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Einbruchschutz

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Was tun, wenn Einbrecher im Haus sind?
Die Polizei empfiehlt ein defensives Verhalten, wenn man Einbrecher im Haus bemerkt. (Quelle: imago/Westend61)

Die Polizei empfiehlt ein defensives Verhalten, wenn man Einbrecher im Haus bemerkt. (Quelle: Westend61/imago)

Dieses Szenario wünscht man wirklich niemandem: Merkwürdige Geräusche im Haus lassen einen nachts aufschrecken. Aus banger Sorge wird dann zunehmend Gewissheit: Jemand befindet sich im Haus - ein Einbrecher. Wie soll man sich nun verhalten?

Keinesfalls sollte man die offene Konfrontation suchen. "Die kriminalpolizeiliche Empfehlung ist Passivität", stellte Kriminalhauptkommissar Dirk Struckmeier im Expertenchat Einbruchschutz bei zuhause.de klar. "Schließen Sie sich und ihre Familie in einem der Schlafzimmer ein und rufen Sie 110 an." Außerdem solle man lautstark auf sich aufmerksam und das Licht anmachen.

Nicht auf Konfrontationskurs mit dem Einbrecher gehen

Auch Carolin Hackemack vom gemeinnützigen Netzwerk "Zuhause sicher", einer Initiative von Polizeibehörden, warnt vor den Gefahren einer Konfrontation: "Stellen Sie sich den Einbrechern keinesfalls in den Weg!", so die Expertin gegenüber dem Präventionsportal der Gewerkschaft der Polizei. "Das kann zu gefährlichen Kurzschlussreaktionen seitens des Täters führen."

Sie empfiehlt ebenfalls, sich lautstark bemerkbar zu machen, damit der Eindringling merkt, dass er nicht allein ist. Ein Einbrecher hat kein Interesse an einer Konfrontation mit den Bewohnern. Er wird das Weite suchen, wenn er merkt, dass wider Erwarten jemand zuhause ist. 

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Einbrecher nicht selbst bekämpfen

"Man sollte ihm dies so einfach wie möglich machen und nicht versuchen ihn zu verfolgen", rät Hackemack. Auch wenn die meisten Einbrecher keine Schusswaffen bei sich tragen, unbewaffnet sind sie nicht. Tatwerkzeug Nummer eins ist ein Schraubenzieher, mit dem die Täter ungesicherte Fenster und Türen aufbrechen. Treibt man einen Einbrecher in die Enge, könnte er ihn als Stichwaffe einsetzen. 

Selbst erfahrene Kampfsportler sollten nicht versuchen, den Täter auf eigene Faust zu überwältigen. "Man ist hier nicht in einer normalen Wettkampfsituation", erläutert Hackemack. "Der Täter wird von seinen Bewegungsabläufen nicht so reagieren, wie das ein Gegner in einem Wettkampf tun würde."

Viele Türsicherungen taugen nichts

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Einbrecher im Haus: richtiges Verhalten für zwei Szenarien

Wie man sich verhalten soll, wenn man einen Einbrecher im Haus bemerkt, hat Präventionsportal der Gewerkschaft der Polizei für zwei unterschiedliche Szenarien zusammengefasst.

Kommt ein Einbrecher ins Haus, während man schläft, sollte man demnach:
– für den Notfall immer ein Handy am Bett haben und umgehend die Polizei informieren
– Lärm und Licht machen 
– sich defensiv verhalten
– den Tätern nicht den Fluchtweg versperren

Trifft man einen Einbrecher auf frischer Tat an, wenn man nach Hause kommt, sollte man:
– sich bemerkbar machen
– das Haus verlassen
– dem Täter die Möglichkeit zur Flucht geben
– sich defensiv verhalten, nicht versuchen, den Täter aufzuhalten oder anzugreifen
– sich Aussehen, Fahrzeug, Fluchtrichtung, etc. einprägen, wenn das gefahrlos möglich ist
– die Polizei verständigen (über den Polizeiruf 110)

Bei Einbruchspuren umgehend das Haus verlassen

Auch wenn man bei einer Rückkehr nach Hause nur die Spuren eines Einbruchs vorfindet, sollte man Haus oder Wohnung sofort verlassen und über 110 die Polizei verständigen. Zum Einen aus Sicherheitsgründen, falls der Täter doch noch vor Ort sein sollte, zum Anderen aber auch, um keine wichtigen Spuren zu zerstören.

