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Gartenhaus selbst bauen: Diese Tipps muss man kennen

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Gartenhaus selbst bauen

Autor: dpa-tmn; sj

Ein Gartenhaus muss gegen Wind und Wetter geschützt werden. (Quelle: Hornbach)

Ein Gartenhaus muss gegen Wind und Wetter geschützt werden. (Quelle: Hornbach)

In Neubaugebieten sieht man kaum ein Grundstück mehr ohne Gartenhaus. Das Häuschen aufzustellen, ist dank Bausatz-Lösungen auch für Hobby-Handwerker machbar. Allerdings gibt es drumherum noch vieles zu beachten, das für die Haltbarkeit des Häuschens entscheidend ist. Wer bei der Planung des Häuschens Fehler macht, den kann das später teuer zu stehen kommen. Welches Fundament man braucht, wann Genehmigungen erforderlich sind und was man beim Aufbau beachten sollte.

Gartenhäuser sind ideal, um Gartengeräte oder Fahrräder unterzubringen und im Winter können dort die gut die Kübelpflanzen lagern. Inzwischen gibt es Gartenhäuser sogar in modernen Designs als Fertigbausatz – so dass jeder für seinen Garten leicht das passende Modell findet. "Wer keine Erfahrung mit Holz und Konstruktion hat, sollte immer auf einen Fertigbausatz zurückgreifen", rät Josef Plößl vom Gesamtverband Deutscher Holzhandel in Berlin. "Auch wenn es nur eine kleine Hütte ist, die Statik muss stimmen."

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Wann braucht man eine Genehmigung?

Schon beim Aussuchen des Häuschens gilt es einiges zu beachten. Je nach Bundesland braucht man abhängig von Größe, Nutzung und Stellplatz eine Baugenehmigung. Ein Blick in die Landesbauordnung ist unerlässlich. Um sicher zu gehen, ob die Gemeinde nicht noch eigene zusätzliche Auflagen hat, sollte man sich beim örtlich Bauamt erkundigen. Die Beratung im Bauamt ist kostenlos und verbindlich. Am besten nimmt man die Planzeichnungen für die Hütte und einen Grundriss des Grundstücks mit. Da Gartenhäuser gerne an den Rand des Grundstücks gestellt werden, sollte man auch den Nachbarn in seine Planungen einbeziehen.

Welche Wandstärke für welches Gartenhaus?

Abhängig von Standort und Einsatzzweck muss man die richtige Wandstärke wählen. Die meisten angebotenen Blockbohlenhäuser sind in Stärken von 19 bis 100 Millimetern erhältlich. "Mit 18 bis 19 Millimetern starken Nut- und Federbrettern kann ich einen Geräteschuppen bauen", erklärt Fachmann Plößl. Dient das Häuschen als Rückzugsort für Familie und Freunde, sollte auf dickere Wandstärken ab 40 Millimeter zurückgegriffen werden. Das gilt auch für Gartenlauben, die stark dem Wind und Wetter ausgesetzt sind.

Wichtig ist, welche Anforderungen das Gartenhaus später erfüllen soll. "Will ich einen besseren Geräteschuppen oder ein kleines Wochenend- oder Ferienhäuschen?", fragt Plößl. "Und wie viel Geld möchte ich ausgeben?" Eine einfache Holzhütte gibt es schon für ein paar hundert Euro. Je höher die Ansprüche an Größe und Komfort sind, desto höher ist der Preis: "Da kann man gut und gerne schon mal 8000 bis 10.000 Euro ausgeben."

Wo steht die Gartenhütte am besten?

So wichtig die Wirkung der Gartenhütte ist, bei der Standortauswahl sollten Heimwerker auch die Haltbarkeit berücksichtigen. Die Gartenhütte muss auch vor anhaltender Feuchtigkeit geschützt werden, da sonst das Holz schneller angegriffen wird. Ein Platz in der Sonne ist also besser als ein schattiges Örtchen mit großem Baumbestand.

Braucht das Gartenhaus ein Fundament?

Ist der Platz für die Hütte gefunden, kann man mit dem Fundament loslegen. Abhängig von der Boden- und Geländebeschaffenheit sowie der Grundfläche des Gartenhauses kann die Gründung mit einer Betonplatte, einem Streifenfundament oder auf Gehwegplatten erfolgen. Wichtig ist, dass die unterste Holzschwelle oder die Pfosten sich nicht im Erdreich befinden und gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden abgesichert sind. Ein Streifen Teerpappe als Sperrschicht kann abdichten.

