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Balkon im Mietrecht: Urteile und Tipps für die Balkonnutzung

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Was auf dem Balkon erlaubt ist

Autor: sj

Rauchen auf dem Balkon müssen Nachbarn in aller Regel tolerieren. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Rauchen auf dem Balkon müssen Nachbarn in aller Regel tolerieren. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wohl dem, zu dessen Wohnung ein Balkon gehört: Bei angenehmen Temperaturen kann man sich dort fast wie im Urlaub fühlen. Doch ob man auf dem Freiluftanbau mit Freunden grillen, gepflegt entspannen oder einfach nur Wäsche trocknen will: Es ist längst nicht alles erlaubt, was Spaß macht. Vermieter und Nachbarn haben ein entscheidendes Wörtchen mitzureden, wie oft man feiern darf und selbst bei der Gestaltung des Balkons gibt es mietrechtliche Grenzen. Diese Regeln sollten Sie für Ihren Balkon beachten.

Prinzipiell gehören Balkone und Terrassen mit zur vermieteten Wohnung. Entsprechend haben Mieter hier die gleichen Rechte und Pflichten wie in der Wohnung selbst. Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes (DMB) bedeutet das: Mieter können Stühle, Bänke, Tische oder Sonnenschirme auf dem Balkon aufstellen. Auch ein unauffälliger Sichtschutz oder ein Rankengitter sind erlaubt, während eine Komplettverkleidung noch längst nicht gestattet werden muss. Wäsche darf hingegen auf dem Balkon getrocknet werden. Sofern der Wäscheständer nicht über die Brüstung hinausragt, ist das Trocken selbst dann zulässig, wenn die Hausordnung Wäsche auf dem Balkon aus ästhetischen Gründen verbietet.

Grillen und Feiern

Mieter haben bei der Balkonnutzung beinahe freie Hand: Sie dürfen sich auf dem Balkon sonnen, sie dürfen hier essen, trinken, rauchen oder feiern. Auch Freunde und Bekannte einzuladen, ist nicht verboten. Allerdings muss man dabei immer auf die Nachbarn Rücksicht nehmen. Das bedeutet in jedem Fall: Ab 22.00 Uhr gilt auf dem Balkon Nachtruhe. Beim Grillen scheiden sich allerdings die Geister.

Sofern es im Mietvertrag nicht ausdrücklich verboten ist, darf man auf dem Balkon grillen. Wie oft das Bruzzeln zulässig ist, da sind sich die Gerichte nicht ganz einig. Das Bayerische Oberlandesgericht hält fünfmal Grillen im Jahr für zumutbar, während das Landgericht Stuttgart eine Grilldauer von etwa sechs Stunden – das entspricht etwa drei Grillvergnügen pro Jahr – für angemessen hält. Wenn es nach dem Amtsgericht Bonn geht, müssen die Nachbarn zudem 48 Stunden vorher informiert werden. Wer ohne Ärger mit den Nachbarn grillen will, steigt am besten auf einen Elektrogrill um. Da fehlt zwar das urige Grillgefühl, aber auch weitgehend die Rauch- und Geruchsbelästigung.

Rauchen auf dem Balkon

Anders als Grillgeruch muss Zigarettenrauch vom Nachbarbalkon hingenommen werden. Das findet zumindest das Amtsgericht Bonn. Das Gericht hatte die Klage einer Mieterin abgewiesen, die sich von Rauchschwaden vom darunter liegenden Balkon gestört fühlte. Die Klägerin hatte sich auf gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den Qualm berufen.

Die Richter legten bei ihren Überlegungen die Tatsache zu Grunde, dass Rauchen gesellschaftlich akzeptiert sei. Soweit der Beklagte auf dem Balkon und damit praktisch im Freien rauche, bewege er sich im Rahmen der ihm von der Verfassung für sein Verhalten eröffneten Freiräume. Allerdings stammt das Urteil aus dem Jahr 1999.

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Gärtnern auf dem Balkon

Auch für die Bepflanzung des Balkons gibt es Vorschriften: Es ist erlaubt, Blumenkästen oder Blumentöpfe auf dem Balkon anzubringen. Voraussetzung ist dabei, dass die Blumenkästen ordnungsgemäß befestigt werden und es ist sichergestellt ist, dass sie bei starkem Wind nicht herabstürzen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, dürfen die Blumentöpfe nach Auffassung des Landgerichts Hamburg sogar an der Außenseite des Balkons befestigt werden.

Stellt der Mieter dagegen trotz Abmahnung des Vermieters weiterhin diverse Topfpflanzen ungesichert auf den Balkon, droht unter Umständen sogar eine fristlose Kündigung. Von Grillparty bis Satellitenschüssel: Das ist auf dem Balkon verboten.

Quelle: zuhause.de, dpa-tmn

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