Mechanische Sicherungen können Einbrüche verhindern

Noch besser ist es natürlich, Einbrüche von vorne herein zu verhindern. In Einfamilienhäusern dringen die Täter meist über ungesicherte Fenster ein. Mit Aufschraubsicherungen oder Pilzkopfzapfenbeschlägen kann man bestehende Fenster und Fenstertüren einbruchsicher machen.

Im Mehrfamilienhaus kommen die Einbrecher meist durch die Wohnungstür. Hier bieten gute Türsicherungen einen effektiven Schutz. Doch nicht alle angebotenen Produkte taugen etwas. Zuletzt hat die Stiftung Warentest jede zweite geprüfte Türsicherung "mangelhaft" bewertet.

Die Polizei berät individuell und kostenlos über sinnvollen Einbruchschutz.– in vielen Regionen sogar direkt vor Ort in der eigenen Wohnung. Viele Einbruchschutzmaßnahmen werden durch KfW-Zuschüsse staatlich gefördert.

 
Das sind Deutschlands Einbruchshochburgen
In Dortmund, Gelsenkirchen und Essen ist das Einbruchrisiko besonders groß. (Quelle: imago/Westend61)

In Dortmund, Gelsenkirchen und Essen ist das Einbruchrisiko besonders groß. (Quelle: Westend61/imago)

Das Einbruchsrisiko in deutschen Großstädten ist höchst unterschiedlich. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2015 (PKS) des Bundeskriminalamts hervor. Besonders sicher lebt man demnach in Rostock, Augsburg und München. Dortmund, Gelsenkirchen und Essen sind hingegen Einbruchshochburgen. Diese Grafik zur Einbruchstatistik gibt einen schnellen Überblick über die wichtigsten Daten aus der PKS.

Die PKS weist unter anderem die Zahl der verübten Wohnungseinbrüche pro 100.000 Einwohner für sämtliche deutsche Großstädte mit über 200.000 Einwohnern aus.


Hier gelangen Sie zum Vollbild-Modus.

In dieser Karte sind die Wohnungseinbrüche in den Großstädten ab 200.000 Einwohnern erfasst. Unter "Fälle pro 100.000 Einwohner" sehen Sie, in welchen Städten die meisten Einbrüche pro Kopf passieren. Unter "Zunahme der Einbrüche" können Sie den Anstieg der Einbrüche seit 2009 nachvollziehen. In grün markierten Städten ist die Entwicklung rückläufig. Ansonsten gilt: Je dunkler die Farbe, desto höher die Quote. Unter "Aufklärungsquote" sehen Sie, wie viel Prozent der Einbrüchsfälle aufgeklärt wurden. Klicken Sie für mehr Infos auf die Städte. Die Daten stammen aus der aktuellen Kriminalitätsstatistik.

Einbruchrisiko in Dortmund 7,5-Mal höher als in Rostock

In Dortmund kamen 587,3 Fälle auf 100.000 Einwohner, in Rostock waren es nur 76,4. Die Statistik zeigt außerdem, dass gerade in vielen der Einbruchshochburgen die Aufklärungsquote besonders gering ist.

Bundesweit lag sie im Schnitt bei 15,2 Prozent. In vielen Städten mit besonders hohen Fallzahlen lag sie oft noch deutlich niedriger. Trauriges Schlusslicht in dieser Hinsicht ist Bremen mit einer Aufklärungsquote von nur 5,4 Prozent.

Einbruchshochburgen und ihre Aufklärungsquote

Das sind die zehn deutschen Großstädte mit dem höchsten Einbruchrisiko und ihre jeweilige Aufklärungsquote (AQ):

  1.) Dortmund: 578,3 Fälle*, AQ: 11 %

  2.) Gelsenkirchen: 564,3 Fälle*, AQ: 18 %

  3.) Essen: 527,9 Fälle* – AQ: 11 %

  4.) Düsseldorf: 514,1 Fälle*, AQ: 9,4 %

  5.) Hamburg: 510,9 Fälle*, AQ: 8,7 %

  6.) Bremen: 503,1 Fälle*, AQ: 5,4 %

  7.) Krefeld: 502,5 Fälle*, AQ: 10,9 %

  8.) Bochum: 499,9 Fälle*, AQ: 6,8 %

  9.) Köln: 489,3 Fälle*, AQ: 7,8 %

10.) Duisburg: 457,3 Fälle*, AQ: 15,2 %

Diese Städte sind besonders sicher

Das sind die zehn deutschen Großstädte mit dem geringsten Einbruchrisiko:

