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Boxspringbetten im Test: Vor- und Nachteile

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In vielen Boxspringbetten schläft man schlecht

Im Test überzeugten Boxspringbetten meist nicht. Auf jeden Fall sollte man gründlich Probe liegen. (Quelle: dpa/Oliver Berg)

Im Test überzeugten Boxspringbetten meist nicht. Auf jeden Fall sollte man gründlich Probe liegen. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Boxspringbetten haben ein geradezu königliches Aussehen: Die großen Polsterbetten ähneln mit ihren Umfang und den übereinander gestapelten Matratzen luxuriösen Prunkbetten. Auch in Deutschland sind Boxspringbetten der Trend im Schlafzimmer. Schließlich signalisieren sie mit ihren üppigen Polstern Bequemlichkeit pur. Doch doch im Test enttäuschten die Betten bislang oft. Erst einmal wurde ein Boxspringbett von der Stiftung Warentest mit "gut" bewertet. Wir nennen die wichtigsten Vor- und Nachteile und geben Tipps für Kauf und Pflege.

"Wir haben uns inzwischen auf Boxspringbetten ausgerichtet", sagt Hans Rosner vom Matratzenhersteller Hukla. "Es ist jetzt erst ein großer Trend in Deutschland, auch wenn es die Matratzen in anderen Ländern schon längst gibt." Ausgerechnet die Deutschen, eigentlich für ihre Reiselust bekannt, brauchten besonders lange für die Entdeckung. 

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Aufbau eines Boxspringbettes

Der Aufbau von Boxspringbetten unterscheidet sich deutlich von herkömmlichen Betten mit Lattenrost und einfacher Matratze. Die Basis bildet das namensgebende "Boxspring". Oft wird auch einfach kurz von "Box" gesprochen. Das Boxspring besteht aus einem meist etwa 20 bis 30 Zentimeter hohem Holzrahmen und einem Federkern, auf dem die Matratzen aufliegen. Zusammen erfüllt der Federrahmen bei einem Boxspringbett also in etwa die Funktion eines Lattenrosts bei einem herkömmlichen Bett.

Auf der Box lagert die Boxspringmatratze. Zum Einsatz kommen meist Taschenfederkern- oder Kaltschaumatratzen. Oben auf liegt der sogenannte Topper – eine meist acht bis zehn Zentimeter hohe Auflage aus Kaltschaum oder Viscoseschaum, seltener auch aus Latex.

Boxspringbetten im Test

In Tests konnten die wuchtigen Betten bislang kaum überzeugen. Bei ihren Betten- und Matratzentests hat die Stiftung Warentest in den letzten Jahren immer wieder auch Boxspringbetten geprüft. Erst eines schnitt mit der Gesamtnote 2,4 gerade noch "gut" ab – das Musterring Evolution. 

"Es stützt sowohl kleine, leichte und birnenförmige Frauen als auch schwere Männer mit schrankförmiger Statur gut ab", lobten die Warentester. "Während die anderen Betten mit der Zeit Liegekuhlen bilden, bleibt das Musterring unverändert.

Boxspringbetten müssen nicht pompös sein
Boxspringbetten müssen nicht unbedingt pompös sein. "Miut"  ist alles andere als wuchtig. (Quelle: dpa/Zeitraum)

Die wuchtigen Trendbetten passen nicht zu jedem Stil und auch die Größe ist nicht immer passend. Doch es geht auch dezenter – und trotzdem bequem. mehr

Sonst wird an vielen Boxspringbetten moniert, die Matratzen seien so weich, dass der Schlafende tief einsinkt und die Bewegungsfreiheit dadurch eingeschränkt werde. Außerdem könnten die Betten zu schnellerem Schwitzen führen, so ein weiterer Kritikpunkt. Geprüft wurden allerdings bislang nur Boxspringbetten aus dem niedrigen bis mittleren Preissegment.

Was Boxspringbetten kosten

Jedoch sind Boxspringbetten generell recht teuer, so dass auch die getesteten Modelle zum Teil über 3000 Euro kosteten. Der Preis ist abhängig von der Qualität. Bei Ikea gibt es das Boxspringbett Årbakka (180 x 200 cm) schon für rund 800 Euro. Edle Modelle aus dem Hochpreissegment – beispielsweise die von Treca Interiors Paris – können sogar um die 12.000 Euro kosten. Das "gut" getestete Musterring-Bett gibt es für rund 2000 Euro. 

