Meist ist es die Untere Wasserbehörde, die Betroffene zum Sicherheitscheck auffordert, die Details erläutert und sich die Ergebnisse vorlegen lässt. "Die Behörden sagen auch, welcher Sachverständige das machen darf", erläutert Reinhold-Postina. Die Fachleute dürfen sich nach einer Qualifizierung "Sachverständige für die Prüfung für Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen" nennen. Die Kosten liegen je nach Aufwand der Prüfung bei rund 100 Euro – einheitliche Prüfgebühren gibt es allerdings nicht.

Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern

Zudem sind die Regelungen je nach Bundesland leicht unterschiedlich. So gibt es in den meisten Bundesländern eine Unterscheidung zwischen Tanks mit bis zu 1000 Litern Fassungsvermögen und solchen mit bis zu 10.000 Litern. Nordrhein-Westfalen hat noch eine Zwischenstufe für Tanks mit bis zu 5000 Litern. Auch in der Frage, ab wann man einen Fachbetrieb mit der Prüfung beauftragen muss, sind sich die Bundesländer nicht einig. Während es in Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein eine Fachbetriebspflicht ab 10.000 Litern gibt, bestehen die meisten anderen Länder schon ab 1000 Litern auf eine fachmännische Prüfung.

Besitzer haftet für Schäden

Doch unabhängig davon, welche Verordnung gilt, ist eine regelmäßige Überprüfung des Tanks sinnvoll. Ohne Überwachung der Anlage besteht die Gefahr, dass ein Tank beispielsweise rostet und leckt. Gerade bei unterirdischen Öl-Reservoirs im Garten kann das schwerwiegende Folgen haben. Schon eine kleine Menge Heizöl kann zu ernsthaften Schäden am umliegenden Erdreich führen und sogar das Grundwasser und damit auch das Trinkwasser gefährden. Verantwortlich für die so entstehenden Schäden ist der Eigentümer des Tanks – und das laut Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sogar, wenn er den Tank regelmäßig überprüft hat.

So erkennt man Lecks im Tank

Hinweise auf ein Leck sind Setzrisse in der Abmauerung oder wenn die wasser- beziehungsweise öldichte Anstrichschicht Blasen wirft, erklärt Thomas Brandes, Sachverständiger für die Prüfung für Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, gegenüber dem VPB. Zu einer regelmäßigen Sicht- und Funktionskontrolle gehört die Überprüfung der Dichtheit der Anlage und der Funktionstüchtigkeit der Sicherheitseinrichtungen, wie etwa dem Leckanzeigegerät. Sind Ölflecken auf dem Boden oder Rostflecken auf der Anlage zu sehen? Ist der Heizöltank beschädigt, weist Risse auf oder ist verformt? Ist der Auffangraum verunreinigt oder beschädigt? Ein Warnzeichen ist auch, wenn es auffällig nach Heizöl riecht. Wer eine Unregelmäßigkeit am Heizöltank feststellt, muss diese unverzüglich selbst beheben oder einen Fachbetrieb hinzuziehen.

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Sollte dennoch Öl austreten, muss man den Schaden melden. Anlaufstellen sind die zuständige Untere Wasserbehörde des jeweiligen Landkreises oder die nächste Polizeidienststelle. Für das Beseitigen des Schadens ist aber der Besitzer zuständig. Die Kosten für Aushub und Entsorgung des verseuchten Erdreichs sowie die notwendigen Aufwendungen für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes können leicht bei mehreren Tausend Euro liegen.

Bundesweite Verordnung noch immer nicht in Kraft

Eine einheitliche bundesweite Regelung mit dem Namen Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) ist seit mehreren Jahren in der Planung. Am 23. Mai. 2014 hat der Bundesrat der AwSV unter Berücksichtigung bestimmter Maßgaben zugestimmt. "Die Abstimmung zwischen den Ressorts der Bundesregierung zu diesen Beschlüssen ist noch nicht abgeschlossen", heißt es beim Bundesumweltministerium.

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Quelle: zuhause.de, dpa-tmn

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