Um das Fundament für Gehwegplatten anzulegen, muss der Boden zunächst etwa 25 Zentimeter ausgehoben werden. Die Grube füllt man mit grobem Splitt, der anschließend verdichtet wird. Damit die Steinplatten eben liegen, werden sie in eine Schicht aus feinem Kies oder Sand gebettet. Bei einem Streifenfundament werden nur die Außenwände auf Betonstreifen gestellt. Für die Streifen muss der Beton allerdings etwa 60 Zentimeter tief gegossen werden.

Um für den restlichen Untergrund sicherzustellen, dass der Boden des Häuschens dauerhaft trocken bleibt, sollte laut Plößl Rasen vorher entfernt, das Erdreich mit einer Kunststofffolie abgedeckt und schließlich für eine gute Belüftung des Raums zwischen Erdreich und Boden des Gartenhauses gesorgt werden. Dafür sorgen zum Beispiel die Hohlräume zwischen den Balken, die als Unterlage für die Bodenbretter dienen. Diese sollte man nicht vollständig verschließen, sonst kann die Feuchtigkeit nicht abziehen – Schimmel droht.

Blockbohlen einfach zusammensetzen

Für die eigentliche Konstruktion, also die Blockbohlen oder die Pfosten des Häuschens, eignet sich besonders Fichte als preiswertes Holz. Bei der Außenbekleidung hingegen gibt es eine Palette an möglichen Holzarten – von Lärche über Kiefer bis hin zu Douglasie. Bei den meisten Fertigbausätzen handelt es sich um Blockbohlenhäuser. "Das ist im Prinzip wie beim Lego", erläutert Plößl. "Die einzelnen Holzbretter werden ganz einfach ineinandergesteckt." Je nach Dicke der Bohlen greifen ein bis drei Nuten ineinander. So bleibt das Haus auch dicht, wenn sich das Material setzt.

Ein großes Problem bei Holzhäusern sind nämlich Setzungserscheinungen. Durch Temperaturschwankungen und das Eindringen von Feuchtigkeit schwindet das Material oder es quillt auf. Damit Tür und Fenster nicht irgendwann klemmen, sollten bei den übereinandergeschichteten Blockbohlen oben einige Zentimeter Luft gelassen werden. Walter Bücher vom Bundesverband Farbe, Gestaltung, Bautenschutz in Frankfurt am Main rät zu einem ausreichend großen Dachüberstand. Der Vorteil: Je größer der Dachüberstand ist, umso mehr ist das darunterliegende Wandbauteil vor Witterungseinflüssen geschützt.

Was muss man beim Anstrich beachten?

Um Schimmel und Fäulnis bei Holzgartenhäusern vorzubeugen, ist es ratsam, die Einzelteile mit einer Grundierung zu behandeln, die das Holz gegen Feuchtigkeit und andere Witterungseinflüsse schützt. Damit die Grundierung auch alle Ritzen erreicht, sollte man sie vor dem Aufbau auftragen. Der endgültige Anstrich kann dann am fertig gebauten Häuschen erfolgen.

Für die Beleuchtung oder den Anschluss elektrischer Gartenwerkzeuge braucht die Gartenhütte einen Stromanschluss. Zwar gibt es entsprechende Erdkabel für den Stromanschluss im Außenbereich im Baumarkt, Michael Pommer von der DIY Academy warnt allerdings: "Anschluss und Absicherung sollten immer in die Hände eines Fachmanns gegeben werden. Hier ist für den Heimwerker Schluss."

Mehrwert für das Dach

Bei vielen Bausätzen wird als Dachbedeckung bestenfalls Dachpappe mitgeliefert. Zusätzliche Schindeln oder Wellplatten sehen nicht nur besser aus, sie sind auch standhafter bei Wind und Wetter. Wer zusätzlich noch eine Regenrinne anbringt, kann das Wasser vom Dach in einer Regentonne oder Zisterne sammeln und zum Bewässern nutzen.

Braucht das Gartenhaus eine Versicherung?

Wer auf seinem Grund und Boden ein Gartenhaus baut, muss das Häuschen in der Regel nicht extra versichern. Nebengebäude auf einem Grundstück seien über die Wohngebäudeversicherung mitgeschützt, erklärt Ana Lozancic, Versicherungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Das bezieht sich zunächst nur auf die Bausubstanz. Die Innenausstattung des Gartenhäuschens wiederum sei meist über die Hausratversicherung abgedeckt.

Besitzer eines Schrebergartens sollten dagegen mit ihrem Versicherer abklären, ob der dorthin ausgelagerte Hausrat mit versichert ist. In jedem Fall ist eine Wohngebäudeversicherung auf dem Gartengrundstück nicht mehr wirksam, erklärt Lozancic. Für Lauben in Schrebergärten gäbe es jedoch spezielle Versicherungsangebote.

Quelle: zuhause.de, dpa-tmn

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