Der Frühling kann beginnen – jedenfalls sind die ersten Teilnehmer schon am Start. Denn die frühblühenden Zwiebelpflanzen treiben aus, sobald es ein paar milde Tage gibt. Als erste Frühblüher zeigen sich die Schneeglöckchen, gefolgt von Krokussen, Märzenbechern, Hyazinthen, Narzissen und Tulpen. Eigentlich werden die Blumenzwiebeln im Herbst gepflanzt. Doch wer jetzt frostfreie Tage abpasst, hat noch die Chance auf einen bunten Frühling.
Manchmal sind die Schneeglöckchen sogar schon zu früh draußen. Dann kommt der Frost zurück. "Aber keine Sorge", sagt Jürgen Sheldon, Fachberater beim Bundesverband Deutscher Gartenfreunde in Berlin. "Das macht ihnen nichts. Sie legen einfach eine Wachstumspause ein und machen weiter, wenn es wieder wärmer wird."
Die Zwiebelpflanzen kommen also mit Frost klar. In der Regel sind sie schon seit Herbst in der Erde. Wer verpasst hat, sie rechtzeitig zu pflanzen, hat jetzt noch eine Chance: "Sobald der Boden für ein paar Tage offen ist, kann man das nachholen", sagt Sheldon. "Es reichen dafür wirklich nur ein paar Tage ohne Minusgrade." Allerdings muss man einkalkulieren, dass die Pflanzen mindestens drei Wochen brauchen, bis sie treiben.
"Die Zwiebeln kommen doppelt so tief in die Erde, wie sie groß sind", erläutert Fachberater Sheldon. "Bei kleinen Zwiebeln wie den Krokussen reichen drei bis fünf Zentimeter, Narzissen sollten schon eine Handbreit tief in die Erde kommen." Sie erhalten außerdem eine Kompostgabe.
Um sie vor Wühlmäusen zu schützen, eignen sich Pflanzkörbe, in denen die Zwiebeln in die Erde kommen. Danach müsse man sich nicht mehr um die Pflanzen kümmern, sagt Sheldon. Anders sieht es bei Kübelpflanzen auf Balkon und Terrasse aus: Sie brauchen Wasser. Laut dem Blumenbüro in Düsseldorf allerdings nur so viel, dass die Erde gleichmäßig feucht ist. Außerdem benötigen sie einen möglichst hellen Standort. Das Blumenbüro rät, die Töpfe leicht vor Frost zu schützen.
Kleine Frühblüher wie Schneeglöckchen und Krokusse werden gerne in größeren Gruppen gesetzt. Statt die Abstände genau festzulegen, kann man die Zwiebeln einfach auswerfen. Wo sie landen, werden sie unter die Erde gehoben. Dort können sie sich selbst überlassen werden – sie vermehren sich und breiten sich zu Blütenteppichen aus. Tulpen dagegen werden beispielsweise in lockeren Gruppen zu 5 bis 15 Stück in einer Farbe gesetzt. Die großen Zwiebelblumen können bis in den Mai hinein blühen.
Alternativ kann man vorgetriebene Frühlingszwiebelblumen pflanzen, die entweder zuhause auf der Fensterbank herangezogen wurden oder im Handel gekauft werden. Die Zwiebeln dürfen jedoch nicht komplett eingegraben werden. Sie ragen am besten noch rund zwei Zentimeter aus der Erde.
Im Wohnraum sprießen frühblühende Zwiebelpflanzen ebenfalls: Sie werden hier als Zimmerpflanzen in Schalen, Körbe oder durchsichtige Gläser gesetzt, rät Manfred Hoffmann, Kreativ-Direktor des Fachverbandes Deutscher Floristen. Werden bereits vorgetriebene Pflanzen gekauft, sollte man darauf achten, dass die grünen Knospen erst gerade durchkommen.
Allerdings finden die Frühblüher im beheizten Wohnraum schnell ihr Ende. Wichtig sei, dass sie nicht im Wasser stehen, erläutert Hoffmann. Das Substrat sollte nur leicht feucht sein. "Gegossen wird immer erst, wenn das Substrat oben trocken ist", erläutert Hoffmann.
Die Bodenverhältnisse sind auch im Garten wichtig. Die Zwiebeln dürfen nicht in der Nässe stehen, daher sollte die Erde wasserdurchlässig sein. Ist der Boden um eine Schachbrettblume beispielsweise zu lehmhaltig, sollte man ihn mit Sand versetzen. Auch Hyazinthen kommen am besten in lockere Erde, erläutert das Blumenbüro. Ist der Untergrund zu schwer, sollte Kies oder Sand eingearbeitet werden. Sonst drohen die Zwiebeln zu verfaulen.
Sind sie verblüht, sollte man das Grün nicht schneiden. "Lassen Sie von der Tulpe mindestens ein Blatt stehen", rät Sheldon. So kann die Zwiebel noch etwas Sonne tanken und Kraft für den nächsten Winter einlagern. Das Blatt zieht sich dann nach und nach zurück. Doch auch wenn die Frühblüher das Beet noch etwas länger füllen, ihre Nachfolge muss schon im Frühjahr geregelt werden. Die Zwiebeln der Sommerblüher wie Lilie, Dahlie, Gladiole und Begonie müssen jetzt schon in die Erde.
Quelle: dpa-tmn
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