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Borkenkäfer bekämpfen und Borkenkäfer-Befall im Garten vorbeugen

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Borkenkäfer erkennen und bekämpfen

Autor: rw

Borkenkäfer bekämpfen: Der Schädling bedroht auch die Bäume im Garten. (Quelle: imago\Steffen Schellhorn)

Borkenkäfer bekämpfen: Der Schädling bedroht auch die Bäume im Garten. (Quelle: Steffen Schellhorn/imago)

Es ist nur ein kleines, unscheinbares Insekt, und doch kann der Borkenkäfer enorme Schäden anrichten, die sogar gestandenen, ausgewachsenen Bäumen den Todesstoß versetzen. "Unter günstigen Bedingungen vermehren sie sich sprunghaft und können ganze Waldbestände flächig zum Absterben bringen", warnt das Bayrische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF). Auch zuvor gesunde Bäume im Garten werden regelmäßig von den gefräßigen Schädlingen befallen. Mit diesen Tipps gegen Borkenkäfer schützen Sie Ihre Fichten, Eichen, Obstbäume und Co.

Werden Bäume im heimischen Garten vom Borkenkäfer befallen, ist zügiges Handeln das Gebot der Stunde. "Man muss sie rasch fällen, sonst können Bäume in der Nachbarschaft befallen werden", empfiehlt Dirk Schmechel von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising.

Borkenkäfer bedrohen auch die Bäume im Garten

Das Problem: Häufig wird ein Befall durch die kleinen, aber äußerst gefräßigen und widerstandsfähigen Schädlinge erst spät bemerkt. Es könne dauern, bis sich ein Befall offen zeigt, erklärt Schmechel. Die braunschwarzen Käfer bohren die lebenden Bäume an und legen ihre Eier hinein. Die Larven fressen sich dann von innen durch das Holz. Auch in gefällten Ästen und Stämmen, lassen sich Borkenkäfer gerne nieder.

Sind Bäume im Garten vom Borkenkäfer befallen, müssen sie gefällt und das Holz vernichtet werden. "Gifte oder Dünger helfen nicht", stellt Schmechel klar. Erste Hinweise sind braunes Bohrmehl am Fuß des Stammes. Im weiteren Verlauf verliere ein befallener Baum seine Rinde und die Krone verfärbe sich von unten nach oben, so der Forst-Experte. Am Ende stirbt der Baum dann ab.

Borkenkäfer sterben auch im Winter nicht

Der Borkenkäfer schwärme zwar nur aus, solange es mindestens 17 Grad warm ist, erläutert Schmechel. Aber er gehe im Herbst und Winter nicht ein: "Der Käfer, die Larven in allen Entwicklungsstadien und die Eier überwintern und machen im Frühjahr einfach weiter." Daher dürfe man das gefällte Holz nicht für den Kamin lagern und trocknen. "Bis das fertig ist, ist der Käfer im Frühjahr wieder unterwegs." Schmechel rät, die Scheite zum Bauhof oder etwa zu Unternehmen zu bringen, die Hackschnitzel produzieren, um das Holz überhaupt noch irgendwie verwerten zu können.

So kommen Borkenkäfer in den Garten

Gartenbesitzer sollten einen Befall unverzüglich der Gemeinde- oder Stadtverwaltung und der unteren Forstbehörde melden. Der Borkenkäfer befalle zwar vornehmlich Wälder und komme im Hausgarten eher selten vor. "Aber gerade an der Grenze zu großen Fichtenwäldern ist die Gefahr groß", weiß LWF-Experte Schmechel. Der Schädling könne Distanzen von bis zu 600 Metern überwinden.

Ist eine Region großflächig von einer Borkenkäfer-Plage betroffen, können sich die gefräßigen, kleinen Biester aber auch von Grundstück zu Grundstück durchschlagen und dann irgendwann auch Gärten befallen, die weiter als 600 Meter vom nächsten Waldrand entfernt liegen.

Entsprechend intensiver Befall wurde in den letzten Jahren etwa aus dem Landkreis Coburg und regelmäßig auch aus dem Umfeld des Nationalparks Bayrischer Wald gemeldet. Auch die Stadt Hamburg warnt auf seinen Internetseiten die Einwohner vor dem gefräßigen Schädling. Hier gab es die letzte problematische Käferdichte im sehr trockenen und heißen Jahr 2003 und dem folgenden Frühling.

