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Geranien: beliebte Balkonpflanzen richtig pflegen und überwintern

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Geranien sind echte Dauerblüher

Autor: hadiet

Geranien sind eigentlich recht pflegeleicht. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Geranien sind eigentlich recht pflegeleicht. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Geranien verwandeln Balkon und Terrasse spielend leicht in eine farbenfrohe Wohlfühloase. Ob stehend oder hängend, im Handumdrehen taucht der Klassiker unter den Sommerblühern jedes trostlose Geländer und jeden Kübel in ein frisches Farbenmeer. Geranien blühen zuverlässig über den ganzen Sommer und können auch mal ohne Wasser auskommen. Mit diesen Tipps zur Pflege Ihrer Geranien haben Sie ruck zuck eine prächtig blühende Blütenpracht auf Ihrem Balkon.

Ein sonniger Balkon, einige Kästen am Geländer und als Blumenschmuck eine Auswahl von stehenden und hängenden Pelargonien – so lautet das Standardrezept für die sommerliche Wohlfühloase.

Geranien gehören zu den beliebtesten Blumen

Im Volksmund sind die dauerblühenden Pelargonien besser als Geranien bekannt. Sie stehen seit vielen Jahren an der Spitze der Umsatzlisten bei Beet- und Balkonpflanzen. Und damit das so bleibt, geht die Züchtung mit der Mode. "Gefragt sind derzeit Farben wie kräftiges Weinrot und zweifarbige Sorten mit einem Auge", sagt Beate Kollatz, Referentin der Sächsischen Landesanstalt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden.

Mehr Licht für überwinterte Geranien

Im Frühjahr können Geranien, die im Herbst aus den Balkonkästen zum Überwintern ins Haus geholt wurden, wieder etwas mehr ins Helle gestellt werden. "Werden die Tage länger und das Licht intensiver, holt man die Pflanzen in die Wohnräume", rät Martin Freiberg vom Botanischen Garten der Universität Leipzig. Die Blätter brauchen Zeit, um sich an die Helligkeit anzupassen, anderenfalls nehmen die Pflanzen Schaden. "Zuvor sollte man die zurückgeschnittenen Pelargonien in frische Erde topfen", erläutert Beate Kollatz von der Sächsischen Landesanstalt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden. "Die Pflanzen werden sachte angegossen, und schon bald treiben die Pelargonien aus dem Stock neu aus."

Geranien sind vergleichsweise kälteempfindlich. Deshalb sollte man die Pflanzen möglichst erst nach draußen stellen, wenn kein Frost mehr droht und die Temperaturen am Tag zweistellig bleiben. Es ist ratsam, mit dem Rausstellen zu warten, bis die Eisheiligen Mitte Mai vorbei sind oder sie zu schützen, wenn eine kalte Nacht droht.

Bloß keine falsche Erde verwenden

Beim Einpflanzen wird der Grundstock für eine reiche Blütenpracht gelegt. "Zunächst sollte man bei der Pflanzung auf ein hochwertiges Substrat achten", rät Kollatz. "Es zeichnet sich dadurch aus, dass es strukturstabil und gut durchlüftet ist." Eine Blumenerde, die zu viel Wasser hält, kann den Wurzeln schaden. Wie man gute Blumenerde erkennt und was man beim Kauf von Substrat beachten sollte, lesen Sie hier. Außerdem sollten die Pflanzen immer in der vollen Sonne platziert werden. "Natürlich hängt der Zustand auch von der Witterung ab", sagt die Gartenbauingenieurin. "Bei anhaltend regnerischem Sommerwetter sehen die Pflanzen nicht so schön aus."

Richtiges Gießen sorgt für lange blühende Geranien

Der Wasserbedarf von Pelargonien ist nicht zu unterschätzen. "Eine einzelne Pflanze benötigt circa vier bis sechs Liter Wasser pro Woche", berichtet Kollatz von den Ergebnissen einer Studie. Das bedeutet, selbst wenn man ein Balkongefäß mit Wasserspeicher hat, sollte man täglich gießen. Auch bei Regen ist es ratsam, mit dem Finger in der Erde zu fühlen, ob sie noch feucht ist. "Ist das Blattwerk dicht, wirkt es wie ein Schirm und verhindert, dass ausreichend Regenwasser an die Wurzeln gelangt."

Mangelerscheinungen mit ausreichender Nährstoffversorgung vorbeugen

Pelargonien gehören zu den sogenannten Starkzehrern. Wie der Name schon andeutet, benötigen sie viele Nährstoffe. "Direkt nach der Pflanzung reicht zunächst der Vorrat aus dem frischen Substrat", sagt Kollatz. Später könne man mit Langzeitdünger oder wöchentlichen Düngergaben mit dem Gießwasser für eine gute Ernährung sorgen. Grundsätzlich seien die Dosierungsangaben auf der Packung zu befolgen. Als typische Mangelerscheinung beschreibt Kollatz kleine Blätter und spärliche Blüten.

