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Vorsicht beim Carport-Bau

Einen Carport können sich auch Laien selbst bauen – wenn sie ein paar Regeln beachten. (Quelle: imago\Sommer)

Einen Carport können sich auch Laien selbst bauen – wenn sie ein paar Regeln beachten. (Quelle: Sommer/imago)

Aus Kostengründen verzichten viele Häuslebauer zunächst auf eine Garage. Und selbst der günstigere Carport wird oft erst später nachgerüstet. Im Gegensatz zum Garagenbau trauen sich viele Hobbyhandwerker das Aufstellen eines Carports selbst zu. So lässt sich noch mehr sparen. Doch wenn man dabei nicht aufpasst, läuft man Gefahr, dass die Ersatzgarage später fault oder im schlimmsten Fall sogar einstürzt – vom Ärger mit den Nachbarn ganz zu schweigen. Was Sie beim Bau eines Carports beachten und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Seinem Auto ein schützendes Dach aus Holz zu verpassen, scheint selbst für den Laien einfach – immerhin gibt es in jedem Baumarkt vorgefertigte Bausätze in verschiedenen Größen. Die Bandbreite der Modelle reicht von Anlehncarports für die Hauswand, über frei stehende Unterstände, Doppel-Carports oder Kombi-Modelle, die einen Autostellplatz mit einem Gerätehäuschen für Fahrräder oder Gartenwerkzeuge verbinden.

Standsicherheit gewährleistet

"In der Regel werden Carports aus Konstruktionsvollholz gefertigt", erklärt Ulrich Wolf, Trainer bei der Deutschen Heimwerker-Akademie in Köln. Ein geübter Heimwerker könne mit einem Bausatz einen Carport bauen. Deren Vorteil gegenüber eigenen Entwürfen sei, dass der Hersteller eine statische Berechnung gemacht haben muss – so sei gewährleistet, dass der Carport in sich stabil ist und Schneelasten tragen kann. Der Hersteller biete für die Standsicherheit eine Gewähr.

Auch der Werkzeugbedarf ist laut Wolf überschaubar: Neben Spaten, Zollstock, Hammer, Wasserwaage, Säge und Richtschur sind Bohrmaschine und Schraubendreher hilfreich. Der Carport braucht ein solides Fundament, damit er fest steht und bei Windstößen nicht aus der Verankerung gerissen wird. Wer einen Holzpfosten einfach nur in die Erde rammt, muss damit rechnen, dass dieser nach absehbarer Zeit fault und kippt.

Faulen der Carport-Pfosten verhindern

"Diese Gefahr besteht selbst dann, wenn der Pfosten imprägniert war", warnt Ludger Küper, Direktor des Paint Quality Institutes im hessischen Schwalbach. Die Pfosten sollten deshalb auf Träger gesetzt werden. "Die Löcher für einzubetonierende Pfosten können mit einem Spaten oder einer Lochschaufel, die es in Baumärkten zu leihen gibt, gegraben werden", erklärt Wolf.

Einbetonierte Pfähle sollten in einer frostfreien Tiefe gründen. Ein Loch mit einem Umfang von 30 mal 30 Zentimetern müsse folglich mindestens 70 bis 80 Zentimeter tief sein. Zum Verfüllen könne man Estrichbeton verwenden. Sicherer sei es aber, den Rand der Löcher mit Plastik auszukleiden. Dafür werden einfach entsprechend große PE-Rohre in die Löcher gestellt und verfüllt, rät Wolf. Das verhindere, dass sich der Beton mit dem Erdreich verbinde. Außerdem könnten so kleine Unebenheiten ausgeglichen werden.

In den frischen Beton werden die Pfostenträger in U- oder in H-Form eingesetzt und ausgerichtet. Der Beton sollte zwischen 48 bis 72 Stunden trocknen. Erst dann könne der Carport nach der Montageanleitung des Herstellers darüber errichtet werden.

Wetterfestes Holz richtig anstreichen

Damit das Holz gut vor Witterung geschützt ist und stabil bleibt, wird es in der Regel druckkesselimprägniert. "Wer diese leicht grünlich-graue Optik nicht mag, lasiert oder lackiert das Holz nach dem Aufbau. Dies ist eine Geschmackssache", sagt Küper. Vor dem Lackieren oder Lasieren müsse eine Grundierung aufgetragen werden, die Ausblühungen und die von Pilzen verursachte Blaufärbung des Holzes verhindere. Bei Lasuren sollte die Grundierung durchsichtig sein, bei Anstrichen mit Lack deckend. Auch bei druckkesselimprägnierten Hölzern empfiehlt Küper einen Anstrich gegen Bläue und Fäulnis.

Dachgefälle beim Carport nicht vergessen

Zu guter Letzt fehlt noch die Eindeckung des Dachs: Für Flachdach-Carports empfehlen sich Bitumen-Dachschindeln oder Bitumenbahnen, erklärt Wolf. Optisch leichter wirken transparente Kunststoffdächer, die mit der Unterkonstruktion verschraubt werden. Besonders wichtig sei es, hier auf ein ausreichend steiles Gefälle von zehn Prozent zu achten, damit das Regenwasser ablaufen kann.

Dachbegrünung nur mit Expertenhilfe

Wer ein grünes Pflanzendach bevorzugt, sollte sich Hilfe vom Experten holen. "Ein Gründach muss bei starken Regenfällen bis zu 90 Kilogramm pro Quadratmeter tragen, deshalb sollte eine Dachbegrünung nur mit Expertenhilfe angelegt werden", rät Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren in Berlin. Als Alternative für ein Gründach biete sich ein Regenleitungssystem und eine Tonne an, um das Dachwasser aufzufangen. So sammele man kostenloses Gießwasser für den Garten.

Baugenehmigung für Carport einholen

"Vor dem Carportkauf sollte zuerst geprüft werden, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist", warnt Eva Reinhold-Postina. Auskunft darüber geben der örtliche Bebauungsplan oder die Regelungen der Landesbauordnungen. Diese können von Bundesland zu Bundesland verschieden sein, daher lohne sich eine Anfrage beim zuständigen Bauamt. Dort erfährt man auch, wie nah man an das Nachbargrundstück heranbauen darf und ob man eventuell die Genehmigung des Nachbarn einholen muss.

Das Bauvorhaben sollte aber auch dann mit den Nachbarn besprochen werden, wenn die gesetzlich festgelegten Grenzabstände zum Nachbargrundstück eingehalten werden, rät Eva Reinhold-Postina. Sie hat einen Tipp: Eventuell könne aus dem Carportbau sogar ein gemeinsames Projekt unter Nachbarn werden, bei dem man einen preisgünstigeren Doppelcarport errichtet.

Quelle: dpa-tmn

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