Autor: Karin Henjes
Natürlich oder puristisch, traditionell oder individuell – jeder bevorzugt einen anderen Wohnstil. Schwierig wird es, wenn Möbel, Tapeten und Teppiche möglichst passend zu einem etwas außergewöhnlicheren Wohnstil kombiniert werden sollen. Hier hilft die die sogenannte Stilmatrix – anhand bestimmter Farbcodes entdecken Sie Ihren persönlichen Lieblingsstil.
Welche Zutaten passen zu welchem Stil? Ganz schön trickreich, diese Frage. Denn die Kunst liegt in der Kombination vieler verschiedener Elemente, und damit wird es schnell unübersichtlich. Das wissen auch die Trendforscher. "Über einen langen Zeitraum hatten wir ziemlich stabile Geschmacksströmungen", erklärt Mara Michel von futurize auf der Frankfurter Heimtextil-Messe. "Im Moment verändern sie sich aber sehr schnell." Der Grund: Durch die Globalisierung wird alles kräftig durcheinander gemischt.
Vier Profis aus dem Trendscouting, der Farbforschung und dem Malerhandwerk haben sich jetzt zusammengetan, um Orientierung im Dschungel der weltweiten Wohnstile zu geben. Mit der sogenannten "Stilmatrix" in ihrem praxisorientieren Buch "Farbspuren" können sich auch Ungeübte in die weite Welt der Wohnströmungen wagen. Wie die Matrix funktioniert und wie Sie daraus fünf maßgebliche Stile unserer Zeit ableiten können, sehen Sie in der Foto-Show.
Doch welche Stil-Faktoren sollte ich eigentlich grundsätzlich berücksichtigen? Die sechs Schlüsselwörter heißen Raumatmosphäre, Material, Muster, Möbel, Formensprache und Farbe. Will ich großzügig wohnen oder gemütlich klein, bevorzuge ich weiche oder harte, raue oder glatte Materialien? Mag ich kleinteilige oder großzügige Muster, Kunststoff- oder Naturmöbel, Eckiges oder Rundes, Buntes oder Dezentes, helles oder gedämpftes Licht? All diese Fragen fließen in die Stilmatrix ein.
Wenn Wohnbegeisterte etwas Zeit übrig haben, können sie ihren eigenen Wohnstil auch mithilfe einer ganz handfesten Methode erforschen. Mit ein paar ausrangierten Wohnzeitschriften, einem großen Pappkarton und einer Schere bewaffnet schneidet man alle Objekte und Raumstimmungen aus, die einem gefallen. Anschließend gruppiert man das Ausgeschnittene. Meist findet sich dann ganz von selbst eine bestimmte Farb- und Stilwelt.
Wenn nicht, ist das auch nicht schlimm. Man muss heute nicht mehr unbedingt in einer einzigen Farb-Stil-Welt bleiben. Es ist längst gesellschaftsfähig, sich aus mehreren Stilkategorien zu bedienen und sie zu mischen. Doch Achtung: Wer übertreibt, hat am Ende überhaupt kein Raumgefühl mehr, sondern nur noch Kuddelmuddel. Es reicht in der Regel vollkommen, wenn man zwei Stile miteinander verbindet – zum Beispiel den Kolonialstil mit dem Landhausstil. Außer, Sie mögen es laut und schräg. Dann seien Sie einfach so frei und mixen Sie alles wild und vor allem bunt durcheinander. Sind Neonfarben im Spiel, gibt es im "Farbspuren"-Buch sogar einen Namen dafür: "Berlin City".
Quelle: zuhause.de
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