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Bekannte Vögel sind Namensgeber für Geranien

Ursprünglich stammen Pelargonien aus Südafrika. "Sie zählen zusammen mit den Gattungen Geranium und Erodium zu den drei großen Gattungen in der Familie der Storchschnabelgewächse, den sogenannten Geraniaceae", sagt Martin Freiberg, Wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Gartens der Universität Leipzig. Die Namensgebung für diese Gattungen bezieht sich auf die Frucht, die an langschnabelige Vögel erinnert.

Die botanischen Namen leiten sich aus der griechischen Sprache ab: Geranos heißt Kranich, Erodios Reiher und Pelargos Storch. Irgendwann sind Namen und Übersetzungen durcheinander geraten. Aus den Geraniaceae wurden die Storchschnabelgewächse und aus den Pelargonien wurden die Geranien. "Während die Gattungen Erodium und Geranium in Mitteleuropa heimisch sind, kommen die über 200 Wildarten von Pelargonium in Südafrika vor", sagt Freiberg.

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Geranien speichern viel Wasser

Die meisten Arten sind mehrjährige Halbsträucher, die im unteren Bereich verholzen. Ein Teil kommt auch im Übergang zum Wüstenklima vor. Typisch für diese Arten sind sukkulente Blätter und Triebe. "Man kann diese besondere Fähigkeit, Wasser im Gewebe zu speichern, auch an den dickfleischigen Blättern der Hängenden Geranien erahnen", erläutert der Botaniker.

Diese Fähigkeit kommt vielen Balkongärtnern zupass: Wer verreist, kann die Pflanzen eine Woche vor Urlaubsbeginn zurückschneiden und zu Urlaubsbeginn einmal kräftig wässern und düngen. Auch wenn sie über die folgenden zwei bis drei Wochen nur selten oder gar nicht gegossen werden, wachsen sie in der Zeit wieder zu schönen, blühenden Pflanzen.

Kurze Trockenheit ist kein Problem

Ende des 17. Jahrhunderts gelangten die ersten Pflanzen nach Europa. Im Botanischen Garten von Leiden wurden die farbenprächtigen Blumen kultiviert, und schon bald begann die Züchtung. Für die bis heute andauernde Beliebtheit gibt es zwei Gründe: Geranien blühen den ganzen Sommer und nehmen eine kurzzeitige Trockenheit nicht vollkommen übel.

Geranien überwintern und vermehren

Geranien lassen sich gut überwintern. Nachdem die Pflanzen aus dem Blumenkasten geholt und die Erde von den Wurzeln abgeschüttelt wurde, schneidet man die Triebe auf eine Länge von rund zehn Zentimeter zurück. Die Zeitschrift "Mein schöner Garten" rät, jede Pflanze in Zeitungspapier einzurollen und die Rollen mit der Öffnung nach oben in eine Stiege oder eine Kiste zu stellen. Im Winterquartier sollten idealerweise Temperaturen von fünf bis zehn Grad herrschen. Ab und zu sollte man die Geranien kontrollieren und die Triebe besprühen, damit sie feucht bleiben.

Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin-Dahlem nutzt die Winterzeit, um die Geranien zu vermehren. Dazu schneidet sie die Pflanzen erst herunter und topft sie dann um. Bald darauf bilden die Pflanzen neue Triebe. Diese verwendet die Gartenexpertin als Stecklinge. Van Groeningen stellt die nicht winterharten Balkonpflanzen zum Überwintern in ihr Büro. Dort ist nachts und an den Wochenenden die Heizung aus, erläutert sie. Sie hält die Erde im Topf den Winter über feucht, aber nicht zu nass. Das seien optimale Bedingungen für die Kübelpflanzen.

Duft der Geranie vertreibt Schädlinge

Die verschiedenen Arten werden in unterschiedliche Sektionen eingeteilt, erläutert Freiberg. "Für die gärtnerische Kultur sind dabei nur drei dieser Gruppen von Bedeutung." Die Pelargonium-Zonale-Hybriden sind gekennzeichnet durch runde Blätter und einen aufrechten Wuchs. Die Pelargonium-Peltatum-Hybriden werden auch Hängegeranien genannt, da sie über das Pflanzgefäß hinaus immer Richtung Boden streben. Beide schmücken sich mit bunten, meist roten und rosafarbenen Blüten. "Mittlerweile gibt es sogar eine gelbblühende Geranie", weiß Kollatz.

Die dritte Gruppe sind die Duftpelargonien. Sie haben eher unauffällige Blüten, tragen aber in den Blättern Drüsen, die mit ätherischen Ölen gefüllt sind. "Diese Düfte haben zwei Funktionen", erklärt Freiberg. "Zum einen sollen Schädlinge abgewehrt werden, und zum anderen mindert die Duftwolke in trockenen Gegenden die Verdunstungsrate." Die ätherischen Öle haben neben ihrem Duft eine antibakterielle Wirkung. Daher werden die Inhaltsstoffe nicht nur für die Kosmetik- und Nahrungsmittelindustrie gewonnen, sondern auch als pflanzlicher Arzneiwirkstoff.

Zum Gartenlexikon: Tipps und Tricks für Ihre Gartengestaltung rund um Haus und Garten
Zum Pflanzenlexikon: Hier finden Sie Infos, Tipps und Tricks für Ihre Pflanzen von A-Z

Quelle: dpa-tmn, zuhause.de

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