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Haus winterfest machen: Was vor der großen Kälte noch zu prüfen ist

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Haus und Wohnung jetzt für den Winter vorbereiten

13.01.2012, 07:54 Uhr | rw

Der Winter kann Häusern ganz schön zusetzen. Da ist gute Vorbereitung gefragt. (Quelle: imago)

Der Winter kann Häusern ganz schön zusetzen. Da ist gute Vorbereitung gefragt. (Quelle: imago)

Auch wenn er in den meisten Regionen lange auf sich warten ließ: Glaubt man den Meteorologogen, steht nun endlich der Winter vor der Tür. Stürme, Frost und Niederschläge können Gebäuden in der kalten Jahreszeit ganz schön zusetzen. Experten raten: Wer sein Zuhause noch vor dem großen Kälteeinbruch gut für den Winter rüstet, kann teure Schäden am Haus und Energieverschwendung vermeiden. Ist Ihr Zuhause winterfest?

Hausbesitzer sollten noch vor dem großen Kälteeinbruch im Winter ihr Haus gründlich überprüfen. Damit beuge man größeren Reparaturen im Frühjahr vor und spare so am Ende viel Geld, so der Experten-Rat des TÜV Rheinland. Die wichtigsten Stationen beim Winter-Check: das Dach, Fenster und Türen sowie die Heizung.

Das Dach auf fehlende Ziegel prüfen

Am wichtigsten ist es, dass man im Winter ein gutes Dach über dem Kopf hat. Hier muss den Experten zufolge unter anderem geprüft werden, ob es dicht ist. Durch undichte Stellen dringt Feuchtigkeit ein, welche die gesamte Dachkonstruktion beschädigen kann.

"Beschädigte Dachpfannen sollten ausgetauscht werden", rät deshalb TÜV-Mann Lars Hille. Sie fallen bei einer sorgfältigen Sichtprobe mit dem Fernglas auf. Dabei fährt man langsam jede einzelne Reihe Dachziegeln nacheinander ab, so dass offensichtliche Schäden wie eine fehlende oder verschobene Dachpfanne auffallen.

Statik des Daches vom Fachmann prüfen lassen

Andere Mängel am Dach – beispielsweise eine unzureichende Statik – fallen dem Laien aber kaum auf. Gerade in schneereichen Regionen, wo das Dach im Winter besonders stark belastet wird, sollte der Dachstuhl alle fünf Jahre vom Fachmann inspiziert werden. Dabei fallen dem Profi die Traglast des Daches beeinträchtigende Mängel wie feine Risse in Balken und Trägern auf. TÜV-Experte Hille empfiehlt, für die Dachbegehung unbedingt einen professionellen Fachbetrieb zu beauftragen, damit keine Schäden übersehen werden. Sonst stürzt im schlimmsten Fall bei Belastung das Dach ein.

Die zulässige Schneelast beachten

Aber auch wenn das Dach gründlich durchgecheckt wurde, sollte man die Belastung einer dicken Schneedecke nicht unterschätzen. Häuser halten nur eine bestimmte Menge der weißen Pracht aus – zulässige Schneelast nennt das der Fachmann. Sie wird bereits beim Bau vom Tragwerksplaner errechnet und jeder Eigentümer hat sie in seinen Unterlagen. Sollte Ihnen die Information verloren gegangen ein, kann ein Bauingenieur das Höchstgewicht neu ermitteln. "Auch das örtliche Bauamt kann Auskunft geben und einschätzen helfen, ob die Lage kritisch ist", sagt Hille.

Dachrinne stets frei halten

Bei der Dachrinne können Hausbesitzer hingegen selbst Hand anlegen. Diese muss gründlich vom Herbstlaub befreit werden. Bei Flachdächern dürfen auch die Wasserabläufe nicht vergessen werden. Wenn Schmelzwasser nicht richtig ablaufen kann, dringt es möglicherweise in das Mauerwerk ein. Gefriert es dort, können Teile der Fassade abplatzen.

Fenster und Türen sind oft Schwachstellen

Durch undichte Fenster kann warme Luft nach außen entweichen und die Außenluft dringt als kalter Windzug durch Ritzen und Fugen. Dadurch wird unnötig Heizenergie verschwendet. Schließen die Fenster nicht luftdicht, sollten sie nachjustiert werden, empfehlen die TÜV-Experten. Außerdem sollten alle paar Jahre die Gummidichtungen erneuert werden.

