21.03.2012, 09:24 Uhr | os
Giftpflanzen sollten im Garten besser gar nicht angepflanzt werden. (Foto: Imago)
Schöne Blüten laden zum Pflücken ein. Doch Vorsicht: Hinter so manch schöner Blume verbirgt sich eine Giftpflanze. So erfreuen Eisenhut und Engelstrompete den Gärtner zwar mit schönen Blüten, gerade Eisenhut zählt jedoch zu den giftigsten Pflanzen Europas. Besonders Eltern mit Kleinkindern sollten die Unfallgefahren von giftigen Gartenpflanzen nicht unterschätzen, wie die Aktion "Das sichere Haus“ warnt. Wir stellen Ihnen hier die zehn gefährlichsten Giftpflanzen im Garten vor.
Beim Eisenhut sollte man besonders auf der Hut sein. Hier kann es nicht nur durch Verschlucken von Blättern oder Blüten zu Vergiftungserscheinungen kommen. Das Gift Aconitin kann auch über die Haut aufgenommen werden, es genügt schon, wenn die Blätter zerrieben werden. Aconitin führt zu Herzrhythmusstörungen, Krämpfen und Kreislauflähmungen.
Bei anderen Pflanzen besteht Gefahr erst, wenn Blüten oder Blätter gegessen werden. Die Eibe wird beispielsweise besonders wegen ihrer leuchtend roten Beeren geschätzt. Das Fruchfleisch der Beeren ist zwar ungiftig, dafür aber fast alle anderen Pflanzenteile. Besonders von Kleinkindern wird da gerne mal etwas verschluckt. Das gleiche gilt übrigens auch für Tiere. Geraten Schnittreste aus dem Garten mit dem Gras vermischt ins Futter, können Rinder oder Pferde verenden.
Haben Eltern den Verdacht, dass ihr Kind giftige Pflanzenteile im Mund hatte, sollten sie ihm laut Aktion "Das sichere Haus“ Wasser ohne Kohlensäure zu trinken geben. Dadurch könnten eventuell verschluckte Giftstoffe verdünnt werden. Übergibt sich das Kind oder wirkt es benommen, muss der Notarzt alarmiert werden. Hilfreich ist es auch, die Nummer der nächst gelegenen Giftnotrufzentrale im Telefon zu speichern.
Eine der häufigsten Vergiftungen verursacht die Tollkirsche. Dies liegt wohl auch an der bekannten halluzinogenen Wirkung der Beere. Extrakte wurden früher zur Herstellung von Drogen verwendet, die Tollkirsche soll auch Bestandteil so genannten Hexensalben gewesen sein. Darunter verstand man im Mittelalter Salben, mit denen sich angeblich Hexen einrieben, um zum Hexensabbat zu fliegen.
Auch andere Giftpflanzen haben eine bewusstseinsverändernde Wirkung. So werden offenbar die Blüten der Engelstrompete gegessen oder zu Tees verarbeitet. Andere Pflanzenteile sollen auch geraucht werden. Auf jeden Fall sind diese Experimente nicht zur Nachahmung empfohlen. Schnell kommt es hier zu einer Überdosierung bis hin zur Lebensgefahr.
Als jüngsten Trend zu hausgemachten Drogen aus dem Garten hat die Cannabis-Szene die Hortensie im Visier. So berichtete das Landeskriminalamt Niedersachsen erst kürzlich von zunehmenden Diebstählen von Hortensien. Als Zierpflanzen sind Hortensien harmlos. Werden sie dagegen verbrannt, wird Blausäure freigesetzt. Experten warnen daher davor, den Rauch zu inhalieren. Die möglichen Folgen reichen von Bewusstlosigkeit und Störungen des Nervensystems bis zum Tod.
Quelle: zuhause.de
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