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Das Haus der Zukunft

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Total vernetzt: Wenn das Haus mitdenkt

Autor: sj

Das intelligente Haus bietet seinen Bewohnern mehr Komfort in allen Lebensbereichen. (Foto: Next Generation Media)

Das intelligente Haus bietet seinen Bewohnern mehr Komfort in allen Lebensbereichen. (Foto: Next Generation Media)

Das Haus der Zukunft ist intelligent. Da sind sich sowohl Science-Fiction-Autoren als auch Haustechnik-Ingenieure einig. Es weiß genau, was der Bewohner will und nimmt ihm all die kleinen lästigen Aufgaben ab. Wenn der Hausherr nach Hause kommt, ist sein Kaffee bereits frisch aufgebrüht und das Wohnzimmer angenehm temperiert. Während der Kühlschrank die eben angebrochene Kaffeesahne nachbestellt, lässt die Badewanne das wohlverdiente Schaumbad ein. Der Mensch darf sich entspannt wohlfühlen oder kann sich voll und ganz den wirklich wichtigen Dingen widmen. Was für viele noch nach Zukunftsmusik klingen mag, ist sogar heute schon problemlos möglich, wenn auch nicht für jeden sinnvoll – oder erschwinglich.

Es muss ja nicht gleich der intelligente Kühlschrank sein, der seinen Inhalt genau überwacht und bei Bedarf selbständig Nachschub bestellt. Immerhin werden derlei Kühlgeräte schon seit mehr als zehn Jahren immer wieder auf Messen vorgestellt. Durchsetzen konnte sich das futuristische Küchengerät trotz aller Publicity nicht.

Intelligenter Kühlschrank floppt

Klaus Scherer, Leiter des Fraunhofer inHaus-Zentrums, wundert das nicht. Im Interview mit Manager-Magazin.de bezeichnet der Fachmann für intelligente Haustechnik den denkenden Kühlschrank als "totalen Unsinn". "Denn welcher vernünftige Mensch würde seinem Kühlschrank schon erlauben, selbstständig in seinem Namen Lebensmittel zu bestellen", führt Scherer weiter aus.

Wenn die Heizung mit dem Fenster spricht

Praxistauglicher sind da schon die Entwicklungen im Energiebereich. Wenn etwa Rollläden, Heizung und Lüftung über Sensoren so aufeinander abgestimmt sind, dass in der Wohnung stets ein angenehmes Klima herrscht, ist das weniger technische Spielerei, als cleveres Energiesparen. Es wird nur dann geheizt, wenn jemand tatsächlich einen Raum benutzt. Morgens wird beispielweise das Bad angewärmt, kurz bevor die Familie zur Morgentoilette erscheint. Sind alle aus dem Haus, begibt sich die Heizung in einen Ruhemodus, bis ihr ein Bewohner per Handy seine Rückkehr ankündigt.

Ist irgendwo ein Fenster geöffnet, wird automatisch die Heizung gedrosselt. Zusätzlich spart man, wenn beim Verlassen des Hauses mit einem einzigen Knopfdruck oder automatisch beim Abziehen des Schlüssels sämtliche unnötigen Stromverbraucher abgeschaltet werden. Allerdings sind für den Einbau der Geräte zunächst einmal Investitionen von mehreren Tausend Euro fällig, wenn man Haus, Licht, Heizung und Jalousien komplett elektronisch steuern möchte.

Wenn der Film dem Nutzer folgt

Einfacher, günstiger und in vielen Wohnungen schon umgesetzt ist die multimediale Vernetzung. Über das herkömmliche Computernetzwerk werden entweder kabelgebunden oder drahtlos digitale Inhalte im ganzen Haus verteilt. So lassen sich etwa Musik, Videos oder Bilder von einem zentralen Server auf jedem Bildschirm im Haus wiedergeben – ob am PC, auf dem Fernseher oder Handy. Ein Film, der im Wohnzimmer unterbrochen wurde, kann im Schlafzimmer an der gleichen Stelle fortgesetzt werden.

Einer Forsa-Studie vom Juli 2010 zufolge würden etwa 30 Prozent der Befragten zudem gerne von unterwegs aus auf ihre Medien zu Hause zugreifen, also zum Beispiel per Handy den Videorekorder einschalten oder Fotos ansehen. Allerdings hat über die Hälfte der Teilnehmer Bedenken, dass ihre persönlichen Daten im vernetzten Heim nicht ausreichend gegen Hacker-Angriffe geschützt wären.

