Bei zu viel Schnee auf den Ästen muss der Gärtner eingreifen. (Quelle: imago/ARCO IMAGES)
Im Februar kommt es oft zu heftigen Temperaturschwankungen. Unterschiede von 15 Grad innerhalb weniger Tage sind nicht selten. Auch die Witterungsverhältnisse machen dem Garten schwer zu schaffen. Zugleich setzt der Gesetzgeber für manche Arbeiten klare Fristen. Die Hecke darf man nur noch diesem Monat zurückschneiden. Was im Garten jetzt sonst noch ansteht.
Im Februar kann Deutschland dem tiefsten Sibirien gleichen. Dicke Schneelast liegt schwer auf den Tannen, und die Hecken brechen unter dem Weiß auseinander. Der Hobbygärtner muss das im Auge behalten – und zur Not Schnee räumen, erläutert Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin-Dahlem. Liegen auf den Gartenpflanzen weiße Decken, die dicker als zehn Zentimeter sind, oder verbiegen sich die Zweige darunter, sollte man sie räumen. Gerade schlecht geschnittene Pflanzen betrifft das, denn sie bilden keine stark verzweigten Äste aus, erläutert Van Groeningen. "Auf einer gut gewachsenen Hecke sollte eine dicke Handtasche stehen können."
Die Rinde von Obstbäume sollte man – auch schon mal mit Blick auf das Winterende – mit einem Kalkanstrich vor Temperaturschwankungen schützten. Das verhindert, dass sich Risse in der Rinde bilden. Eisschichten auf den Blättern brauchen Hobbygärtner nicht beunruhigen. "Obstbaumzüchter gehen sogar mit der Nebelmaschine an die Bäume, wenn es friert", berichtet Van Groeningen. Denn die Schicht schütze die Blätter. Auf den Beeten behütet der Schnee auf ähnliche Weise die Pflanzen. "Der Schnee wirkt hier wie eine dicke warme Daunendecke", sagt die Gartendozentin.
Ende des Monats können die Samen der ersten Gemüsesorten wie Salat, die ersten Kräuter und Blumen wie Duftwicken gesät werden. Sie kommen in einen Topf oder einen Saatkasten an einem hellen Fenster. Optimal seien die Ost- oder Westseite bei einer Raumtemperatur von 15 bis 20 Grad. Der Topf wird mit Glas oder einer durchsichtigen Folie abgedeckt. Van Groeningens Tipp für das Säen: Vorher das Substrat im Topf oder Kasten mit Wasser vollsaugen lassen, der Samen kommt obendrauf. Wird erst nach dem Säen gegossen, kann das Saatgut womöglich weggeschwemmt werden.
Ende Februar kann man auch schon die Frühkartoffeln vorkeimen. Die Saatkartoffeln sollten in flachen Kisten locker ausgebreitet und dann bei 12 bis 15 Grad möglichst hell aufgestellt werden.
Verblühte Winterblüher wie die Christrose können draußen aus dem Topf in die Erde gesetzt werden. "Am besten kommt sie in kalkreichen Boden", sagt die Pflanzenexpertin. Wer den nicht hat, dem rät Van Groeningen, ein Stück Tafelkreide in den Boden zu legen.
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Wer Hecken stark schneiden oder roden will, muss dies bis Ende des Monats tun. In Wohngebieten gilt vom 1. März bis 30. September ein Bestandsschutz, damit Vögel und andere Tiere in den Gehölzen nisten können. Für den Hobby-Gärtner wird das leicht zum Problem, denn bei Minusgraden sollte man seine Heckenpflanzen auch nicht schneiden. Durch die offenen Schnittstelle ist die Pflanze nämlich besonders frostempfindlich. Form- und Pflegeschnitte sind allerdings weiterhin im Frühjahr und Sommer erlaubt.
Kübelpflanzen wie Geranien können zurückgeschnitten und umgetopft werden. Daraufhin bilden sie neue Triebe, die als Stecklinge zum Vermehren der Pflanzen genutzt werden können.
Steigen die Temperaturen über null Grad, müssen die Immergrünen gut gegossen werden. Buchsbaum, Kirschlorbeer, Rhododendron und Co. verdunsten im Winter über die Blätter permanent Wasser. Vor allem an sonnigen Tagen und bei starkem Wind benötigen sie dann mehr Feuchtigkeit als etwa über den Regen nachkommen kann. Besonders Pflanzen, die an Plätzen stehen, wo Niederschläge sie nicht erreichen, müssen regelmäßig gewässert werden.
Herrscht trotz Sonnenschein noch starker Frost, sollte man am besten für einen Sonnenschutz sorgen. Denn es kann sein, dass die Blätter auftauen und Wasser benötigen, erläutert Isabelle Van Groeningen. Dieses können die Pflanzen aber nicht aus dem gefrorenen Boden ziehen. "Am besten ein Bettlaken über die Krone legen. Wenn keines zur Hand ist, geht auch Zeitungspapier", rät Van Groeningen. Vor allem Gehölze an der Ost- und Südseite brauchen einen Schattenspender.
Daneben kann sich der Hobbygärtner mal in den Keller zurückziehen. Jetzt hat er Zeit, seine Geräte zu warten. Spaten, Harke und Schaufel werden geputzt, entrostet und eingefettet, Scheren geschliffen. Auch bei Rasenmäher und Heckenschere müssen die Messer geschärft werden, Baumsägen benötigen eventuell ein neues Sägeblatt.
Blumentöpfe und Pflanzcontainer, die wiederverwendet werden sollen, brauchen eine Reinigung. Pilzsporen beispielsweise können viele Monate in Tontöpfen überleben. Gefäße, in denen kranke Pflanzen waren, sollten daher vor dem Neubepflanzen ausgekocht oder gleich entsorgt werden. Sie nur in Wasser einzuweichen und abzubürsten, reiche nicht, sagt Peter Botz, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Garten-Center.
Waren in den Gefäßen keine kranken Pflanzen, ist der Aufwand geringer: "Am einfachsten geht die Grundreinigung im trockenen Zustand: Die leeren Gefäße werden sorgfältig mit einer Wurzelbürste abgerieben", erläutert Botz. Kleben feuchte Erdklumpen oder Wurzelreste an den Seiten, sollte man die Töpfe erst in Wasser einweichen und sie anschließend ausbürsten.
Schöner werden Tontöpfe durch die Behandlung nicht unbedingt. Zwar verblassen manche Algen- oder Kalkrand mit dem Putzen. "Auf die Dauer ist gegen diese Ablagerungen jedoch nichts zu machen", sagt Botz. "Selbst eine Intensivkur mit Essigwasser hilft nur vorrübergehend."
Quelle: dpa-tmn
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