Das spricht für die Betten

Ursula Geismann vom Verband der Möbelindustrie weist aber auch auf Vorteile der Betten hin: Die Betten seien durch ihre Höhe gerade für Ältere und Menschen mit Rückenschmerzen gut geeignet. "Die Einstiegshöhe liegt bei 60, 70 Zentimetern. Man kommt dadurch leichter ins Bett und wieder heraus."  

Außerdem ist die Optik für viele ein Kaufargument – ein großes Bett wird als gemütlich wahrgenommen. Durch seine Höhe brauche das Boxspringbett aber auch ein großes Kopfteil, sagt Claudia Wieland, Sprecherin des Fachverbandes Matratzen-Industrie. Es wirke daher häufig im Gesamtbild mächtiger. Die Hersteller bieten besondere, auffällige Rahmen dafür an. Sie können in der Regel mit verschiedenen Stoffen oder Ledern bezogen werden.

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Tipps für den Kauf

Wie jede Matratze muss auch das Boxspringbett zum Schlafenden passen. Wieland rät daher dringend zum ausgiebigen Probeliegen. Oft liegt bei Doppelbetten auf einem zweigeteilten Boxspring eine durchgehende Obermatratze auf. Für Partner mit unterschiedlichem Gewicht ist das nicht ideal, denn sie benötigen unterschiedliche Härtegrade. Dann ist ein Boxspringbett mit zwei schmaleren Obermatratzen besser geeignet.

Achten sollte man schon beim Kauf außerdem darauf, dass man die Matratze austauschen kann. Eine normale Matratze hat aus hygienischen Gründen nach sieben bis zehn Jahren ausgedient. Aus Kostengründen sollte dies auch beim Boxspringbett der Wahl möglich sein, ohne gleicht ein komplett neues kaufen zu müssen und ohne dass es die Optik des Bettes verändert.

Pflegetipps für Boxspringbetten

"Mein Kritikpunkt ist der Luftaustausch in der Matratze", sagt Möbelexpertin Geismann. "Ich muss damit viel mehr lüften als bei einem normalen Bettgestell, sonst liege ich in meinem eigenen Saft." Matratzenverbands-Sprecherin Wieland widerspricht: "Wie bei einer Pumpe geht beim Hinlegen und Aufstehen die verbrauchte Luft raus und neue wieder rein." Die Betten würden sich also gewissermaßen selbst belüften. Jedoch hat auch die Stiftung Warentest vermehrtes Schwitzen bei Boxspringbetten bemängelt.

Auf jeden Fall sollte man im Schlafzimmer morgens lüften und das Bett währenddessen nicht abdecken, damit die Feuchtigkeit gut abtrocknet. Wer nachts ohnehin viel schwitzt, sollte einen Schonbezug über den Topper legen. Matratze und Topper müssen außerdem regelmäßig gewendet werden – insbesondere wenn sie aus Schaumstoff bestehen. Sonst können sich mit der Zeit Schlafkuhlen bilden. 

Vor- und Nachteile in der Übersicht

Wer ein Boxspringbett kaufen möchte, sollte auf alle Fälle die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen.

Vorteile

- Boxspringbetten sind relativ hoch und eignen sich daher für Ältere und Menschen mit Rückenproblemen.

- Abhängig von der obersten Auflage können sie gut Wärme isolieren und eignen sich daher für Menschen, die es gern kuschlig-warm haben.

Nachteile

- Experten bemängeln den Luftaustausch und Feuchtigkeitsabtransport der Boxspringbetten.

- Boxspringbetten sind sperrig und schwer zu transportieren.

- Mit der Zeit können sich Kuhlen in der Matratze bilden.

- Die Matratzen sind schwer austauschbar. Darauf sollte beim Kauf unbedingt geachtet werden.

- Matratzen sind oft zu weich. Tiefes Einsinken behindert erholsamen Schlaf und fördert das Schwitzen

Quelle: dpa-tmn, zuhause.de

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