Autor: rw
Feuchte Keller sind vielerorts ein großes Problem. (Foto: VPB)
Feuchte Wände und ein modriger Geruch: Nässe und Feuchtigkeit im Keller sind vielerorts ein großes Problem. Und wo Feuchtigkeit ist, lässt Schimmel meist nicht lange auf sich warten. Nicht immer ist sofort klar, woher die Feuchtigkeit überhaupt kommt. Bevor man das aber nicht weiß, kann man das Problem nicht lösen. Tipps gegen Schimmel und die häufigsten Ursachen für feuchte Keller.
In den Kellern vieler Häuser bietet sich ein Bild des Elends: Eindringende Feuchtigkeit macht viele Kellerräume als Abstellraum für Hausrat von Wert oder als Lagerraum für Lebensmittel völlig unbrauchbar.
Mögliche Ursachen dafür gibt es viele. Und nicht immer ist gleich eine aufwändige und teure Sanierung nötig. Wenn die Ursachen für die hohe Feuchtigkeit im Hausinnern liegt, etwa in einem undichten Rohr, lässt sie sich häufig relativ einfach, schnell und preiswert beseitigen – zumindest dann, wenn keine Wände aufgestemmt werden müssen, um an das leckende Rohr heranzukommen.
Manchmal ist es sogar nur das eigene Verhalten, das geändert werden muss. Falsches Lüften kann beispielsweise zu hohe Feuchtigkeit in den Kellerräumen begünstigen. Bei hohen Außentemperaturen sollte der Keller nicht tagsüber gelüftet werden. Warme Luft kann wesentlich mehr Feuchtigkeit speichern als kalte. Kühlt die Luft im Keller dann ab, gibt sie die Feuchtigkeit an die Wand ab. Hier kann schon eine einfache Verhaltensänderung das Problem lösen.
Dringt die Nässe von außen in den Keller ein, liegt häufig ein schwerer wiegendes Problem zu Grunde. Wenn sich etwa Schichtenwasser im Bereich des Kellers sammelt, kann es – bei unterschiedlich durchlässigen Bodenschichten – zum so genannten Wanneneffekt kommen. Das Wasser sammelt sich in solchen "Wannen" und drückt von unten beziehungsweise von der Seite in den Keller.
Bei fehlenden oder überforderten Drainagen oder hohem Grundwasserstand kann Wasser auch über die Lichtschächte von Kellerfenstern eindringen. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn sich an Hanggrundstücken Sickerwasser sammelt oder die Drainagen nicht mit besonders intensiven Niederschlägen zurechtkommen. Experten vom TÜV Süd empfehlen, Drainagen alle zehn Jahre vom Fachmann warten und spülen zu lassen, damit sie dauerhaft optimal ihre Dienste leisten.
Wenn das nichts hilft, ist die Behebung des Problems oft mit hohem Aufwand und leider meist auch entsprechenden Kosten verbunden. In jedem Fall ist hier professionelle Unterstützung angesagt. Unter Umständen muss eine neue, bessere Drainage gelegt werden, oder in Zeiten mit besonders hohen Niederschlägen der Grundwasserspiegel durch Abpumpen verringert werden. Eine allgemeingültige Lösung gibt es nicht. Jeder Fall muss individuell behandelt werden.
Lassen Sie sich am besten von einem Bausachverständigen beraten, was zu tun ist. Unabhängige Fachleute vermitteln unter anderem der Verband privater Bauherren (VPB), der TÜV oder die Verbraucherzentralen. Der Vorteil eines Bausachverständigen: Er führt die Ortsbegehung und die Problemanalyse ohne wirtschaftliche Eigeninteressen durch. Der örtliche Fachbetrieb hat unter Umständen mehr sein potenzielles Auftragsvolumen im Auge als die bestmögliche Lösung für Ihr Problem.
Aber selbst bei von außen eindringender Feuchtigkeit ist das zu Grunde liegende Problem nicht immer so schwerwiegend: Wenn sich in einer bestimmten Ecke eines Kellerraums immer wieder ein feuchter Fleck zeigt, kann auch ein verstopftes Dachablaufsystem an der Hausmauer Schuld sein. Das ablaufende Regenwasser staut sich in der Dachrinne und drückt irgendwann durch die Mauer. Damit es gar nicht erst dazu kommt, sollten Sie ständig für freie Dachrinnen und Fallrohre sorgen. Wenn sich bereits feuchte Stellen an den Wänden gebildet haben, kann der Einsatz eines Bautrockners sinnvoll sein, um Folgeschäden zu vermeiden.
Wenn die Kellerräume in einem Mietshaus so feucht sind, dass man die Räume für ihren eigentlichen Zweck gar nicht mehr nutzen kann, müssen Mieter das nicht hinnehmen. Der Vermieter ist verpflichtet, schnellst möglich Abhilfe zu schaffen. Wer will schon seine teure Wintersportausrüstung oder seine Gartenmöbel in einer besseren Tropfsteinhöhle vergammeln lassen? Mietminderungen von bis zu zehn Prozent sind möglich, sofern das Problem nicht schon beim Einzug des Mieters bestand.
Quelle: dpa-tmn, zuhause.de
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