Autor: rw
Ethanol-Kamine werden in Deutschland immer beliebter. (Foto: Radius Design)
Ein prasselndes Kaminfeuer ist gerade an ungemütlichen Herbstabenden ein Traum. Nicht überall lässt sich dieser Traum allerdings realisieren. Der Einbau eines Kaminofens oder eines offenen Kamins ist mit hohen Investitionen und vor allem sehr viel Aufwand verbunden. Kein Wunder also, dass Ethanol-Kamine seit Jahren boomen. Sie brauchen keinen Schornstein und kosten zum Teil unter hundert Euro. Allerdings müssen Verbraucher vorsichtig sein. Nicht jeder Ethanol-Kamin ist sicher. Im schlimmsten Fall brennt die ganze Wohnung ab. So können Sie einen Ethanol-Kamin sicher betreiben.
Es gibt sie in verschiedensten Größen, Formen und Materialien: Kamine, die ohne eigenen Schornstein auskommen und statt Holz Bio-Ethanol verbrennen. Seit rund zehn Jahren findet man die Feuerstellen für zu Hause im Fachhandel. Inzwischen ist die Nachfrage nach den "dekorativen Feuerstellen für flüssige Brennstoffe", so die offizielle Bezeichnung laut Deutschem Institut für Normung (DIN), derart explodiert, dass man Ethanol-Kamine heute in fast jedem Baumarkt und sogar als Sonderposten beim Discounter findet.
Betrieben werden die Kamine mit Alkohol – in der Regel mit Bio-Ethanol. Weil das Brennmittel weitgehend geruchslos und rückstandsfrei verbrennt, ist ein Anschluss an einen Schornstein nicht notwendig. So sind Anschaffung und Betrieb mit viel weniger Aufwand verbunden als bei normalen Kaminen. Letztere dürfen nicht betrieben werden, ohne zuvor vom Schornsteinfeger abgenommen zu sein. Bei Ethanol-Kaminen ist die Sache einfacher. Zumindest versprechen das die Hersteller: einfach kaufen, auspacken, aufbauen und loslegen.
Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Experten und Verbraucherschützer mahnen zur Vorsicht. In der Vergangenheit gab es immer wieder schwere und sogar tödliche Unfälle, weil brennende Kamine beispielsweise versehentlich umgestoßen wurden und sich der Brennstoff auf dem Fußboden ergoss. In so einem Fall steht in wenigen Sekunden der ganze Raum in Flammen. Schon beim Kauf sollte die Sicherheit deshalb das wichtigste Auswahlkriterium für einen Ethanol-Kamin sein.
Auch in Reaktion auf die vielen Haushaltsunfälle wurde Anfang 2011 eine Sicherheitsnorm für Ethanol-Kamine verabschiedet. Produkte, die nach der DIN-Norm 4734 zertifiziert sind, erfüllen die wichtigsten Sicherheitsbestimmungen.
So darf die maximale Füllmenge für Brennstoff laut der Norm drei Liter nicht überschreiten (bei Tischkaminen 0,5 Liter) und der Tank muss ausreichend dicht sowie gegen Auslaufen gesichert sein. Der Ethanol-Kamin muss standfest sein und sein Gehäuse darf nicht zu heiß werden. Die Flammen dürfen weder seitlich noch nach oben zu weit aus dem Gehäuse heraus treten. Außerdem muss es eine Löschvorrichtung geben, mit der man die Flamme in jedem Betriebszustand löschen kann.
Die Hersteller sind nicht verpflichtet, ihre Produkte nach der Norm zertifizieren zu lassen. Verbrauchern kann man wegen der erheblichen Unfallgefahren aber nur raten, ausschließlich solche Ethanol-Kamine zu kaufen, die nach der DIN 4734 geprüft und zertifiziert sind. Ein entsprechender Hinweis findet sich auf der Verpackung.
Doch auch der Verbraucher selbst muss einige wesentliche Sicherheits-Tipps im Umgang mit den Deko-Kaminen beachten: Im laufenden Betrieb muss die Feuerstelle zum Beispiel ausreichend weit von allen Zimmerwänden entfernt stehen, um auszuschließen, dass sich die Tapete entzündet. Ein Hinweis über den einzuhaltenden Mindestabstand findet sich in der Betriebsanleitung.
Besonders gefährlich ist auch das Nachfüllen neuen Brennstoffs. Auch hier kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Unfällen, weil Menschen aus Unwissenheit oder Unachtsamkeit die wichtigsten Verhaltensregeln missachtet haben. Auf keinen Fall darf das hochentzündliche Ethanol in den brennenden Kamin nachgefüllt werden. Auch wenn die Flamme gelöscht ist, muss der Kamin erst gut abkühlen, bevor man neuen Brennstoff nachfüllen darf. Wie lange man mit dem Nachfüllen warten muss, steht ebenfalls in der Betriebsanleitung.
Wie immer beim Umgang mit offenen Flammen und Feuer gilt darüber hinaus auch bei Ethanol-Kaminen, dass man die Flamme immer im Auge behalten muss. Verlassen Sie nicht den Raum oder gar die Wohnung, solange der Kamin brennt. Daneben gibt es viele weitere Verhaltensregeln, wie man einen Ethanol-Kamin sicher betreiben kann.
Manche Anbieter erwecken in der Werbung oder auf der Verpackung den Eindruck, mit ihrem Ethanol-Kamin könne man einen Raum beheizen. Das klingt zwar zunächst schlüssig – schließlich ist da, wo Feuer ist, auch Wärme – jedoch wird der Heizeffekt dadurch zunichte gemacht, dass die Kamine nur in gut belüfteten Räumen betrieben werden dürfen. Bei der Verbrennung des Ethanols wird der Raumluft Sauerstoff entzogen und es entstehet CO2. Ein handelsüblicher Ethanol-Kamin verbraucht bis zu 16 mal mehr Sauerstoff, als ein erwachsener Mensch. Durch die Notwendigkeit des Lüftens geht jeder Heizeffekt verloren. Ohnehin ist der Heizwert von Ethanol deutlich niedriger als der von Holz oder anderen Heizstoffen. Ein Ethanol-Kamin taugt also nicht zur Ersatz-Heizung.
Trotzdem können Ethanol-Kamine zu Hause gute Dienste leisten – und zwar als ausgefallenes, zum Teil äußerst dekoratives Wohnaccessoire. Gerade wer die Optik eines offenen Feuers zu schätzen weiß, kann sich mit einem guten Ethanol-Kamin ein Stück Gemütlichkeit ins Wohnzimmer holen. Trotz des Booms der letzten Jahre sind die kleinen Deko-Feuer noch immer ein nicht alltäglicher Hingucker in jeder Wohnung und – anders als normale Kaminöfen mit Schornsteinanschluss – für jedermann erschwinglich. Eine Auswahl besonders schöner Ethanol-Kamine haben wir für Sie zusammengestellt.
Quelle: zuhause.de
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