  1.) Rostock: 76,4 Fälle*, AQ: 16 %

  2.) Augsburg: 81,1 Fälle*, AQ: 12,7 %

  3.) München: 101,3 Fälle*, AQ: 16,1 %

  4.) Erfurt: 103,8 Fälle*, AQ: 23,8 %

  5.) Nürnberg: 108 Fälle*, AQ: 12 %

  6.) Chemnitz: 114,6 Fälle*, AQ: 20,4 %

  7.) Dresden: 120,3 Fälle*, AQ: 18 %

  8.) Stuttgart: 147,4 Fälle*, AQ: 28,1 %

  9.) Braunschweig: 150,9 Fälle*, AQ: 17,9 %

10.) Karlsruhe: 160,3 Fälle*, AQ: 8,5 %

*Fälle pro 100.000 Einwohner

Nicht nur in Großstädten wird eingebrochen

Insgesamt entfallen nicht einmal die Hälfte aller Einbruchsdelikte in Deutschland auf Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern (48,4 %).

Auch wer in Kleinstädten oder auf dem Land wohnt, kann also nicht sicher sein, von Einbrüchen verschont zu bleiben. Fast ein Viertel aller Einbrüche (24 Prozent) wurden in Städten und Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern verübt.

Einbruchschutz-Maßnahmen wirken

Sinnvoll sind Investitionen in Sicherheitstechnik, die den Einbruchschutz von Haus und Wohnung verbessert. Viele solcher Einbruchschutz-Maßnahmen werden staatlich gefördert. Ohnehin sind die Kosten für wirksamen Einbruchschutz meist überschaubar.

In Einfamilienhäusern sollte man vor allem Fenster und Terrassentüren einbruchsicher machen, im Mehrfamilienhaus dringen Einbrecher meist durch Fenster im Erdgeschoss oder die Wohnungstüren ein. Leider taugen Türsicherungen wenig, wie die Stiftung Warentest herausfand. 

Die Kriminalprävention der örtlichen Polizeibehörden beraten kostenlos und oft sogar vor Ort darüber, welche Einbruchschutz-Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll, welche Produkte empfehlenswert und welche Handwerker erfahren in der fachgerechten Montage der Produkte sind.

 
Was den Tresor erst richtig sicher macht
Ein Safe sollte viel Eigengewicht haben. (Quelle: dpa)

Ein Safe sollte viel Eigengewicht haben. (Quelle: dpa)

Schmuck, Gold, Bargeld im Haus: Vermögen schafft finanzielle Sicherheit, kann aber auch für schlaflose Nächte sorgen. Schließlich wird täglich irgendwo eingebrochen. Unter der Matratze versteckt sicher keiner mehr seine Schätze. Doch auch ein vermeintlich raffiniertes Versteck ist nicht sicher: Einbrecher kennen einfach alle potentiellen Schlupfwinkel. Ein Tresor verschließt die Wertsachen fest und sicher – wenn man auf bestimmte Kriterien achtet. Und mit der Versicherung sollte man die Aufbewahrung von Wertsachen unbedingt abklären.

Helmut Rieche von der Initiative für aktiven Einbruchschutz "Nicht bei mir" in Berlin sagt: "Es gibt kein Versteck, das der Einbrecher nicht kennt." Es helfe nicht, Geld möglichst ungewöhnlich im Gesellschaftsspiel zu verstecken sowie Wertvolles im Ofen oder zwischen den Dachsparren zu verstauen. "Am besten sind diese Sachen in einem Wertschutzschrank untergebracht, der von der Versicherung zugelassen ist." So ein Schrank hat am besten mindestens 200 Kilogramm Gewicht. Alles darunter bezeichnet Rieche als Spielerei.