Einen Befall durch Borkenkäfer erkennen und richtig reagieren

Im eigenen Garten erkenne man befallene Bäume an kümmerlichen Ästen und Zweigen, die frühzeitig ihr Laub abwerfen oder gar sichtbar absterben. "Befallene Äste weisen Ein- oder Ausbohrlöcher auf, manchmal ist auch Bohrmehl zu finden", so die Hamburger Pflanzenschutz-Experten. Zwar seien vorgeschädigte Bäume besonders anfällig, von diesen würden Borkenkäfer dann aber auch gesunde Bäume befallen. "Absterbende Äste sollten möglichst rasch entfernt werden", heißt es weiter.

"Stark befallene Bäume sollten spätestens im Frühjahr vor dem Schlupf der nächsten Käfergeneration gefällt und das Holz aus dem Garten entfernt werden", wird den Hamburgern geraten. Eine Bekämpfung der Käfer am stehenden Baum sei nicht möglich.

Borkenkäfer-Befall vorbeugen

Umso wichtiger ist es, nach jedem Baumschnitt im ausgeästeten Holz nach Spuren des winterharten Schädlings Ausschau zu halten und notfalls einen befallenen Baum zu fällen, damit nicht der ganze Baumbestand Ihres Gartens besiedelt wird. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Fichten, die im Garten oder rund ums Haus wachsen. Die Nadelbäume sind die absolute Leibspeise von Borkenkäfern. Laut Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn stehen aber auch Thuja, Scheinzypresse, Wacholder und Bastardzypresse auf dem Speiseplan des nimmersatten Schädlings.

Weil Borkenkäfer gesunde Bäume meiden, solange es in ihrer Reichweite noch vorgeschädigten und kranken Baumbestand gibt, bestehe die effektivste vorbeugende Maßnahme für alle Gartenbesitzer darin, die eigenen Bäume stets optimal mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Oft könne in regenarmen Zeiten schon allein zusätzliches Wässern der gefährdeten Baumsorten einen Befall verhindern, so die Bonner Experten.

So entsteht eine Borkenkäfer-Plage

Zu einer problemtischen Borkenkäfer-Populationen kommt es in einer Region immer dann, wenn zwei Bedingungen zusammenkommen: günstige Witterungsverhältnisse und Mängel beim Waldschutz beziehungsweise bei der Waldbewirtschaftung.

Ein Borkenkäfer-Weibchen legt im Verlauf der Vegetationsperiode 100 bis 150 Eier, wie die LWF mitteilt. In einem Jahr mit verhältnismäßig warmem Frühlings- und Herbstwetter, in dem die Temperaturen lange über 17 Grad liegen, können bis zu drei Borkenkäfer-Generationen schlüpfen. "Rechnet man Verluste mit ein, so kann ein Käferweibchen in Jahren wie 2003 mit drei Jungkäfergenerationen und zwei Geschwisterbruten mehr als 100.000 Nachkommen erzeugen", so die LWF weiter. Wenn sich ein problematischer Bestand zur Plage auswächst, hängt dies aber meist auch mit Mängeln bei der Waldbewirtschaftung zusammen.

"Ohne ausreichende Waldschutzmaßnahmen kann es sehr rasch zu Massenvermehrungen mit gravierenden wirtschaftlichen, landeskulturellen und ökologischen Schäden kommen", informiert das StMELF. Die wichtigste Maßnahme, um dies zu verhindern, bestehe darin, Sturm- und Schneebruchschäden schnellst möglich beseitigen, damit sich Borkenkäfer dort nicht einnisten. Dasselbe gilt für sogenanntes Totholz, also abgestorbene oder bereits umgeknickte Bäume und deren Bestandteile.

"Je nach aktueller örtlicher Käferdichte und Witterungsbedingungen kann es bei unterlassener, unzureichender oder unvollständiger Aufarbeitung der Windwurf- und Bruchhölzer bereits im Folgejahr, häufig aber auch erst nach zwei bis drei Jahren zu Massenvermehrungen kommen", fasst man beim StMELF zusammen. Dies könne dann zum "flächenhaften Absterben gesunder Bäume führen". Bis zur Besiedlung nahegelegener Gartenbäume ist es dann nur noch kurzer Schritt.

Quelle: zuhause.de, dpa-tmn

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