Sind die Fenster selbst schon sehr alt, kann es sich sogar lohnen, über einen Austausch nachzudenken. Mit modernen Fenstern kann man die laufenden Heizkosten erheblich reduzieren. Über die Dämmeigenschaften eines Fensters gibt der so genannte U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) Auskunft. Je kleiner der U-Wert, desto weniger Wärmeenergie wird durch das Fenster nach draußen abgegeben.

Auch durch die Türen sollte natürlich möglichst wenig warme Luft entweichen. Ist der Spalt unter der Tür sehr groß, kann man beispielsweise eine Bürstendichtung an der unteren Türkante anbringen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, mit denen man Zugluft durch Fenster und Türen stoppen kann.

Heizungs-Anlage und einzelne Heizkörper kontrollieren

Zum Winter-Check gehört auch die gründliche Kontrolle der Heizung. Fast jede Heizungs-Anlage bietet Energiesparpotenzial. So sollte die komplette Anlage einmal jährlich – idealerweise zum Winter hin – von einem Fachbetrieb gewartet werden. "Die regelmäßige Wartung der Heizung durch einen Fachmann erhöht die Lebensdauer der Anlage und senkt die Energiekosten", stellt beispielsweise die Deutsche Energieagentur (dena) klar. Bei einer fachmännischen Wartung fallen kostenfressende Mängel wie etwa eine zu hoch eingestellte Vorlauftemperatur auf und können vom Profi gleich behoben werden.

Darüber hinaus empfiehlt der TÜV Rheinland, jeden einzelnen Heizkörper zu kontrollieren. Befindet sich beispielsweise Luft im Heizkörper kann dieser nicht mehr seine maximale Temperatur erreichen und es wird unnötig Heizenergie verschwendet. Luft im Heizkörper macht sich meist mit gluckernden Geräuschen bemerkbar, die anzeigen, das die Heizung entlüftet werden muss. Die Entlüftung sowie kleinere Reparaturen an der Heizung kann man ganz leicht selbst erledigen.

Darüber hinaus müssen laut neuer Fassung der EnEV bis Ende 2011 in den meisten Gebäuden alle oberirdisch verlaufenden Heizungs- und Warmwasser-Rohre gedämmt werden. Freigestellt von der Nachrüstungspflicht sind Eigentümer, die ihre Immobilie bereits vor dem Stichtag 1. Februar 2002 selbst bewohnt haben. Alle anderen Hausbesitzer müssen "zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen im unbeheizten Bereich" bis zum Jahreswechsel gedämmt haben. Mit speziellen Dämmschalen aus dem Baumarkt kann der geschickte Heimwerker Heizungsrohre in Eigenregie dämmen.

Wasserleitungen gegen den Frost schützen

Wichtig ist es auch, alle Wasserleitungen im und am Haus gegen Zufrieren zu schützen. Der Frost kann sonst die Rohre aufsprengen. Im Haus vermeiden Sie solche Frostschäden am besten dadurch, dass Sie – auch bei längerer Abwesenheit – die Innenräume nie komplett auskühlen lassen, sondern sie stets zumindest minimal beheizen.

In Räumen ohne Heizung und im Außenbereich dürfen Leitungen bei hohen Minusgraden kein Wasser mehr führen, um keine Schäden zu riskieren. "Zur Vorbeugung ist es wichtig, die Leitungen in den gefährdeten Bereichen abzusperren und den Hahn zu öffnen, damit das Wasser, das sich noch im Rohr befindet, abfließen kann", rät Georg Scholzen von der Westfälischen Provinzial in Münster.

Ist eine Wasserleitung trotzdem eingefroren, muss sofort gehandelt werden: Das Wasser abdrehen, die Hähne öffnen und einen Installateur informieren. Der wird die Rohre dann vorsichtig erwärmen. Keinesfalls sollten Laien selbst mit Lötkolben oder Heizstrahler selbst Hand anlegen, warnt Hartmut Ziebs vom Deutschen Feuerwehrverband. Mit solchen Erste-Hilfe-Maßnahmen, hätte sich schon mancher Hausbesitzer sein Heim in Brand gesteckt.

Quelle: dpa-tmn

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