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Energieberater finden: Wie Sie wirklich unabhängige Energieberater finden

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Der Energieberater nennt Sparpotenziale am Haus

Autor: rw

Die unabhängige Energieberatung unterstützt Hausbesitzer bei der Modernisierung.

Der Energieberater kennt häufige Schwachstellen bei alten Häusern. (Foto: djd/Bauherren Schutzbund)

In fast jedem Haus schlummern Einsparpotenziale, was den Energieverbrauch angeht. Das gilt besonders dann, wenn ein Gebäude schon älter ist. Ein fachmännisches Urteil darüber, ob und in welchem Umfang eine Modernisierung sinnvoll ist, können sich Hausherren im Rahmen einer Energieberatung einholen. Sie veranschaulicht, welche Investitionen im Interesse des Hausbesitzers sinnvoll sind und sich schnell amortisieren. Doch was genau kann der Hausbesitzer von der Energieberatung erwarten?

"Der Sachverständige wird in erster Linie eine unabhängige Einschätzung des aktuellen energetischen Zustands eines Gebäudes geben und Empfehlungen aussprechen, welche Verbesserungsmaßnahmen sinnvoll und wirtschaftlich sind", erklärt Diplom-Ingeneur Jörg Nowitzki, der als Bauherrenberater für den Bauherren-Schutzbund (BSB) arbeitet. Im Unterschied zum Fachhandwerker verfolge ein unabhängiger Energieberater keine Verkaufsinteressen und arbeite daher ausschließlich im Interesse des Hauseigentümers.

Die Energieberatung wird staatlich gefördert

Eine Energieberatung wird unter bestimmten Bedingungen staatlich gefördert: Im Rahmen des Förderprogramms "Vor-Ort-Beratung" des Bundeswirtschaftsministeriums zahlt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Zuschuss von 300 Euro für ein Ein- bis Zweifamilienhaus, dessen Bauantrag 1994 oder früher gestellt wurde. Findet zusätzlich eine Beratung zu Stromsparmaßnahmen statt, wird ein Bonus von 50 Euro gezahlt.

Ein in die Beratung integrierter Blower-Door-Test wird mit 100 Euro bezuschusst. Auch integrierte Thermografie-Aufnahmen können mit bis zu 100 Euro bezuschusst werden. Allerdings gilt hier ein Entweder-oder. "Eine Kombination der Förderung von Thermografie und Blower-Door-Test im Rahmen einer Vor-Ort-Beratung, ist nicht möglich", teilt das BAFA mit. Auch die Höhe der Gesamtförderung ist gedeckelt. "Der gesamte Zuschuss, einschließlich der Boni, ist auf 50 Prozent der Brutto-Beratungskosten begrenzt."

Wer führt die Energieberatung durch?

Voraussetzung dafür, dass die Beratung gefördert wird, ist eine ausreichende Qualifikation des Energieberaters. In Frage kommen Ingenieure und Architekten, die durch ihre berufliche Tätigkeit oder Fortbildungen das notwendige Fachwissen für eine Energieberatung haben. Auch die Handwerkskammern (HWK) bilden in Lehrgängen geprüfte Gebäudeenergieberater aus. Auch Absolventen anderer vom BAFA anerkannter Lehrgänge können als Energieberater arbeiten. Um einen vom BAFA anerkannten Energieberater in Ihrer Nähe zu finden, können Sie die Suchfunktion nutzen, die das BAFA auf seinen Internetseiten bereitstellt.

Empfehlenswert ist es, sich seinen Energieberater von einer unabhängigen Institution empfehlen zu lassen. Denn beispielsweise zum Energieberater fortgebildete Dachdecker werden bei der Inspektion eines Hauses oft dazu neigen, vor allem beim Dach Sanierungsbedarf festzustellen. Bei der Suche nach einem guten, wirklich unabhängigen Energieberater können die örtlichen Verbraucherzentralen, der Bauherrenschutzbund oder auch die Verband privater Bauherren (VPB) unterstützen.

Der Energieberater untersucht den Ist-Zustand

Der Ablauf einer Energieberatung verläuft in drei Schritten: Zunächst macht sich der Sachverständige vor Ort, also im Rahmen einer Gebäudebegehung ein Bild vom Zustand des Hauses. Schon während der Gebäudebegehung gibt er erste Hinweise auf Schwachstellen und potenzielle Probleme. Dabei berücksichtigt er das gesamte Bauwerk in seiner Komplexität - von der Konstruktion über die Gebäudehülle bis zur eingebauten Heiztechnik, der Heizungsverteilung und der Warmwasserbereitung.

Auf Wunsch des Auftraggebers kann er auch eine Thermografie-Aufnahme vom Gebäude machen, um so mit bloßem Auge nicht erkennbare Kältebrücken wie zum Beispiel vermauerte und überputzte Fensteröffnungen aufzudecken. In einigen Fällen empfiehlt der Energieberater auch eine so genannte Blower-Door-Messung, bei der die Dichtigkeit der Gebäudehülle untersucht wird.

Der Beratungsbericht macht Vorschläge zur Modernisierung

Im zweiten Schritt wird auf Basis der gesammelten Daten der Beratungsbericht angefertigt. Basis dafür sind die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV) und die darin aufgeführten "DIN"-Normen. Der Bericht enthält Vorschläge zur energetischen Modernisierung von Gebäudehülle, Heizung und Warmwasserbereitung und nennt die Kosten der vorgeschlagenen Maßnahmen auf Grundlage der zum Beratungszeitpunkt marktüblichen Preise.

Auch eine Wirtschaftlichkeitsrechnung der Einzelmaßnahmen sowie sinnvoller Maßnahmenpakete inklusive ihrer Amortisationszeit sollte im Bericht enthalten sein. Der Ist-Zustand des Gebäudes wird dem Zustand des Gebäudes nach der Sanierung gegenübergestellt und Aussagen zu Heizkostenersparnis und Emissionssenkung gemacht. Ziel ist es, den Hausbesitzer in die Lage zu versetzen, die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen nachzuvollziehen und zu einem späteren Zeitpunkt selbst neu zu beurteilen, zum Beispiel wenn sich der Anschaffungspreis für ein bestimmtes Heizsystem verändert hat.

Der Berater informiert mündlich über Umsetzung und Förderung

Abschließend findet in einem dritten Schritt ein persönliches Beratungsgespräch statt. Der Energieberater erklärt hier noch einmal mündlich die Ergebnisse seiner Untersuchungen und die Vorschläge, die sich daraus ergeben. Viele Modernisierungsmaßnahmen werden staatlich gefördert. Auch über die Höhe der Fördergelder und wo man diese beantragen muss, informiert der Sachverständige im Zuge des Beratungsgesprächs.

Quelle: djd-pt, t-online.de

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