Sie sind hier: zuhause.de > Energie >

Blower Door Test - Funktionsweise, Expertensuche und Fördermittel

...

Schriftgröße ändernSchriftgröße ändern Schrift
Drucken Drucken

Blower-Door-Test zeigt Schwachstellen im Haus

15.05.2012, 14:10 Uhr | hadiet

Die Blower-Door-Messung prüft die Gebäudehülle auf Undichtigkeiten. (Foto: BlowerDoor GmbH)

Die Blower-Door-Messung prüft die Gebäudehülle auf Undichtigkeiten. (Foto: BlowerDoor GmbH)

Wer heute ein Haus neu baut oder energetisch saniert, sollte auf einen Blower-Door-Test nicht verzichten. Bei Niedrigenergie- und Passivhäusern ist er sogar Pflicht. Dieser Test gibt Auskunft darüber, ob die Baumaßnahmen wie geplant umgesetzt worden sind und ob das Haus wirklich energetisch effizient ist.

Beim sogenannten Blower-Door-Test wird die Gebäudehülle auf Luftdichtigkeit geprüft. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Neubau handelt oder ein energetisch saniertes Bestandsgebäude.

Die Wärme im Haus behalten

Die beste Wärmedämmung und das dichteste Fenster bringen rein gar nichts, wenn dafür an anderer Stelle im Haus die Luft entweicht. Dabei geht es nicht nur um den Winter, in dem man möglichst Energie sparen möchte und die Wärme im Haus bleiben soll. Im Sommer tritt der gegenteilige Fall ein: Man ist bestrebt, die kühle Luft innerhalb des Gebäudes zu halten.

Schimmelgefahr an undichten Stellen

Fugen und Ritzen im Gebäudesystem können auch schlimmere Folgen haben. So kann sich an den undichten Stellen Feuchtigkeit aus der Luft sammeln und sogar in Wand- und Deckenaufbau geraten. Wenn dann die Temperaturen absinken, schlägt sich die feuchte Luft als Tauwasser in den Bereichen nieder und kann so zu Schimmelbildung führen.

Wie der Blower-Door-Test funktioniert

Bei dem Test wird ein Gebläse entweder in einen Tür- oder Fensterrahmen luftdicht eingebaut und in Betrieb genommen. Es wird ein Unterdruck von 50 Pascal erzeugt und so die Luft aus dem Gebäude gesogen. Das entspricht in etwa einer Windgeschwindigkeit von 30 bis 40 Stundenkilometern (Windstärke 4 bis 5). Bei diesem leichten "Sturm" wird dann die geförderte Luftmenge gemessen. Diese Menge entspricht dem Luftvolumen, dass durch alle Ritzen und Fugen der Gebäudehülle verloren geht.

Luftwechselrate gibt Energieverluste an

Wer ein Niedrigenergiehaus mit einer Lüftungsanlage besitzt, sollte eine Luftwechselrate von etwa Eins haben, so der Hinweis der Verbraucherzentrale Thüringen. Das bedeutet, dass das gesamte Luftvolumen des Gebäudes innerhalb einer Stunde einmal vollständig ausgetauscht wird. Bei Häusern mit normaler Fensterlüftung sollte der Wert bei höchstens Drei liegen, so dass das Luftvolumen nicht mehr als dreimal pro Stunde ausgetauscht wird. Je geringer die gemessene Luftmenge ist, desto weniger Lecks hat die Gebäudehülle und umso effizienter funktionieren Wärmedämmung und neue Elemente wie hochdichte Türen und Fenster.

Leckagen beheben

Die problematischsten Stellen im Haus sind Dachanschlüsse an Sparren und Pfetten im Dach, Elektro- und Lüftungsinstallationen an der Außenwand, sowie Fugen an Fenstern und Türen. Leckagen entstehen hier meist durch mangelndes Fachwissen und unsachgemäß durchgeführte Bau- und Installationsarbeiten.

Das Aufspüren der Leckagen während der Messung ist ein wesentlicher Teil der Prüfung. Sie werden mit Hilfe einer Nebelmaschine, eines Luftgeschwindigkeitsmessers oder einer Infrarotkamera aufgespürt. Nähert man sich etwa mit dem Rauchgerät einer undichten Fuge, sieht man am Rauch deutlich die erhöhte Luftbewegung in diesem Bereich.

Nachdem der Test beendet und alle Leckagen geortet wurden, müssen diese durch entsprechende Fachhandwerker abgedichtet werden.

So finden Sie einen Experten

In jeder Stadt gibt es Energieberater, Ingenieur- und Architekturbüros, die einen Blower-Door-Test anbieten. Diese können leicht über das Internet oder die Verbraucherzentrale gefunden werden. Ein Blower-Door-Test kostet in der Regel zwischen 350 Euro und 450 Euro. Manche Dienstleister erheben aber auch einen Grundpreis für die Luftdichtigkeitsmessung und lassen sich die Leckageortung auf Stundenbasis extra bezahlen, da sich die Suche des Öfteren als kompliziert und langwierig gestaltet.

Finanzielle Förderung

Das Bundesamt für Wirtschaftskontrolle und Ausfuhr (BAFA) fördert den Luftdichtheitstest im Rahmen einer Vor-Ort-Beratung. Für den Test wird in diesem Fall ein Bonus von 100 Euro ausgezahlt. Der Zuschuss für die gesamte Beratung ist auf 50 Prozent begrenzt. Dafür muss im Vorfeld ein Antrag vom zertifizierten oder geprüften Berater (Ingenieur, Architekt, Gebäudeenergieberater, Sachverständiger, etc.) gestellt werden. Auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert die Messung. Weitere regionale Förderprogramme der Gemeinden und Städte können zusätzlich über das zuständige Bauamt erfragt werden.

Quelle: dpa-tmn , zuhause.de

Inhalt versenden Versenden

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an

Artikel versenden

Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Blower Door Test - Funktionsweise, Expertensuche und Fördermittel" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Blower Door Test - Funktionsweise, Expertensuche und Fördermittel" gefallen hat.

 
Anzeige

© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige