01.02.2012, 12:31 Uhr | mb/sj
Auch bei eisiger Kälte muss man ordentlich lüften. (Quelle: imago)
Nach dem langezeit milden Winter kam Ende Januar der Kälteschock. Bei dem Wetter möchte man einfach zuhause warm einheizen, sich einkuscheln und nie mehr rausgehen. Doch frische Luft muss auch bei bitterer Kälte sein – sonst droht Schimmelbefall. So lüften Sie auch bei eisigen Temperaturen richtig – sechs Tipps.
Auch bei frostigem Winterwetter sollte die Wohnung mindestens einmal täglich gut durchlüftet werden. Der Verband Privater Bauherren (VPB) rät, die Fenster für wenigstens fünf Minuten weit aufzureißen, um Schimmel vorzubeugen. Die meisten Bewohner jedoch kippten die Fenster bei kalten Temperaturen lediglich. Dann wird es in der Wohnung zwar kalt, aber es findet kein Austausch zwischen warmer und kalter Luft statt. So kann die feuchte Raumluft nicht nach draußen entweichen.
Die Brancheninitiative "Wärme+" rät dazu, möglichst zwei gegenüberliegende Fenster vollständig zu öffnen, um die komplette Raumluft auszutauschen. Während des Lüftens sollte man den Thermostat herunter drehen, um Heizkosten zu sparen. Die Räume sollten generell nicht auf unter 20 Grad abkühlen. Sonst droht Schimmelbefall, weil warme Luft die Feuchtigkeit besser bindet. Hier erfahren Sie, wie Sie Schimmel vorbeugen und bekämpfen können.
Oft sammelt sich im Winter Kondenswasser auf der Fensterbank. Ursache könne ein schlecht isoliertes Fenster sein, erläutert der VPB. Feuchtigkeit sammele sich immer dort, wo es am kältesten ist. In älteren Wohnungen seien das oft die Fenster, in modernen Gebäuden häufig eine Ecke der Außenwand. Der Verband empfiehlt, Tauwasser regelmäßig wegzuwischen. Außerdem sollte ein Fachmann den Ursachen auf den Grund gehen, um auszuschließen, dass ein schwerer wiegendes Problem vorliegt.
Wer sich über Nacht oder tagsüber nicht in seiner Wohnung aufhält, sollte die Heizung nicht ganz abschalten. Heizkosten kann man auf diese Weise nur bedingt sparen, da zum Aufheizen der ausgekühlten Räume besonders viel Energie benötigt wird. Besser ist es, man hält für die Zeit der Abwesenheit eine Grundtemperatur von 15 bis 17 Grad aufrecht. Bei der Rückkehr lässt sich die Temperatur dann wieder schnell und mit geringem Energieaufwand steigern.
Auch bei längerer Abwesenheit ist es wichtig, die Wohnung nicht auskühlen zu lassen. Denn sonst drohen Frostschäden. So können bei Kälteeinbruch Wasserrohre platzen – und Wasserschäden führen schnell zu Schimmel. Selbst die Frostschutzstellung am Heizkörper bietet bei Extrem-Frost keinen ausreichenden Schutz gegen das Zufrieren der Leitungen. Wer die Heizung dann nur auf das Schneeflockensymbol gestellt, verliert im Schadensfall sogar den Versicherungsschutz, weil er nicht seiner Heizpflicht nachgekommen ist.
Besonders bei älteren Häusern sind Fenster und Türen häufig nicht perfekt abgedichtet, was ebenfalls zum Auskühlen der Wände beiträgt. Abhilfe bieten Zugluftstopper unter den Türen. Mit selbstklebenden Gummi- oder Schaumstoffstreifen können Sie Fenster und Türen einfach und effektiv abdichten, damit die Wärme im Zimmer bleibt. Unter Umständen kann sich bei veralteten Fenstern sogar ein Umrüsten lohnen: Moderne Fenster sparen Heizkosten. Allerdings sollte man mit dem Umbau warten, bis es wieder wärmer ist.
Quelle: dpa-tmn
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