Simpler Trick öffnet viele Tresore in wenigen Sekunden

Von wegen sicher: Mit einem einfachen Hilfsmittel lässt sich ein handelsüblicher Safe blitzschnell und ohne Fachkenntnisse öffnen. Video

Das richtige Zertifikat für den Safe

Harald Schmidt von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart empfiehlt, auf geprüfte und zertifizierte Safes zu achten. Solche Wertschutzbehälter erkennt man beispielsweise an Plaketten an der Türinnenseite, entweder von der European Security Systems Association oder von der VdS-Schadenverhütung. Beide sind nach der Norm DIN-EN 45011 akkreditierte Zertifizierungsstellen.

Das nötige Eigengewicht für den Tresor

Am besten geeignet sind Einmauerschränke, die man in Wand und Boden verankern muss. Von Geldkassetten und einfachen Blechschränken rät Kriminaloberrat Schmidt ab, da sie nicht befestigt sind und somit mitgenommen werden können. "Dies gilt insbesondere, wenn sie weniger als 1000 Kilogramm Eigengewicht aufweisen."

Ein Schlüssel bedeutet ein Risiko

Sicherheitsexperte Sebastian Brose von der VdS-Schadenverhütung in Köln empfiehlt, den Safe an einer Stelle zu befestigen, wo ihn nicht jeder sieht. "Je weniger Menschen von dem Geldschrank wissen, desto besser." Zum Öffnen des Safes bietet sich entweder ein Schloss mit Schlüssel oder Zahlenkombination an. Letzteres empfiehlt Schmidt, am besten mit persönlichem Code. "So entfällt das Problem einer sicheren Verwahrung des Schlüssels." Wer doch ein System mit Schlüssel wählt, sollte diesen bei Abwesenheit nicht in der Wohnung aufbewahren. "Auch das vermeintlich sicherste Schlüsselversteck wird vom Täter gefunden."

Tresor immer mit der Versicherung abklären

Vor der Anschaffung eines Wertschutzschranks sollte der Hausbesitzer mit der Versicherung Kontakt aufnehmen. Denn sie gibt vor, welche Werte sie in welchem Safe versichert, erklärt Brose. "Dabei spielt vor allem der Widerstandsgrad des Behältnisses eine entscheidende Rolle."

Gaunerzinken und ihre Bedeutung – die geheimen Codes der Einbrecherbanden
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So meldete die Stiftung Warentest auf test.de, dass ein Hausratversicherer seinem Kunden nach einem Einbruch Bargeld nur in Höhe von 3000 Euro ersetzte. Für die darüber hinaus gestohlenen 37.000 Euro kam der Versicherer nicht auf – der Tresor entsprach nicht den Sicherheitsbestimmungen der Versicherung.

In Zusammenarbeit mit der Polizei und den Versicherern beruft sich die VdS-Schadenverhütung auf Erfahrungswerte: Demnach genügt bei Wertsachen bis 1000 Euro ein einfacher Verschluss. Für höhere Werte sind Sicherheitsschränke nötig, und zwar Modelle der Stufe S1 bis 5000 Euro und S2 bis 30.000 Euro. "Danach empfiehlt es sich, den Safe mit einer Einbruchmeldeanlage zu kombinieren", sagt Brose.

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Und Polizei-Kriminaloberrat Schmidt weiß: "Viele Versicherungen fordern für die Aufbewahrung von bestimmten Werten einen Wertschutzschrank, der einer Mindestklassifizierung von zum Beispiel Grad II entspricht." Wertschränke haben dickere Wände mit einer Füllung, die diese sicherer macht als Sicherheitsschränke. Sie eignen sich laut VdS für die Lagerung von Werten ab 40.000 Euro.

Bargeld gehört in die Bank

Helmut Rieche rät grundsätzlich, große Summen an Bargeld in einem Bankschließfach zu lagern. "Es gibt Fälle, bei denen Einbrecher die Bewohner erpresst haben, um das Versteck zu finden." Wer sich dennoch einen Safe anschaffen will, sollte den Einbruchschutz der Wohnung nicht vernachlässigen. So kommt der Täter erst gar nicht in die Nähe der Wertsachen. "Die häufigsten Fehler, die Einbrecher animieren, sind gekippte Fenster und nicht verschlossene Türen", sagt der Einbruchsexperte. Mechanischen Schutz bieten zusätzliche Sicherungsbeschläge an Fenstern und Türen. "Wer mehr Schutz möchte, sollte über eine Alarmanlage nachdenken."