Das Haus bewacht sich selbst

Dabei ist gerade die Sicherheit ein weiterer großer Anwendungsbereich im vernetzten Haus. Eine Urlaubssteuerung sorgt beispielsweise dafür, dass mit variierender Beleuchtung und dem Öffnen und Schließen der Jalousien Anwesenheit vorgetäuscht wird. Wer es den Einbrechern nicht zu leicht machen will, lässt sich eine Tür- und Fenster-Überwachung einbauen, die warnt, wenn beim Verlassen des Hauses noch Fenster oder Türen offen stehen. Von der Videoüberwachung mit Fernsehanbindung bis zur automatischen Alarmierung externer Sicherheitsdienste, die durch Wassersensor, Glasbruch- oder Rauchmelder ausgelöst wird, lässt sich das Haus je nach Sicherheitsbedarf gegen viele Gefahren absichern.

Im Notfall wird Alarm geschlagen

Die Meldefunktionen kommen auch zum Einsatz, wenn es darum geht, alte oder kranke Menschen zu unterstützen. So könnten etwa Bewegungsmelder bei Hilfsdiensten oder Angehörigen Alarm schlagen, wenn sie über einen längeren Zeitraum keine Aktivität in der Wohnung wahrnehmen. Ein intelligenter Medizinschrank sorgt außerdem dafür, dass die passenden Tabletten zur richtigen Zeit eingenommen werden. Mit derlei Gesundheitsmaßnahmen können alte und kranke Menschen länger selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben.

Sprachgewirr im Kabelkanal

In Romanen und Filmen wird das intelligente Haus der Zukunft immer über ein einziges System gesteuert, das von der Alarmanlage, über die Küchengeräte bis zum Fernseher alles regelt. Davon kann man in der Gegenwart allerdings nur träumen. Haushaltsgeräte, Computer, Heizungen und Fernseher sprechen nicht die gleiche Sprache.

Während sich Computer und Multimedia-Geräte über das lokale Netzwerk wahlweise auch kabellos oder mit Powerline-Adaptern sogar über das Stromnetz verständigen können, brauchen Haushaltsgeräte, Heizungen oder Rollläden sowie die zugehörigen Schalter und Displays ein anderes System. Nahezu jede Gerätegattung verwendet ein eigenes Protokoll. Das bei Computern übliche Netzwerk-Protokoll TCP/IP verstehen sie alle nicht. Der Datenaustausch erfolgt deshalb meist über das so genannte KNX-Bussystem.

Das heißt in vielen Fällen, dass zusätzliche Leitungen benötigt werden. Wer neu baut, sollte sich Netzwerkkabel und KNX-Kabel am besten gleich über Kabelschächte im ganzen Haus verteilen lassen. Die Mehrkosten sind vergleichsweise niedrig und man ist für zukünftige Innovationen gerüstet.

Gemeinsame technologische Plattform gesucht

Damit Radio, TV, Internet, Heizung und Waschmaschine künftig besser miteinander kommunizieren können, haben sich namhafte Hersteller und Verbände zum Partnernetzwerk Connected Living zusammengeschlossen. Ziel ist es, die unterschiedlichen Geräte über die Anwendungsgrenzen hinweg miteinander zu verbinden, einheitliche Bedienstrukturen anzubieten und die zahlreichen Einzelfunktionen zu einer Gesamtlösung zu vereinen. Daran arbeiten Hersteller und wissenschaftliche Institutionen gemeinsam im Innovationszentrum Connected Living.

Bleibt zu hoffen, dass mit einem einheitlichen Standard und einer verbesserten Bedienerfreundlichkeit die Heimvernetzung in mehr Häusern Einzug hält. Einer repräsentativen Studie zufolge, die Facit Research im Auftrag von "Connected Living" Ende 2010 durchführte, sind immerhin 37 Prozent der Befragten interessiert am "vernetzten Leben". Davon gehören 30 Prozent sogar zur Gruppe der "Early Adopters", die technische Neuerungen früh annehmen und ausprobieren. Daraus schließen die Auswerter, dass mehr als drei Millionen Verbraucher bereits in der Startlöchern stehen.

Quelle: zuhause.de

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