Was die Hausratversicherung abdeckt

Die Versicherungen bieten dazu eine Beratung an, was zum Schutz von Wertsachen in der Wohnung notwendig ist, erklärt Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Einen Schutz für Wertsachen bietet die Hausratsversicherung. In der Regel seien bis zu 1500 Euro Bargeld, 3000 Euro für Wertpapiere und Schmuck im Wert von maximal 20.000 Euro versichert, sagt Jarosch. "Wertsachen, die darüber hinaus versichert werden sollen, können mit einer so genannten Valorenversicherung abgedeckt werden."

 
Einfache Tipps halten Einbrecher fern
Bewegungsmelder können Einbrecher abschrecken. (Quelle: dpa)

Bewegungsmelder können Einbrecher abschrecken. (Quelle: dpa)

Im Herbst steigt erfahrungsgemäß die Zahl der Einbrüche. Die Diebe schlagen besonders häufig am späten Nachmittag und abends zu, denn die Dunkelheit bietet Einbrechern einen gewissen Schutz. Um nicht zum leichten Opfer von Einbrecherbanden zu werden, kann man einige vorbeugende Maßnahmen ergreifen.

"Gerade vor dem Beginn der dunklen Jahreszeit empfiehlt es sich, das eigene Zuhause einmal mit den Augen eines potenziellen Einbrechers zu betrachten", empfiehlt Monika Schäfer-Feil, Sprecherin der Brancheninitiative Licht.de in Frankfurt am Main. Wo gibt es dunkle Ecken und Wege? Wie sind Haus-, Neben- und Terrassentüren gesichert und beleuchtet? "Bei großen, schlecht einsehbaren Grundstücken kann zum Beispiel die Beleuchtung von Fassaden und Hecken durch breitstrahlende Scheinwerfer sinnvoll sein." Daneben sollten alle Zugangswege, Treppen und der Eingangsbereich mit Lampen versehen sein.

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Auch an die Nachbarn denken

"Schön und sinnvoll ist eine dezente Beleuchtung des Außenbereichs, die Haus und Grundstück gut in Szene setzt", findet Alexander Wiech vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland in Berlin. Auf allzu starke und blendende Leuchten sollte aber lieber verzichtet werden. Sie könnten Nachbarn und Passanten stören und bieten auch nicht mehr Schutz als die sanfte Beleuchtung. "Praktisch sind LED-Strahler mit Dämmerungssensoren, die in den Abendstunden die künstliche Beleuchtung je nach Stand des Tageslichts ein- oder zuschalten", meint Schäfer-Feil.

Zusätzliche Sicherheit bieten Bewegungsmelder. "Bei der Installation ist darauf zu achten, dass sie das gesamte Grundstück und den Zugang zum Haus abdecken", betont Wiech. Der Erfassungswinkel lässt sich entsprechend einstellen. Wichtig ist: Die Geräte sollen empfindlich auf Bewegungen reagieren, aber nicht jedes Mal anspringen, wenn jemand draußen am Zaun vorbeigeht oder eine Katze über das Grundstück läuft. Sonst stellt sich schnell ein Gewöhnungseffekt ein.

Auf Bewegungsmelder mit Tier-Immun-Funktion achten

"Abhilfe können Bewegungsmelder mit einer selektiven Alarmunterdrückung oder Tier-Immun-Funktion schaffen", erklärt Schäfer-Feil. "Sie reagieren erst auf Lebewesen mit einer bestimmten Masse. Bei kleineren Tieren springen sie nicht an."

So hell sollte die Außenbeleuchtung sein

Die Kriminalpolizei rät zu Halogenscheinwerfern mit mindestens 500 Watt, sicher vor Sabotage in einer Höhe von mindestens dreieinhalb Metern angebracht.

Gaunerzinken und ihre Bedeutung – die geheimen Codes der Einbrecherbanden
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Mit Zeitschaltuhr Anwesenheit vortäuschen

Auch im Innern des Hauses kann man einiges tun, um Einbrecher fernzuhalten. Leerstehende Wohnungen wirken besonders anziehend auf Diebe. Vor allem im Herbst und Winter ist für den aufmerksamen Beobachter leicht zu erkennen, wo die Fenster abends dunkel bleiben. "Mit einer Zeitschaltuhr ist es möglich, Anwesenheit vorzutäuschen, indem zu einem bestimmten Zeitpunkt in verschiedenen Räumen das Licht ein- und später ausgeschaltet wird", erklärt Wiech. Das Gerät wird zwischen Steckdose und Lampe gesteckt und so programmiert, dass das Licht zu einem bestimmten Zeitpunkt angeht.

"Es sollte aber nicht jeden Tag nach dem selben Muster ablaufen. Besser ist es, verschiedene Varianten einzustellen", rät Wiech. Denn bei den Einbrechern handelt es sich oft um professionell organisierte Banden, die die Objekte genau ausspähen. "Die wissen sofort, was los ist, wenn das Licht immer zur gleichen Zeit im selben Raum angeht."

Licht per App an- und ausschalten

Die Alternative sind digitale Lichtmanagementsysteme, die sich per App mit dem Smartphone programmieren und steuern lassen. "Damit kann man im Urlaub das Licht aus der Ferne an- und ausschalten", erklärt Schäfer-Feil. Die Polizei empfiehlt allerdings, beim Einbruchschutz lieber auf bewährte Technik zu setzen. "Besser eine Zeitschaltuhr als eine App", meint Andreas Mayer, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart. Die Zeitschaltuhr sei einfach zu installieren und kaum störanfällig. Bei einer automatischen Lichtsteuerung per Handy sei dagegen nicht unbedingt ausgeschlossen, dass sie ausfällt oder von Fremden gehackt werden kann.

Beim Einbruchschutz nicht nur auf Licht setzen

"Mit Licht allein hält man ohnehin keine Einbrecher ab", betont Mayer. Mindestens ebenso wichtig wie eine gute Beleuchtung ist der Einbau einbruchhemmender Türen und Fenster.

Türen absichern

Empfehlenswert sind sogenannte Zylinder- oder Einsteckschlösser mit Mehrpunktverriegelung, deren Riegel mindestens 20 Millimeter tief in das Schließblech greifen. Das Schloss soll sich so weder durch Gewalt noch durch falsche Schlüssel öffnen lassen.

Schutz vor nachgemachten Schlüsseln bietet ein Schließzylinder mit Sicherungskarte. Die Experten raten auch zu einer Systemeinheit aus Schloss, Schließzylinder, einbruchhemmendem Schutzbeschlag und Schließblech. Ein zusätzliches Schloss mit Mauerverankerung sowie ein Querriegelschloss können auch sinnvoll sein. Ein Querriegel sollte rund 30 Zentimeter unterhalb des Hauptschlosses installiert sein.

Fenster aufrüsten

Sichere Fenster sollten rundherum angeordnete Pilzkopfzapfen und eine durchwurfhemmende Sicherheitsfolie haben. Zusatzschlösser sind hier auch möglich. Wichtig ist, dass die Bandseiten gesichert sind und dass nicht nur Montageschaum den Rahmen im Mauerwerk hält.

Schlupflöcher verriegeln

Kellerfenster müssen ebenfalls abgesichert sein, selbst wenn diese von außen nicht zu öffnen sind. Zusatzschutz bieten hier mindestens drei Millimeter starke Stahllochblenden, also ein Gitter vor dem Fenster. Verschraubte Bolzen oder Vorhängeschlösser sichern zusätzlich ab. Engmaschige Gitterroste mit - und das ist wichtig - verschweißten oder verdübelten Flacheisen verriegeln Lüftungsschächte. Außerdem nicht zu vernachlässigen: Mülltonnen, Gartenmöbel sowie Gerüste und Bäume in Hausnähe oder an der Fassade können Einbrecher als Kletterhilfen missbrauchen.

Hohe Aufklärungsquote bei der richtigen Warnanlage

Bei Alarmanlagen gibt es zwei Varianten, die Einbruchmeldeanlage und die Gefahrenwarnanlage. Erstere soll den Einbrecher mit einem lauten Alarm abschrecken und einen Notruf absetzen. Möglich ist auch das Auslösen eines stillen Notrufs, was der Polizei die Möglichkeit gibt, den nichtsahnenden Täter noch vor Ort zu schnappen. Die Gefahrenwarnanlage schützt vor Einbrechern und sie löst auch Alarm bei Bränden oder Wasserschäden aus.


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